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Mein Name sei Gantenbein. Broschiert – 1998


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Produktinformation

  • Broschiert: 287 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518394584
  • ISBN-13: 978-3518394588
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (54 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.772.529 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Max Frisch (1911-1991), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, konnte nicht nur mit dem Wort etwas erschaffen: Er arbeitete auch erfolgreich als Architekt. Über journalistische Arbeiten und erste literarische Versuche fand er schließlich seinen eigenen Stil als Autor. In seinen Essays, Erzählungen, Hörspielen, Dramen und Romanen war er nicht nur ein großer Literat, sondern auch ein streitbarer Humanist. Sein kritischer Geist rieb sich an seiner Schweizer Heimat ebenso wie an Demagogen in aller Welt - um doch anlässlich seines 75. Geburtstags ernüchtert festzustellen: "Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb." Bekannt wurde er u. a. mit den Romanen "Stiller", "Homo Faber" und "Sein Name sei Gantenbein" sowie Theaterstücken wie "Andorra" und "Triptychon".

Foto (c) Suhrkamp Verlag

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

""Mein Name sei Gantenbein" ist mit Abstand Max Frischs gelungenste erzählerische Arbeit." (Süddeutsche Zeitung) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung.
Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erscheint Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 30. Juni 2005
Format: Taschenbuch
Max Frisch führt in "Mein Name sei Gantenbein" die Brüchigkeit menschlicher Identität vor. Das geht so weit, dass er seine Personen im Roman immer wieder neu erfindet. Der Erzähler selbst tritt in das Geschehen ein, überlegt sich, welche Rolle er annehmen will, und spielt mit der Identität der anderen Personen. Erzählung und Erzähler, Geschichte und Wirklichkeit, wahres und falsches Ich fließen auf verwirrende Art ineinander. Nur die Hauptperson, Gantenbein, bekommt über die Zeit ein greifbares, verfestigtes Ich. Gantenbein tut so, als sei er blind, und freundet sich immer mehr mit dieser Rolle an. Denn plötzlich ändern sich alle seine sozialen Beziehungen: Hinter seiner Blindenbrille kann er die Menschen beobachten, ohne dass sie sich beobachtet fühlen. Sie mögen ihn, weil sie seinen urteilenden Blick nicht zu fürchten haben, und fangen an, sich zu enttarnen. Das Spiel mit den Identitäten ermöglicht es Frisch, einen entlarvenden Blick auf die moderne Gesellschaft zu werfen. Die Menschen versuchen, sich selbst und ihre Geschichte als sinnvolles Kontinuum zu erleben und zu erzählen. Beim Erzählen aber, so die Kernaussage, erfindet sich der Mensch erst, mag die wahre Realität auch ganz anders aussehen als die erfundene. Frischs Roman ist - heute mehr denn je - eine faszinierende Lektüre.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Elbma Mavie am 12. August 2002
Format: Broschiert
Frisch setzt sich in diesem Roman vermutlich stärker und deutlicher als zuvor mit dem Problem der Identitätsfindung auseinander: indem das erzählende Ich verschiedene Situationen als einer der drei Protagonisten ,,durchspielt", sucht es nach seiner eigenen Identität. Dabei findet es besonders Gefallen an Gantenbein, deshalb der Titel. Gantenbein ist in der Lage seine Rolle zu wechseln, sein Spiel mit der Gesellschaft hat Erfolg. Svoboda wird nie richtig angenommen, er ist von vornherein der Verlierer. Enderlin kann seine Rolle nicht verändern. Enderlin endet in der Vorausschau eines alltäglichen Ehelebens, eines Lebens, in dem alles voraussehbar ist, indem der Erzähler erstarren würde.
Der Roman bietet eine unendliche Fülle von Randgeschichten, die das Wichtigste sind. Eine eigentliche "Story" gibt es ja nicht zu suchen, da das erzählende "Ich" keine Geschichte, sondern nur eine Erfahrung hat. Ein Teil von ihnen offenbart Witz bis hin zu hintergründigem Humor, andere sind voller Irrationalität, manche voller Lebensphilosophie oder leben von Frischs Thesen, die durchaus nicht ohne Widerspruch bleiben müssen. Er erfindet durch sein "Erzähler - Ich" viele Wirklichkeiten, viele mögliche Begebenheiten, und ebenso erfindet er mehrere mögliche Rollen für das "Ich" sowie für die Partnerin.
Was hinter der Blinden - Rolle des Gantenbein steckt, wird im Roman deutlich ausgesprochen. Man wird ihm eine Welt vorstellen, wie sie in der Zeitung steht, und indem Gantenbein tut, als glaube er's, wird er Karriere machen. Mangel an Fähigkeit braucht ihn nicht zu kümmern; was die Welt braucht, sind Leute wie Gantenbein, die nie sagen, was sie sehen, und seine Vorgesetzten werden ihn schätzen.
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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 25. August 2004
Format: Gebundene Ausgabe
"Mein Name sei Gantenbein" steht meiner Meinung weit über den Schullektüren "Andorra" und "Homo Faber". Sehr subtil geschrieben lässt Frisch die Hauptfigur sich in immer wieder verschiedene Situationen hineindenken, ohne daß der Roman eine wirkliche Handlung hätte.
Bitter die Ironie, daß Gantenbein erst zum glücklichen Menschen wird, nachdem er der Welt vorspielt, blind zu sein und so zu tun, als sähe er deren Fehler nicht.
Ich brauchte 10 Jahre, um mich nach der Schule wieder an Literatur zu wagen, aber dies Buch ist alle Mühe des Lesens wert und macht beim zweiten Lesen erst richtig Spaß.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Serenus Zeitblom TOP 100 REZENSENT am 9. September 2008
Format: Broschiert
Frisch mag bekannter sein durch sein konventionelleres "Biedermann und die Brandstifter". In "Mein Name sei Gantenbein" spielt er hingegen virtuos mit Rollen und Personen auf der Meta-Ebene.
Ist ein imaginiertes Leben denkbar - ist der Mensch gar Meister seiner selbst, frei entscheidender Erzähler seines Lebens? Gewisse Lifestyle-Bücher mögen es in teils amerikanischer Manier einfach behaupten; Max Frisch macht die Probe aufs Exempel. Gantenbein ist nur eine der Identitäten des Autors. Blind ist er scheinbar, um die anderen besser zu beobachten. Die Handlung verdient den Namen kaum; komplex geht es zu, doch zieht Frisch den Leser immer mehr in den Bann.

Lesen und genießen, das Nachdenken kommt automatisch.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 15. September 1999
Format: Taschenbuch
"Mein Name sei Gantenbein" ist genauso außergewöhnlich wie genial. Genau genommen wäre jede Äußerung über dieses Werk von Max Frisch bereits sein Tod, denn alles Ausgesprochene würde seine Wirklichkeit einschränken. Dem menschlichen Bedürfnis, alle Dinge, Situationen und Gefühle benennen und erklären zu wollen, wirkt es durch seine Form selbst in effektivster Weise entgegen. Der Leser ertappt sich selbst, wie er versucht, die einzelnen Episoden zusammenzufügen und ihnen inhaltlich und chronologisch einen Sinn zu geben. Wenn man will, kann man auf diese Weise das Buch ziemlich schnell zufrieden zur Seite legen mit dem Ergebnis: "Nichts Besonderes. Ein Mann ist von seiner Frau verlassen worden und spielt gerade das "Was wäre gewesen, wenn..."-Spielchen." Gantenbein bietet für alle, die sich gerne von Schubladen und Normen lösen wollen, eine faszinierende Chance, einmal nicht über die Vernunft zu einer Aussage zu kommen, die 300 Seiten auf einen einzigen Satz reduziert. Wer sich lediglich auf ein emotionales Verstehen und Wirken lassen einläßt, der vergrößert nicht nur seine eigene Welt um ein Vielfaches, sondern er wird Max Frisch auch bis in alle Ewigkeit dafür dankbar sein, daß er so etwas Wunderbares und Einzigartiges geschaffen hat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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