Violet ist mit dem perfekten Mann zusammen, der ihr auch noch einen Heiratsantrag gemacht hat. Sie soll nun endlich die große Familie ihres Verlobten Sol kennen lernen und fährt mit ihm für eine Woche zu ihren künftigen Schwiegereltern. Violet wird sofort herzlich in die Familie aufgenommen...alles könnte so wunderbar sein, käme sie nicht beim Betrachten der Familienfotos dahinter, dass Pippa Langford, der Alptraum ihrer Schulzeit, Sols geliebte Halbschwester ist. Nun ist guter Rat teuer: Was soll Violet tun? Sol erzählen, wie Pippa sie schikaniert hat, hoffen, dass Pippa sie nicht mehr erkennt oder doch die Flucht antreten?
Als Pippa eintrifft, scheint es zunächst, als würden Violets Gebete erhört und die Gemeinheit in Person würde sie tatsächlich nicht erkennen, doch bald darauf gesteht Pippa ihr, dass sie sie sehr wohl erkennt hat und bittet sie tatsächlich um Verzeihung. Friede, Freude, Eierkuchen...oder doch nicht? Die Geschehnisse der nächsten Tage machen Violet stutzig - hat sie die Entschuldigung wirklich ernst gemeint und sich geändert oder ist das alles nur Fassade?
Das Buch handelt im Wesentlichen vom Familientreffen der Graingers, einer Familie mit liebenswerten, herzlichen und teils schrulligen Mitgliedern. Da sind zum Beispiel die zweite Ex-Frau von Aric, die jeden Morgen im Freien nackt Yoga macht, Elspeth mit ihrer Vorliebe für Schuhe oder Onkel Silas, dem Violet versehentlich nackt im Bad begegnet...
Aber in jeder Familie gibt es auch ein schwarzes Schaf, in diesem Fall Philippa Langford. In der Schulzeit hat sie nichts unversucht gelassen, um Violet zu schikanieren - sie nahm ihr alles, vom Armband bis zu den Freunden, tauchte ihren Kopf ins Klo und dergleichen mehr. Ob sich so jemand ändern kann?
Zuerst dachte ich, dass die Begegnung von Violet und Pippa ein wahrer Zickenkrieg mit Schlammschlacht werden würde, doch meine Befürchtung traf Gott sei Dank nicht ein.
Es bleibt ziemlich lange spannend, ob Pippa sich wirklich geändert hat oder nicht und ich möchte das auch nicht vorwegnehmen.
Bin angenehm überrascht von diesem Roman - in meinen Augen ist er die richtige Mischung aus Romantik, Gefühl und Intrigen und dabei ist er keinesfalls oberflächlich oder seicht, wie Titel oder Cover vielleicht vermuten lassen. An den richtigen Stellen stimmt er nachdenklich und macht bewusst, dass niemand perfekt ist. Und zum Abschluss gibt es ein wunderschönes Ende.
Ich würde sagen: 4,5 von 5 Sternen...einfach, weil es etwas witziger sein hätte können (ja, stellenweise kann man lachen bzw. zumindest schmunzeln, aber ich persönlich hätte mir noch etwas mehr gewünscht). Trotzdem: Wunderschöne Lektüre über Familie, Freunde und Feinde.