Opa lebt auf dem Land. Seit Oma tot ist, ist er ganz allein mit seinen Hühnern und seinem Pferd. Er fährt zu seinen Kindern in die Stadt, um dort zu leben. Doch der Opa fühlt sich in der Stadt nicht wohl.
Aus der Sicht des etwa 5jährigen Enkelkindes wird dieser Besuch geschildert: Opas freudige Ankunft, Opas Eigenarten am Tisch, im Badezimmer und beim Zu-Bett-Gehen. Gemeinsam mit der kleinen Schwester Katja erleben die kleinen Kinder ihren Opa, der mit der neuen Situation nicht zu kommt. Doch Opa kann für seine Familie auch etwas tun: den tropfenden Wasser oder ein Feuerwehrauto reparieren, aus einem Märchenbuch vorlesen, im Park Rosen schneiden oder mit seinem Enkel einkaufen. Bald merken alle, dass Opa wieder zu seinen Hühnern und zu seinem Pferd möchte. Und dort kann seine Familie ihn ja auch besuchen.
Dieses Bilderbuch erzählt eigentlich drei Geschichten. Vor dem Hauptteil zeigen schwarz-weiß-Zeichnungen die Großeltern noch zusammen und den Tod der Großmutter. Nach den farbigen Bildern dann im Anhang den Opa, wie er alleine sein Leben neu gestalten muss. Er kauft sein Brot wie früher, er füttert die Tiere wie früher, wäscht jetzt seine Wäsche selber und hängt sie auf die Wäscheleine. Als der Briefträger die Besuchsankündigung seiner Familie bringt, macht Opa sich fein und freut sich auf seine Enkelkinder.
Dieses Bilderbuch für Kinder und Erwachsene überzeugt durch seine Klarheit und Ehrlichkeit. Es ist ein Lehrbeispiel, wie Witwer lernen, ihr Leben neu zu meistern und es schaffen, auch ohne die Lebenspartnerin den Tag zu gestalten. Wir halten dieses Buch für eines der besten Bilderbücher zum Thema "Tod und Trauer in der Familie."
Helga Schwarze, Bibliothekarin und Christian Meyn-Schwarze, Buchrezensent mit Schwerpunkt "Väter- und Großväterbücher"