Das SETI-Projekt (>Search for Extraterrestrieal Intelligence<) empfängt eine außerirdische Botschaft in Form eines Bauplans für eine hocheffiziente Maschine zur Energiegewinnung, woraus die verantwortlichen Wissenschaftler den Schluss ziehen es mit einer freundlich gesonnenen Spezies zu tun zu haben. In einer weiteren Botschaft erhalten sie einen DNS-Code mit dem Auftrag diesen mit menschlicher DNS zu kreuzen. Auch dieser Plan wird flugs in die Tat umgesetzt. Natürlich nicht ohne Sicherheitsvorkehrungen. Doch die Verantwortlichen unterschätzen die Gefahr. Das Resultat des Experiments, >Sil<, kann entkommen und verfolgt fortan nur ein Ziel: Fortpflanzung...
Nachdem Ridley Scott 1979 mit seinem >ALIEN< das Sci-Fi- und Horror-Genre revolutioniert hatte erblickte eine wahre Flut an Filmen das Licht der Welt, die auf die eine oder andere Art versuchten diesem nachzueifern. Einen der originellsten Ansätze verfolgte dabei Roger Donaldsons >Species< von 1995.
Und es hätte ein wirklich guter Film werden können, denn einige der Grundvoraussetzungen waren vielversprechend. Die Besetzungsliste konnte sich sehen lassen: Ben Kingsley, Michael Madsen, Forest Whitaker, Marge Helgenberger, Alfred Molina. In der damals noch relativ unbekannten Natasha Henstridge hatte man die nahezu perfekte Besetzung für die Außerirdische Sil gefunden. Mit Hans Ruedi Giger zudem einen mit dem Oscar prämierten Ausnahmekünstler für das Creature-Design. Darüber hinaus ist die Grundidee des Films ungewöhnlich und sehr interessant.
Leider hat man, trotz dieser günstigen Voraussetzungen, bei der Umsetzung des Stoffes kein glückliches Händchen bewiesen. Anstatt ein glaubhaftes Team aus Wissenschaftlern, Militärs, FBI- und/oder CIA-/NSA-Agenten auf die Außerirdische anzusetzen, würfelte der Drehbuchautor einen ziemlich kruden Haufen aus Groschenroman-Spezialisten zusammen. Abgesehen vom Leiter des Projekts >Sil<, Xavier Fitch (Kingsley), bevölkern ein etwas nebulöser >Experte für aussichtslose Fälle< namens Lennox (Madsen) ~ Auftragskiller? Geheimagent? Kopfgeldjäger??? ~ eine Molekularbiologin (Helgenberger), ein Medium (Whitaker) und ein Anthropologe (Molina) die Konstellation. Und sie alle lässt Regisseur Donaldson relativ hilflos durch die recht dünne Resthandlung stolpern, als habe er selbst nicht gewusst wie er ihr Dasein rechtfertigen könne. Dabei wirkt die Truppe eher wie ein Kegelverein auf Betriebsausflug als wie ein Expertenteam. Einzig Frau Henstridge überzeugt mit ihrer, ebenso kindlich naiven wie raubtierhaften Verkörperung der Sil.
Respektabel ist auch Christopher Youngs Filmmusik, wenngleich sie nicht zu seinen besten gehört (
Species von Christopher Young). Das eigentliche Highlight des Films sind für mich jedoch Sils kurze Traumsequenzen, in denen von Giger entworfene Kreaturen diffus züngeln und sich ein mit Schädeln besetzter Zug durch das Zwielicht nagt. Leider nur wenige Minuten des Films!
Abgesehen von den platten Charakteren, vermögen auch die Locations meist nicht recht zu überzeugen. Die Partyszene von Los Angeles ist nicht gerade der Bringer, wenn es darum geht gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Den Tiefpunkt erreicht der Film jedoch beim Showdown, als Lennox, kurz vor der Exekution der Kreatur noch den unvermeidlichen coolen Spruch absondert und damit auch noch das letzte Quäntchen Feingefühl für den Stoff in die Kloake trampelt. Eine bedauerliche Tradition, die in den letzten Jahrzehnten um sich gegriffen hat und schon so manchen Showdown verhunzte.
Die Fortsetzungen belegen was beim Gros des Publikums dieses Films hängen geblieben ist: ein bisschen morbide Erotik.
Die Extras der Century 3 Cinedition vermögen naturgemäß eher Liebhaber des Films zu überzeugen. Erwähnenswert ist aber ein Feature über Gigers Arbeit an der Sequenz mit dem Schädelzug. Ansonsten gibt es drei weitere Featurettes über die Entstehung des Films, zuschaltbare Audiokommentare, ein alternatives Ende, eine Bildergalerie, den Original Kinotrailer und eine Vorschau auf >Species 4<. Bild und Ton lassen nichts zu wünschen übrig (Deutsch Dolby 5.1 und DTS, Englisch Dolby 5.1). Untertitel gibt es in Deutsch, Englisch, Türkisch und Deutsch für Hörgeschädigte.