Schottland ist mir selbst nicht fremd, die letzten Jahre über hatte ich wiederholt Land und Leute erleben dürfen - die zahlreichen Perspektiven, welche Connery hier eröffnet, lassen sicherlich sowohl das Herz des Wiederholungstäters, wie auch das Herz des Neulings höher schlagen. Connery räumt mit manchem Klischee auf, entzaubert Schottland dabei jedoch zu keinem Zeitpunkt, ganz im Gegenteil - er unternimmt den überaus spannenden Versuch, dem Leser zu erklären, was ihm persönlich durch den Kopf geht, wenn er den Namen seiner Heimat hört, oder vor Augen hat - SCHOTTLAND...
Vorliegendes Buch ist keine "gewöhnliche" Autobiographie, kein Reiseführer und auch kein Geschichtsbuch.
Der Autor mag dem Leser zwar manchen Einblick in seinen Lebenslauf gewähren, er präsentiert sich / sein Leben unter Einbeziehung von Daten und Fotos von Zeit zu Zeit recht eindrucksvoll - wirkt bei den eingestreuten Momenten der Selbstdarstellung jedoch stets bescheiden - ein Mann, mit dem man gerne einmal einen Whisky trinken würde...
Connery erweist sich hier als echter Patriot, seine schottische Heimat ist der tatsächliche Star des vorliegenden Buches - insbesondere seine Geburtsstadt Edinburgh und deren Umland liefern Connery zahlreiche Beispiele, welche dem Leser immer wieder verdeutlichen, warum Connery bei aller Liebe zu seiner Heimat auch an kritischen Tönen nicht vorbeikommt.
Connery glorifiziert und mystifiziert Schottland hier nämlich nicht über Gebühr, ganz im Gegenteil in diesem Buch wird nicht auf die an anderer Stelle oftmals überstrapazierte Tränendrüse gedrückt - Connery legt an mancher Stelle ganz bewusst den Finger in die durchaus auch selbstverschuldeten Wunden seiner Heimat, berichtet offen und ehrlich über zahlreiche Momente der Geschichtsschreibung, während der sich die Schotten selbst manches Bein stellten und somit Ihren Unterdrückern und Besatzern leichtfertig in die Hände spielten...