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Mein Traum ist länger als die Nacht: Wie Bertha Benz ihren Mann zu Weltruhm fuhr
 
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Mein Traum ist länger als die Nacht: Wie Bertha Benz ihren Mann zu Weltruhm fuhr [Gebundene Ausgabe]

Angela Elis
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (19. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345550146X
  • ISBN-13: 978-3455501469
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 177.490 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Angela Elis
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eine außergewöhnliche Frau an der Seite eines großen deutschen Erfinders

Er hat das Wissen, sie ist die treibende Kraft. Wenn er verzweifelt, drängt sie vorwärts: Bertha Benz. Die erste Frau der Welt, die sich wagemutig in einen neu entwickelten, pferdelosen Straßenwagen setzt und losfährt. Angela Elis erzählt die Lebensgeschichte der beiden Autopioniere: lebendig, klug und unterhaltsam.

Der Verlag über das Buch

Die erste Begegnung mit Carl Benz verändert ihr Leben. Bertha Ringer verlässt ihr gutbürgerliches Elternhaus und tauscht es gegen ein beschwerliches Leben auf dem Fabrikgelände. Ihr gesamtes Erbe gibt sie ihm, damit er seine Lebensträume verwirklichen kann. Waren es auch ihre? Die Biographie von Bertha und Carl Benz ist eine außerordentliche deutsche Geschichte, die in den Revolutionsjahren des 19. Jahrhunderts beginnt, von den Errungenschaften der Industrialisierung und der Beschleunigung des Lebens erzählt und im Zweiten Weltkrieg tragisch endet. Aber mehr noch ist es die Geschichte einer Liebe, in der Träume stärker sind als die Realität und deshalb alle Nächte des Zweifels überdauern.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einfach nur wunderbar! 15. Juli 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Nicht zuletzt der wundervoll poetische Titel dieser Biografie über die Familie Benz, allen voran die oft leider wenig beachtete "ewige Ehefrau eines Erfinders", Bertha Benz, bewegte mich dazu, mir dieses Buch zu kaufen. Ich muss gestehen - ich habe überhaupt keine Erfahrung mit Biografien gehabt; es ist die erste, die ich je gelesen habe - aber sicher nicht die letzte, wenn alle so schön sind!

Das Buch steigt nicht - wie man es vielleicht erwarten würde - bei der Geburt von Bertha Cäcilie Ringer (so hieß sie vor der Hochzeit), sondern bei der ersten Begegnung mit dem jungen Ingenieur Carl Benz (eigentlich ja Karl Vaillant) in einer Kutsche ein. Der fließende Erzählstil wird nicht dadurch abgeschwächt, dass Angela Elis oft zwischen Biographie und Roman, Präsens und Imperfekt wechselt - nein, es ist vielmehr ein gelungenes literarisches Stilmittel, wenn ein solcher Wechsel sogar innerhalb von Sätzen stattfindet.

Ansprechend, durchaus auch anspruchsvoll, aber nicht zu schwierig, wie manch einer bei dem raffinierten Titel vielleicht vermuten würde, erzählt die Autorin eine Lebens- und Liebesgeschichte, in deren Mittelpunkt vor allem ein gemeinsamer Traum der Eheleute Benz steht: den pferdelosen Wagen zu bauen. Mit hübschen Kapitelnamen und appetitlich eingeteilten "Lesehäppchen" versteht Elis es dabei, den Leser am Geschehen teilhaben zu lassen - er beobachtet voyeuristisch die geheime Familienbibel von Berthas Vater, in der sie der über sie geschriebene Satz "Leider wieder nur ein Mädchen" fürs Leben kränkt und verletzt; er erlebt Inflationen und bittere Nöte im Hause Benz und natürlich immer wieder Hindernisse auf dem Wege zur motorisierten Fortbewegung - aber ohne Eisenbahn.

Manchmal ergreifend ist dieses Buch über einen so großartigen Weg zur Weltverbesserung - und doch gibt es auch Stellen, an denen man über Resolutheit und Eloquenz von Bertha Benz nur schmunzeln kann. So ist sie beispielsweise zornesrot, als Polizisten ihren Mann wegen überfahrenen Hühnern und Gänsen abstrafen und wie einen Verbrecher an der öffentlichen Ruhe darstellen, und zahlt die hohe Strafe absichtlich in kleinen Münzen ab. Sie lässt es sich nicht einmal nehmen, die gestrengen Ordnungshüter anzukeifen. Auch Berthas Geiz (sie verschenkt im Winter die alten Osterplätzchen und umgekehrt) wird erschöpfend thematisiert. Fliegt ein Ball über ihren Gartenzaun - sie behält ihn. Die "bockige Bertha" eben, wie sie auch den Titel eines Kapitels bildet.

Das traurige letzte Lebensjahr von Bertha Benz - sie fühlt sich verantwortlich für den Zweiten Weltkrieg, weil die Nationalsozialisten die Erfindung ihres Mannes für den Krieg ausgenutzt haben - ist erschütternd, wenn man bedenkt, was diese Frau in ihrem Leben geleistet hat - selbstlos, nicht auf sich, nicht auf ihren Mann bedacht; ihr einziges Ziel war, es der Menschheit leichter zu machen, den Leuten zu helfen. Deswegen werden im Buch auch wunderbar die Bewunderer Berthas beschrieben.

Angela Elis hat ein Standardwerk geschrieben - ein Buch, das jeder Autofahrer lesen sollte, da es wichtig ist, zu wissen, wem wir alle eigentlich dieses unfassbare und nicht mit den Händen greifbare Verdienst an der Welt zuschreiben müssen. In einfacher, aber nicht leichter Sprache erzählt sie von Fiktion und Realität, von Höhen und Tiefen, skrupellosen Geldgebern und hilfreiche Freunde, sorglosen Zeiten und heftigen Nöten - und all das, ohne dabei das Wichtigste in diesem Buch, an dieser Frau, in diesem Leben außer Acht zu lassen: den Traum des Motorwagens - diesen Traum, der, länger als die Nacht, aus der Finsternis ins Licht des Ruhmes trat.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ½ TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Dass die Lebensgeschichte von Bertha Benz (1849 - 1944) noch nicht früher erzählt worden ist, liegt daran, dass sie wenig Persönliches hinterlassen hat, so schreibt die Autorin Angela Elis im Nachwort. Weder Bertha noch Carl Benz (1844 - 1929) haben Tagebuch geschrieben. Es gibt nur wenige Briefe. Umso mehr ist die Recherchearbeit zu bewundern, die umfangreichen Fakten, die in diesem Buch zusammengefasst sind.

Angela Elis beschreibt zunächst die erste Begegnung von Bertha und Carl Benz bevor sie sich in getrennten Kapiteln der Kindheit, Jugend und Ausbildung von Beiden zuwendet. Danach folgen die gemeinsamen Ehejahre. Das letzte Kapitel ab Seite 299 beschreibt die Witwenjahre.

Bertha Benz ist von einem unerbittlichen Willen getrieben, so schreibt Angela Elis. Frühsommer 1869: Die Ideen von Carl Benz schlagen "wie ein Blitz bei ihr ein, erhellen ihr Gemüt und wecken ihre Lebensgeister" (S. 99). Der zurückhaltende Carl Benz als Flucht aus dem "weltverlorenen" Pforzheim? Und doch, erstaunlicher Weise wird aus den Beiden ein gut funktionierendes Team. Sie ergänzen sich. Er grübelt über Innovationen nach, begeistert Bertha mit seinen technischen Ausführungen. Sie unterstützt ihn. Beide sind gefesselt von der Idee eines Fortbewegungswagens ohne Pferde. Ein Traum, der die Nacht überdauert. Dieses Motto zieht sich quer durch das Buch, wird von der Autorin immer wieder erwähnt. Leider manchmal auf recht umständliche Art und Weise. Diese Zeilen stammen aus einem Brief von Bertha an Carl. Anstatt direkt zu zitieren, hört es sich im Buch auf den Seiten 32f so an:

Mit Worten, denen man die Hast der Niederschrift ansah, teilt sie ihm mit, dass sie seine Bedenken nachvollziehen könne und dass sie wisse, aus welchem Holz er sei; und wie umsichtig sie es fände, dass er sich um ihre Zukunft und die Frage, ob sie mit ihm glücklich werden könne, Gedanken mache. Nun aber sei es genug der Bedenken, weil er den Funken der Begeisterung für seine Maschinen in ihr entzündet habe. Das Feuer brenne längst. Sie schreibt, sie will auf keinen Fall mehr so weiterleben wie bisher, denn seitdem sie ihn kenne, öde sie an, was ihr gestern noch wichtig war. Das Entscheidende aber sei, sie habe einen Traum von ihm und sich und von dem Wagen ohne Pferde gehabt. Und dieser Traum, das spüre sie genau, sei länger als die Nacht. Damit sei alles gesagt, ab jetzt solle er ihr einfach vertrauen, und das sei wirklich das Wichtigste, das Vertrauen, und dann möge er bitte nicht länger zögern und die Verlobung mit ihr planen.
Etc. etc.

Persönlich empfand ich diese Formulierungen als sehr gekünstelt, sehr umständlich. Hätte man hier nicht direkt aus dem Brief zitieren können? Andernorts (vor allem weiter hinten) hat die Autorin durchaus auch direkt zitiert. Die entsprechenden Stellen sind eingerückt und durch kursive Schrift leicht erkennbar. Leider gibt es weitere Textpassagen, die ähnlich umständlich formuliert wurden. Möglicherweise wollte Angela Elis den Stil der damaligen Zeit imitieren. Persönlich empfand ich diese Passagen jedoch als etwas zäh. Ein Beispiel von Seite 161:

Viel zu oft aber muss er die Erfahrung machen, dass er scheitert. Zwar ist jeder seiner Artgenossen als untrügliches Zeichen seines Menschseins mit einem Kopf auf dem Hals ausgestattet; dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, Verstand im Schädel zu haben. Mehr noch, seine Feldversuche verdeutlichen Carl: Verständnis oder gar Einsicht zu zeigen, vermögen nur einige seltene Exemplare der Gattung Mensch. Weil er als Tüftler aber, möglicherweise im Gegensatz zu den gewöhnlichen Zeitgenossen, das Neue und Unverständliche stets als Abenteuer betrachtet, als willkommene Aufforderung, sich das Unbekannte vertraut zu machen, ist ihm die Geisteshaltung seiner unfreiwilligen Straßenbekanntschaften fremd.

Positiv aufgefallen ist mir der Faktenreichtum sofern er für die Geschichte des Automobils von Interesse ist. Ob es die Gründung des ersten Deutschen Automobil-Clubs im Jahre 1899 ist oder die Aktivitäten von Prinz Heinrich zur Förderung des Automobils. Anderes hingegen wird nur gestreift: so zum Beispiel die Jahre von 1914 bis 1918.

Abgerundet wird das Buch von zahlreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, einer Zeittafel und einer Literaturliste.

Alles in Allem sehr interessant. Persönlich hätte ich es bevorzugt, wenn aus Quellen direkt zitiert worden wäre, wenn der Schreibstil etwas weniger umständlich gewesen wäre.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von €nigma
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist als Romanbiographie nicht nur sehr informativ, sondern gleichzeitig auch sehr unterhaltsam und überhaupt nicht trocken geschrieben. Der Leser erfährt genausoviel über die technischen Fortschritte bei der Entwicklung des "pferdelosen Wagens" wie auch über die Ehe und Familie von Carl und Bertha Benz, in der eindeutig sie die Hosen anhatte. Sehr gut gefällt mir auch die Darstellung der beiden Hauptpersonen mit ihren Stärken, aber auch Schwächen (z.B. Berthas Knauserigkeit ;) ), das Ehepaar Benz ist sehr sympathisch, wird aber nicht über die Maßen glorifiziert. Die Einbettung in den geschichtlichen Kontext (Weltkriege, NS-Regime und "Missbrauch" der Benz'schen Erfindungen für Kriegszwecke) ist sehr gelungen. Vieles versteht man vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit besser, so kann man z.B. Berthas teilweise sehr harsches, vom Ehrgeiz getriebenes Wesen gut nachvollziehen, wenn man ihr Jugendtrauma bedenkt, als ihr geliebter Vater ihre Geburt in der Familienbibel mit den Worten "leider wieder nur ein Mädchen" kommentierte. Verständlich, dass man als Frau in einer Welt, in der Mädchen/Frauen nur als zweite Garnitur gelten, beweisen möchte, nicht minderwertig zu sein!
Unfassbar ist auch die Borniertheit der allermeisten Leute, die sich dem Fortschritt entgegenstellten, offenbar überhaupt nicht über ihren Tellerrand hinausdenken und sich den Nutzen pferdeunabhängiger Straßenwagen ausmalen konnten.
Die reiche Bebilderung hat mir sehr gefallen, besonders habe ich mich über die Automode für Hunde in den 1890er Jahren amüsiert...
Ich hoffe, wir werden von Angela Elis weitere Bücher zu lesen bekommen und vergebe für die Benz-Biographie 5 Sterne.
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