Aus der Amazon.de-Redaktion
"Das wirklich Irrationale und tatsächlich Unerklärbare ist nicht das Böse, im Gegenteil: es ist das Gute", zitiert Friedrich Christian Delius in dem seinem Roman
Mein Jahr als Mörder vorangestellten Leitspruch den ungarischen Schriftsteller Imre Kertész. "Das Gute", das ist in dieser Geschichte, dass der Mörder am Ende, als das Opfer, ein ehemaliger NS-Richter, endlich tot ist, keine Schuld auf sich geladen hat! Oder doch?
Der fiktiv-autobiografische Roman beginnt mit einem Geständnis. Nach Ablauf der für Mord geltenden Verjährungsfrist offenbart der Ich-Erzähler, dass er damals, nachdem er aus dem Radio von dem nicht unerwarteten Freispruch des furchtbaren Juristen erfahren hatte, der noch in den letzten Tagen des Dritten Reiches den Vater seines besten Freundes zum Tode verurteilt hatte, einer inneren Stimme gehorchend den Plan gefasst habe, den Nazi-Richter zu töten. "Wie in einem dritten Ohr, im Labyrinth des Innenohrs, wo die Widersprüche hängen bleiben, hörte ich in den Silben aus dem Äther die Schwingungen einer geheimen Botschaft, die deutliche Aufforderung: Einer wird ein Zeichen setzen und diesen Mörder umbringen, und das wirst du sein." Es folgen akribische Recherchen. Sie dienen einerseits den Vorbereitungen des Mordes, anderseits dem geplanten Buch, mit dem die Tat, ihre Motive und Planung, dokumentiert werden soll
Delius gilt, so lesen wir in der biografischen Notiz des Verlags, als "einer der bedeutendsten deutschen Gegenwartsautoren". Mein Jahr als Mörder belegt eindrucksvoll: zu Recht! -- Andreas Vierecke
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
Unbedingt lesen (
Literaturen )
Kurzbeschreibung
Ein aufrüttelnder Roman über deutsche Kriegs- und Nachkriegsgeschichte Am Nikolaustag 1968 hört ein Berliner Student im Radio, dass Hans-Joachim Rehse, Richter an Freislers Volksgerichtshof, freigesprochen wurde. Noch während die Nachrichten laufen, beschließt er ein Zeichen zu setzen: Er wird diesen Mann umbringen. Auch aus persönlichen Gründen, denn Rehse hat den Vater seines besten Freundes zum Tode verurteilt, den Arzt Georg Groscurth… „Unbedingt lesen“ (Literaturen)
Über den Autor
Friedrich Christian Delius, geboren 1943 in Rom, in Hessen aufgewachsen, lebt heute in Berlin und Rom. Seine Erzählungen und Romane machen ihn zu einem der bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Bereits vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Fontane-Preis und dem Joseph-Breitbach-Preis, wurde er im Herbst 2011 mit dem Büchner-Preis geehrt.