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Mein Manifest für die Erde: Jetzt handeln für Frieden, globale Gerechtigkeit und eine ökologische Zukunft
 
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Mein Manifest für die Erde: Jetzt handeln für Frieden, globale Gerechtigkeit und eine ökologische Zukunft [Gebundene Ausgabe]

Michail Gorbatschow , Bernd Rullkötter
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Michail Gorbatschow, von 1985-1991 Generalsekretär der KPDSU der UdSSR, hat die Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgestaltet: Am Anfang seiner Regierungszeit verkündete der Politiker schrittweise Reformen, "Glasnost" und "Perestroika". Vier Jahre später fällt die Mauer, Deutschland wird wieder vereinigt, und die Sowjetunion zerfällt. Als Gorbatschow schließlich zurücktritt, ist die Welt nicht mehr die gleiche.

Der Wille zur Veränderung ist dem ehemaligen Generalsekretär der KPDSU auch nach dem Rückzug aus der Politik geblieben. Mit seiner Organisation Green Cross International engagiert er sich nun für Umweltschutz, globale Gerechtigkeit und Frieden. Sein Manifest für die Erde ist ein eindringliches Plädoyer, neben der UNO-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auch eine international verbindliche "Erd-Charta" zu etablieren, in der die Grundsätze für einen nachhaltigen Lebensstil enthalten sind.

Gorbatschow bringt dabei keine neuen Fakten, fasst aber gut zusammen: Die Folgen von Tschernobyl, die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, die Abholzung des Regenwaldes in Amazonien, die Ausbreitung von AIDS, die Zunahme von Kriminalität und Terrorismus -- all das ist bekannt. Schon eher überrascht das religiöse Pathos, mit dem der ehemalige Vorsitzende der kommunistischen Partei der UdSSR sein Fazit zieht: "Stehen wir nicht an der Schwelle zu einer neuen Vertreibung aus dem Paradies, durch die nicht mehr nur der einzelne Mensch, sondern die ganze Menschheit sterblich wird?" Wie auch immer: Zeit zu Handeln ist es allemal! --Bernhard Wörrle

Pressestimmen

15.07.2003 / Financial Times Deutschland: Gorbatschow in Grün "Gorbatschow gibt mit seinem Buch einen wichtigen Anstoß, intensiver über die ökologische Herausforderung der Globalisierung nachzudenken."

15.07.2003 / Sächsische Zeitung: Ein Mahner und Visionär meldet sich zurück "Gorbatschow ist ein kluger Analytiker [...] Seine Argumente wirken überzeugend, seine Ideen anziehend."

16.07.2003 / General-Anzeiger: Perestroika für den Kapitalismus "Für Gorbi-Fans ist das Buch ein Muss. Dem zeitgeschichtlich Interessierten hilft es, sich ein Bild über den weltweit aktiven Umweltpolitiker Michail Gorbatschow zu machen - und wer sich bei privater Globalisierungskritik gern auf prominente Gesinnungsgenossen beruft, wird unter den Aussagen des Friedensnobelpreisträgers viele prägnante Sätze finden."

28.07.2003 / Tagesspiegel: Perestroika in Grün "Kein Politiker hat in den vergangenen 20 jahren so sehr die Welt verändert wie Gorbatschow."

17.08.2003 / Berliner Morgenpost: Manifest für die Erde "Ein Mut machendes Buch."

20.08.2003 / Süddeutsche Zeitung: Manifest für die Erde "Diese Welt braucht eine ökologische Perestroika, globale Glasnost und viele grüne Gorbatschows."

20.08.2003 / Handelszeitung: Aus Rot wird Grün "Ein lesenswertes, ein mutmachendes Buch."

25.08.2003 / Das Parlament: Für eine friedliche Zukunft "Michail Gorbatschow appelliert - sprachlich eindringlich - an unsere Menschenliebe und unseren Respekt vor der Natur."

01.10.2003 / Handelsblatt: Nachhaltigkeit "Eindrucksvoll und anschaulich."

11.10.2003 / Mitteldeutsche Zeitung: Gorbatschow singt das Lied der Erde "Ein faktenreiches Plädoyer für eine zukunftsbewusste Welt- und Umweltpolitik und ein aufrüttelnder Aufruf zur globalen Perestroika."

31.10.2003 / Die Presse: "Leicht lesbar spannt Gorbatschow einen Bogen von seiner bäuerlichen Prägung in der Kindheit bis zu seinem heutigen Engagement für Frieden, globale Gerechtigkeit und eine ökologische Zukunft."Josef Riegler, Präsident des Ökosozialen Forums

02.12.2003 / Tagblatt: Der gute Mensch aus Russland "Eine bewegende Bestandsaufnahme."

26.01.2004 / Frankfurter Rundschau: Die Neue Welt als Sackgasse "Gorbatschows 'Manifest' ist ein faktenreiches Plädoyer für eine zukunftsbewusste Welt- und Umweltpolitik und ein aufrüttelnder Aufruf zu globaler Perestroika."

Süddeutsche Zeitung, 20. August 2003

"Diese Welt braucht eine ökologische Perestroika, globale Glasnost und viele grüne Gorbatschows."

Financial Times Deutschland, 15. Juli 20003

"Gorbatschow gibt mit seinem Buch einen wichtigen Anstoß, intensiver über die ökologische Herausforderung der Globalisierung nachzudenken."

Kurzbeschreibung

Gorbatschow steht für Demokratisierung und Abrüstung, er beendete den Kalten Krieg. Doch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Chance vertan worden, eine friedliche Weltordnung zu schaffen, in der Menschenrechte und internationales Recht anerkannt, Ressourcen geschont und die Grundbedürfnisse aller Menschen befriedigt werden. Die Ungleichheit in der Welt ist die Ursache für die heutigen internationalen Konflikte, die es zu bekämpfen gilt. Seit mehr als einem Jahrzehnt widmet er sein Engagement dem Schutz der Erde. Er gründete die Organisation "Green Cross International", die sich in über 30 Ländern für Frieden, Umwelt und Gerechtigkeit einsetzt. In seinem Buch fordert er die Stärkung der UNO und Reformen von Weltbank, Welthandelsorganisation und dem IWF. Neben die Menschenrechts-Deklaration und die UN-Charta setzt er eine ökologisch ausgerichtete "Erd-Charta", denn die Umweltpolitik wird in Zukunft der wichtigste Teil der Weltpolitik sein.

Der Verlag über das Buch

Der »Baumeister des neuen Europa« fordert eine ökologische und sozial gerechte Zukunft

Armut, ökologische Krisen und militärische Auseinandersetzungen sind die Herausforderungen unserer Zeit. Michail Gorbatschow fordert, sie nicht länger isoliert voneinander zu betrachten. Basierend auf seiner jahrelangen Erfahrung in der internationalen Politik beschreibt er in seinem Buch einen Weg zu Frieden, globaler Gerechtigkeit und einer ökologischen Zukunft.

Michail Gorbatschow steht für Demokratisierung und Abrüstung – er beendete den Kalten Krieg und die Zweiteilung der Welt. Doch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Chance vertan worden, eine friedliche Weltordnung zu schaffen, in der Menschenrechte und internationales Recht anerkannt, Ressourcen geschont und die Grundbedürfnisse aller Menschen befriedigt werden. Die Ungleichheit in der Welt ist die Ursache für die heutigen internationalen Konflikte, die es zu bekämpfen gilt.

Seit mehr als einem Jahrzehnt widmet Gorbatschow sein Engagement dem Schutz der Erde. Er gründete die Organisation »Green Cross International«, die sich in über 30 Ländern für Frieden, Umwelt und Gerechtigkeit einsetzt. In seinem Buch fordert er die Stärkung der Vereinten Nationen sowie Reformen von Weltbank, Welthandels-organisation und dem Internationalen Währungsfonds. Neben die Menschenrechts-Deklaration und die UN-Charta setzt er eine ökologisch ausgerichtete »Erd-Charta«, denn die Umweltpolitik wird in Zukunft einer der wichtigsten Aspekte der Weltpolitik sein.

Gorbatschows Manifest vereinigt persönliche Betrachtungen, sachliche Analyse und konkrete Handlungsvorschläge, die das Ergebnis jahrelanger Überlegungen eines Menschen sind, der an der Spitze einer Supermacht stand und dabei nie die humanen Traditionen seiner Kultur vergaß. Tschernobyl und den 11. September deutet Gorbatschow als brutale Warnungen: Es ist fünf vor Zwölf. Das 21. Jahrhundert muss zu einer neuen Epoche des neuen Denkens für die Menschheit werden. Für eine Menschheit, die ein Bewusstsein darüber entwickelt, dass sie in einer geeinten Welt lebt und künftigen Generationen gegenüber verantwortlich ist.

Das Buch wird abgerundet durch ein von der Zeitschrift Paris Match initiiertes Interview, in dem Michail Gorbatschow und der französische Umweltaktivist Nicolas Hulot ihre ökologischen Visionen formulieren.

Über den Autor

Michail Gorbatschow, geboren 1931, war von 1985 bis 1991 Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Als Staatsoberhaupt leitete er die radikale Wende in der Außen- und Innenpolitik seines Landes ein, die zu einem völligen Wandel des Ostblocks führte und 1990 die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte. 1990 erhielt er den Friedensnobelpreis, 1991 trat er von seinen politischen Ämtern zurück. 1992 gründete er das »Green Cross International«, eine Organisation, die sich heute in über 30 Ländern für Frieden, Umwelt und Gerechtigkeit einsetzt. Gorbatschow ist Träger des Umweltpreises 2003 der Stiftung Euronatur, der am 17. Juli in Ludwigsburg verliehen wird.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Drei Herausforderungen an unsere Zeit Selten stimmen Anfang und Ende eines Jahrhunderts mit dem Kalender überein. So beginnt für mich das 19. Jahrhundert mit der Französischen Revolution und das 20. mit dem Ersten Weltkrieg und der Oktoberrevolution. Aber während das 19. Jahrhundert die Grundlagen für Fortschritt und Demokratie schuf, wurde das 20. zum Jahrhundert der Weltkriege und der totalitären Ideologien. Gleichzeitig steht es aber auch für die Befreiung vieler Völker vom Kolonialismus und für die weltweite Verbreitung des Begriffs der Menschenrechte und der Ideen sozialer Gerechtigkeit. Das 21. Jahrhundert entzieht sich ebenfalls den Vorgaben des Kalenders. Seine ersten Vorzeichen sind Perestroika und Tschernobyl und schließlich der 11. September geworden. Diese Auswahl mag verwundern, aber ich will sie gern erklären. Die Perestroika setzte dem Wettrüsten und damit der Spaltung der Welt in zwei feindliche Lager ein Ende und eröffnete so die Möglichkeit einer echten Zusammenarbeit über die Schranken hinweg. Tschernobyl war die schreckliche Warnung vor den Gefahren der technologischen Zivilisation. Und der 11. September zeigte, welch grässliche Folgen die Armut und der Verlust humanistischer Werte haben können. Heutzutage dürfen wir, gleich welcher Konfession wir angehören und auf welchem Kontinent wir leben, diesen drei fundamentalen Herausforderungen des neuen Jahrhunderts nicht ausweichen. Die erste mahnt uns, den Frieden auf der Welt zu wahren und sämtliche Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft darauf zu richten, dass so genannte lokale Konflikte entschärft werden. Denn an ihnen sind nicht nur Länder mit chemischen Waffen beteiligt, sondern auch Atommächte und Staaten, die kurz davor sind, eine nukleare Schlagkraft zu entwickeln. Die Weltgemeinschaft muss auch geschlossen gegen den Terrorismus auftreten, denn er ist durch keinerlei politische oder moralische Argumente zu rechtfertigen. Die zweite Herausforderung besteht darin, die Armut auf der Welt zu bekämpfen. Die "goldene Milliarde" der Glücklichen darf sich nicht länger teilnahmslos die Leiden der Hälfte der Weltbevölkerung ansehen, die von ein, zwei Dollar pro Tag lebt, hungert und häufig keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen hat. Sie darf nicht zulassen, dass Millionen Kinder sich im Zeitalter des Internets und der Globalisierung ihren Lebensunterhalt durch Schwerarbeit verdienen müssen, statt in die Schule zu gehen. Die dritte Herausforderung ist eine ökologische. Heute ist mit bloßem Auge zu erkennen, dass sich auf der Erde Klimaveränderungen vollziehen, dass die Zahl der Naturkatastrophen - der Taifune, Stürme, Überschwemmungen und Dürren - wächst, dass viele Pflanzen- und Tierarten aussterben, dass die polaren Eiskappen schmelzen, die Ozeane immer stärker verschmutzt und die Wälder mit zunehmender Geschwindigkeit abgeholzt werden. Wir sind in einen ernsten Konflikt mit unserer unmittelbaren Umgebung, mit unserer Natur, eingetreten. Die drei globalen Herausforderungen, die sich der Menschheit stellen, sind eng miteinander verbunden. Denn ohne Einigkeit in der Welt, ohne ein Ende der Kriege und Konflikte wird auch die gemeinsame Zusammenarbeit auf anderen Gebieten unmöglich, einschließlich der Bemühungen zur Rettung der Erde. Wenn wir nicht die Armut bekämpfen und die Kluft überwinden, die die Reichen von den Mittellosen und die Gebildeten von den Analphabeten trennt, dann werden wir auch dem Nährboden des Terrorismus ohnmächtig gegenüberstehen, dem Fanatismus, der Kriminalität und dem Drogenmissbrauch. Ohne Armutsbekämpfung haben auch alle ökologischen Maßnahmen keinen Sinn. Kann einem bedürftigen Bauern im Amazonasbecken verboten werden, den Dschungel abzuholzen und ein gerodetes Feld zu bestellen? Kann von einem armen Land verlangt werden, dass es hohe Summen in ökologisch saubere Fabriken investiert? Vernachlässigen wir jedoch die Ökologie, dann sind alle Anstrengungen zur Schaffung einer gerechteren Welt zum Scheitern verurteilt. Dann werden unsere Nachkommen jahrhunderte- wenn nicht jahrtausendelang für unsere gedankenlose Verschwendungssucht gegenüber der Natur bezahlen müssen. Sogar das Leben auf der Erde überhaupt könnte erlöschen und zu einer vorübergehenden Episode in der Geschichte unseres Universums werden. Diese drei Herausforderungen betreffen aber nicht nur Regierungen oder internationale Organisationen, sondern jeden von uns. Die Zeit ist angebrochen, in der jeder Erdenbürger darüber nachdenken muss, welchen Beitrag er persönlich leisten kann. Im Jahr 1880 sprach Fjodor Dostojewski in einer Rede, die dem Dichter Alexander Puschkin gewidmet war, von "dem weltumspannenden Mitgefühl der russischen Seele". Mein Buch nun ist das Ergebnis jahrelanger Überlegungen eines Menschen, der an der Spitze einer der beiden Supermächte stand, und dabei die humanen Traditionen der russischen Kultur nie vergaß.[...]

Auszug aus Mein Manifest für die Erde. von Michail Gorbatschow. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Drei Herausforderungen
an unsere Zeit
Selten stimmen Anfang und Ende eines Jahrhunderts mit dem Kalender überein. So beginnt für mich das 19. Jahrhundert mit der Französischen Revolution und das 20. mit dem Ersten Weltkrieg und der Oktoberrevolution. Aber während das 19. Jahrhundert die Grundlagen für Fortschritt und Demokratie schuf, wurde das 20. zum Jahrhundert der Weltkriege und der totalitären Ideologien. Gleichzeitig steht es aber auch für die Befreiung vieler Völker vom Kolonialismus und für die weltweite Verbreitung des Begriffs der Menschenrechte und der Ideen sozialer Gerechtigkeit.

Das 21. Jahrhundert entzieht sich ebenfalls den Vorgaben des Kalenders. Seine ersten Vorzeichen sind Perestroika und Tschernobyl und schließlich der 11. September geworden. Diese Auswahl mag verwundern, aber ich will sie gern erklären. Die Perestroika setzte dem Wettrüsten und damit der Spaltung der Welt in zwei feindliche Lager ein Ende und eröffnete so die Möglichkeit einer echten Zusammenarbeit über die Schranken hinweg. Tschernobyl war die schreckliche Warnung vor den Gefahren der technologischen Zivilisation. Und der 11. September zeigte, welch grässliche Folgen die Armut und der Verlust humanistischer Werte haben können.

Heutzutage dürfen wir, gleich welcher Konfession wir angehören und auf welchem Kontinent wir leben, diesen drei fundamentalen Herausforderungen des neuen Jahrhunderts nicht ausweichen.

Die erste mahnt uns, den Frieden auf der Welt zu wahren und sämtliche Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft darauf zu richten, dass so genannte lokale Konflikte entschärft werden. Denn an ihnen sind nicht nur Länder mit chemischen Waffen beteiligt, sondern auch Atommächte und Staaten, die kurz davor sind, eine nukleare Schlagkraft zu entwickeln. Die Weltgemeinschaft muss auch geschlossen gegen den Terrorismus auftreten, denn er ist durch keinerlei politische oder moralische Argumente zu rechtfertigen.

Die zweite Herausforderung besteht darin, die Armut auf der Welt zu bekämpfen. Die »goldene Milliarde« der Glücklichen darf sich nicht länger teilnahmslos die Leiden der Hälfte der Weltbevölkerung ansehen, die von ein, zwei Dollar pro Tag lebt, hungert und häufig keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen hat. Sie darf nicht zulassen, dass Millionen Kinder sich im Zeitalter des Internets und der Globalisierung ihren Lebensunterhalt durch Schwerarbeit verdienen müssen, statt in die Schule zu gehen.

Die dritte Herausforderung ist eine ökologische. Heute ist mit bloßem Auge zu erkennen, dass sich auf der Erde Klimaveränderungen vollziehen, dass die Zahl der Naturkatastrophen – der Taifune, Stürme, Überschwemmungen und Dürren – wächst, dass viele Pflanzen- und Tierarten aussterben, dass die polaren Eiskappen schmelzen, die Ozeane immer stärker verschmutzt und die Wälder mit zunehmender Geschwindigkeit abgeholzt werden. Wir sind in einen ernsten Konflikt mit unserer unmittelbaren Umgebung, mit unserer Natur, eingetreten.

Die drei globalen Herausforderungen, die sich der Menschheit stellen, sind eng miteinander verbunden. Denn ohne Einigkeit in der Welt, ohne ein Ende der Kriege und Konflikte wird auch die gemeinsame Zusammenarbeit auf anderen Gebieten unmöglich, einschließlich der Bemühungen zur Rettung der Erde.

Wenn wir nicht die Armut bekämpfen und die Kluft überwinden, die die Reichen von den Mittellosen und die Gebildeten von den Analphabeten trennt, dann werden wir auch dem Nährboden des Terrorismus ohnmächtig gegenüberstehen, dem Fanatismus, der Kriminalität und dem Drogenmissbrauch. Ohne Armutsbekämpfung haben auch alle ökologischen Maßnahmen keinen Sinn. Kann einem bedürftigen Bauern im Amazonasbecken verboten werden, den Dschungel abzuholzen und ein gerodetes Feld zu bestellen? Kann von einem armen Land verlangt werden, dass es hohe Summen in ökologisch saubere Fabriken investiert?

Vernachlässigen wir jedoch die Ökologie, dann sind alle Anstrengungen zur Schaffung einer gerechteren Welt zum Scheitern verurteilt. Dann werden unsere Nachkommen jahrhunderte- wenn nicht jahrtausendelang für unsere gedankenlose Verschwendungssucht gegenüber der Natur bezahlen müssen. Sogar das Leben auf der Erde überhaupt könnte erlöschen und zu einer vorübergehenden Episode in der Geschichte unseres Universums werden.

Diese drei Herausforderungen betreffen aber nicht nur Regierungen oder internationale Organisationen, sondern jeden von uns. Die Zeit ist angebrochen, in der jeder Erdenbürger darüber nachdenken muss, welchen Beitrag er persönlich leisten kann.

Im Jahr 1880 sprach Fjodor Dostojewski in einer Rede, die dem Dichter Alexander Puschkin gewidmet war, von »dem weltumspannenden Mitgefühl der russischen Seele«. Mein Buch nun ist das Ergebnis jahrelanger Überlegungen eines Menschen, der an der Spitze einer der beiden Supermächte stand, und dabei die humanen Traditionen der russischen Kultur nie vergaß.

Nach den brutalen Warnungen, die Tschernobyl und der 11. September für uns bedeuten, muss das 21. Jahrhundert zu einer Epoche des neuen Denkens für die Menschheit werden – für eine Menschheit, die im tiefsten Innern bereits weiß, dass sie in einer geeinten Welt lebt und dass sie künftigen Generationen gegenüber verantwortlich ist.

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