Mit 81 Lebensjahren ist es durchaus an der Zeit, sich Gedanken über eine Autobiographie zu machen. Das hat Sir Roger Moore (nach einem vergeblichen Versuch vor langer Zeit) jetzt getan. Und es ist alles andere als ein Schnellschuss geworden. Mit gütiger Unterstützung des Co-Autoren Gareth Owen hat er ein Buch verfasst, das durch viel Liebe zum Detail glänzt. Moore plaudert absolut kurzweilig aus dem Hollywood-Nähkästchen, ohne indes in belanglose Oberflächlichkeiten abzudriften. Das schnieke Hardcover-Werk (übrigens im Vergleich zur englischen Ausgabe mit wesentlich mehr, stellenweise exklusivem Fotomaterial) ist grundsätzlich in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil beleuchtet den Werdegang des Schauspielers und Menschen (Sir) Roger Moore und der zweite Teil ist eine Art Reisebericht (mit der UNICEF-Tätigkeit des von der Queen Geadelten im Vordergrund).
Auch wenn die Erzählstruktur nicht immer leicht durchschaubar ist und das eine oder andere Mal ein wenig sprunghaft wirkt - gerade das macht die Lebendigkeit der Lektüre aus. Nie bekommt der Leser, wie bei vielen anderen Biographien aus dem kulturellen Bereich, den Eindruck, dass hier nur auf billigste Art und Weise Interviewtranskriptionen zusammen geschustert worden sind. Mein Name ist Bond ... James Bond" besitzt einen angenehmen Lesefluss. Dazu trägt auch die wirklich vorzügliche Übersetzung bei, die dem Diktus des englischen Gentleman voll und ganz gerecht wird (und gegenüber der englischen Originalausgabe sogar noch an Fahrt und Konturen gewinnt). Trotz zum Glück nur kleiner struktureller Schwächen (einige Wiederholungen im letzten Teil des Buches sowie eine manchmal etwas schwer nachzuvollziehende Sprunghaftigkeit in der Erzählchronologie) erhält Mein Name ist Bond ... James Bond" (gerade auch im direkten Vergleich zum Werk von Sean Connery) die volle Punktzahl! Ein ganz ohne Frage essentielles Werk. Nicht nur für Bond-Liebhaber ...