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VINE-PRODUKTTESTERam 16. September 2010
Gebrauchslyrik nennt und nannte man die Gedichte von Mascha Kaleko gerne und sie sind weiß Gott, wenn sie in Gebrauch wären, so notwendig und bittersüß, wie das Leben selbst.
In Galizien geboren, über Österreich nach Berlin gekommen, wo sie ihre Jugendzeit und ihre Bildung vollendet, erlebt sie gerade im ersten Rausch ihrer Erkenntnisse und ihrer wertvollen Mitteilung, dass ihr Werk verbrannt wird.
Trotzdem, es ist dem Verlag Rowohlt zu verdanken, dass 1935 mutig nocheinmal die Herausgabe des "Lyrischen Stenogrammheftes" erfolgte (bravo!). 1938 erfolgte die Ausreise in die USA und ihr Schaffen dort geriet zur Ehre der ausgewanderten sog. "Exilliteraten" und zur Beschämung aller hiergebliebenen Musensöhne und- töchter.
Was soll man dazu heute sagen? Gelobt sei ihr nie versiegender Lebenswille, ihr Mut, ihre geschliffene deutsche Sprache?
Ja, wirklich, und hier in der Auswahl dieses dtv- Büchleins kann jeder, der es will, sehen und spüren, wie gut ein Gedicht dieser großartigen deutsch-jüdischen Dichterin uns Heutigen tut.

Ein Beispiel zum gelegentlichen Rezitieren:

EIN SOGENANNTER SCHÖNER TOD

Eines Morgens wachst du auf und bist nicht mehr am Leben.
Über Nacht, wie Schnee und Frost, hat es sich begeben.
Aller Sorgen dieser Welt
Bist du nun enthoben.
Krankheit, Alter, Ruhm und Geld
Sind im Wind verstoben.
Friedlich sonnst du dich im Licht
Einer neuen Küste,
Ohne Ehrgeiz, ohne Pflicht.
- Wenn man das nur wüßte.

Im Jahre 1975 ist die Dichterin in Zürich verstorben.
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Ich entdeckte Mascha Kaleko in einer Lebensphase, in der es bei mir drunter und drüber ging. Und sie zog mich aus dem Sumpf. Ihre Gedichte enthalten allen Schmerz dieser Welt - und drücken zugleich eine Haltung aus, die einem zeigt, wie man mit Lebenskatastrophen umgehen kann. Kalekos Texte sind tief, traurig, witzig und haben oft geniale Pointen, die einen verblüffen, schocken oder zum Lachen bringen. Hinter Schnoddrigkeit und Galgenhumor sieht man eine alte, schöne Seele schimmern - ähnlich wie bei Erich Kästner. Kaleko schrieb keine sich selbst bespiegelnde "Damenlyrik", sondern ging mit offenen, wachen Augen durch ihr Leben, das sie an viele interessante Orte führte - mitunter nicht freiwillig (Exil in New York). Das Schicksal packte ihr einiges auf: Verlust der Heimat, Phasen der Armut, Tod des einzigen, innig geliebten Sohnes. Sie wunderte sich selbst, dass sie danach noch weiterleben konnte. Und verarbeitete dieses Staunen in einem ihrer schönsten Gedichte. Kalekos Werk leuchtet - weit über ihren Tod hinaus.
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Mascha Kaléko (1907-1975), war in gewisser Weise heimatlos durch das äußere Schicksal geworden und deshalb ekor sie die Liebe nun zu ihrer ewigen Heimat. Ihre Gedichte sind sehr schön, mit Witz und Tiefgang.

Gegliedert werden die Gedichte in diesem Band in die folgenden Abschnitte: "Zur Heimat erkor ich mir die Liebe"; "Ich und Du"; "Du sollst nicht wissen, daß ich einsam bin."; "Heimweh nach dem Temps perdus"; "Der Jahre buntes Kleid"; "Wir haben keine andere Zeit als diese"; "Das sogenannte Rad des Lebens".
In Erinnerung an sie, stelle ich nun drei schöne Gedichte aus dem Buch vor, die auch die Bandbreite ihrer Arbeit zeigen:

I. Sozusagen grundlos vergnügt (S.89)

Ich freu mich, daß am Himmel Wolken ziehen
Und daß es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
- Daß Amseln flöten und daß Immen summen,
Daß Mücken stechen und daß Brummer brummen.
Daß rote Luftballons ins Blaue steigen.
Daß Spatzen schwatzen. Und daß Fische schweigen.

Ich freu mich, daß der Mond am Himmel steht
Und daß die Sonne täglich neu aufgeht.
Daß Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, daß ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
Die von der Erde in den Himmel führt.

Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
- Weil er sich selber liebt - den Nächsten lieben.
Ich freue mich, daß ich mich an das Schöne
und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Daß alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freu mich, daß ich . . . Daß ich mich freu.

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II. Der Kaiser ist ja nackt! (S.115)

Auch jenes Kind sprach "ungefragt",
wie mancher, der die Wahrheit sagt;
doch Leisetreter kriechen leider
in jedes Kaisers "neue Kleider".

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III. Signal (S.41)

Als wir zu dritt
Die Straße überquerten,
Wurde sogar
Die Verkehrsampel
Rot.
Umstellt von der Meute
Abgasschnaubender Wagen,
Ergriff ich den Arm des einen,
Der rechts von mir ging.
Nicht den des anderen,
Dessen Ring ich trug.
Als wir zu viert
Uns jenseits der Kreuzungen
Trafen,
Wußten es alle.
Der eine. Der andre.
Das Schweigen.
Und ich.

Fazit:
"Ich werde still sein, aber mein Lied geht weiter!" schrieb sie mal und in der Tat, ihre Gedichte sind zeitlos und sie werden ihre Leser finden, denn es sind lesenswerte Gedichte.
Mindestens 80 % der Gedichte aus diesem Band findet man auch in dem Buch In meinen Träumen läutet es Sturm: Gedichte und Epigramme aus dem Nachlaß.
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TOP 1000 REZENSENTam 27. Juli 2009
Dieses Buch enthält eine Sammlung von Gedichten von Mascha Kaleko.
Obwohl die Dichterin nicht so bekannt ist, sind ihre Gedichte wirklich lesenswert.

Mascha Kaleko schreibt ein wenig anders als die großen deutschen Dichter. Ihre Texte sind oftmals recht einfach
und deshalb immer leicht verständlich. Doch sie drücken alles aus, was ein Mensch fühlen kann. Ihre Gedichte sind
mal fröhlich, dann wieder traurig, und oftmals geben sie auch Hoffnung. Sie schreibt über Liebe und über Einsamkeit,
über das Leben, den Tod oder auch über Heimweh. Ihre Gedichte erzählen von Dingen, die wir alle kennen, und so wird
sich bestimmt jeder darin wiederfinden.

Auf jeden Fall sind die Gedichte von Mascha Kaleko wunderschön, und deshalb ist dieses Buch wirklich zu empfehlen.
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am 12. Juli 2010
Mascha Kaleko

Sie fesselt, bezieht ein, lässt verharren und mitleben. Eine Frau mit viel Tragik, doch auch sanftem Humor.
Mit schlichten, gut verständlichen Worten bietet sich dem Leser Authentik ohne Selbstmitleid finden zu lassen.
Gut ausgewählt und zusammen gestellt.
Karel Thomaschew
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am 30. Juli 2007
Eine faszinierende Mischung aus Melancholie, Ironie und Wortwitz in der sich die heimatlose Biografie widerspiegelt. Gute Auswahl, wunderschönes Buch, sehr zu empfehlen!
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am 14. Mai 2009
Eine geschickte Auswahl zum 100.Geburtstag von Mascha Kaleko , die treffend
ihre sehr feinfühlige und authentische Art der Umsetzung ihres Alltagserlebens in der Großstadt Berlin der 20-30ßiger Jahre darbietet.
Ich kannte M.K. bisher noch nicht und bin sehr beeindruckt und begeistert.
El Matador
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Mascha Kaléko lebte von 1907-1975. Sie war Jüdin und wurde in Galizien geboren. Ihre Eltern flohen mit ihr, als sie 7 Jahre alt war, vor Pogromen nach Westen. Ab 1918 lebten sie in Berlin. Nur dort fühlte sich Mascha bis zur Flucht vor den Nationalsozialisten eine Zeit lang heimisch. Hier veröffentlichte sie auch ihr erstes Buch. Später lebte sie in den USA im Exil, emigrierte mit ihrem Mann Ende der 50iger nach Israel, verlor aber nie die Verbindung in den deutschsprachigen Raum. Gegen Ende ihres Lebens verlor sie zuerst ihren einzigen Sohn und dann ihren Mann. Tiefe Schicksalsschläge, von denen sie sich nie wieder richtig erholen konnte. Nach langer Krankheit stirbt sie in Zürich.

Im besprochenen Band sind hundert Gedicht von ihr nach sieben Themenschwerpunkten zusammengefasst, die da wären:

- Zur Heimat erkor ich mir die Liebe
- Ich und Du
- Du sollst nicht wissen, dass ich einsam bin
- Heimweh nach den Temps perdus
- Der Jahre buntes Kleid
- Wir haben keine andre Zeit als diese
- Das sogenannte Rad des Lebens

Häufig behandelt sie tiefgehende Gefühlsregungen wie Schmerz, Verlust und Sehnsucht, aber auch die Liebe hat in dieser Sammlung einen großen Stellenwert. Der enge Alltagsbezug zum Leben von Mascha Kaléko ist nicht zu leugnen und die Verbindung zu den unruhigen Zeit, in denen sie lebte. Und dennoch wirken die meisten der Gedichte von der emotionalen Grundstimmung her zeitlos und aktuell. Die Melancholie ist in vielen Gedichten gegenwärtig.
Häufig verwendet Kaléko sich reimende Vierzeiler, aber auch andere Versmaße finden Verwendung.

Der Band endet mit einem Nachwort von Gisela Zoch-Westphal, die sie 1968 in Zürich kennen lernte und bis zu ihrem Tod als Freundin begleitet. Bis heute verwaltet sie das dichterische Werk von Mascha Kaléko.
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am 6. Dezember 2012
Die Schönheit der Gedichte sowie die Weisheit der Autorin wurden in den bisherigen Rezensionen schon ausführlich gewürdigt, dem kann ich mich natürlich nur anschließen. Mascha Kaléko hat die Gabe, tiefste Gefühle auf einfachste Art auszudrücken. Unprätentiös und dabei im Kern erschütternd. Beinahe anti-elitär und dabei ausgeprochen anspruchsvoll. Eine erfrischende, tiefschürfende Lyrik, die keinen Bereich eines Menschenlebens ausspart. Und was für mich das Beste daran ist: Poesie, die sich nicht durch kryptische Extravaganz am Leben erhalten muss; in wohltuendem Gegensatz zum offenbar geltenden Ideal im aktuellen Literaturbetrieb. Kurz gesagt, ein Büchlein für Lyrikfans, die gerne verstehen, was sie lesen.
Allerdings ist mir unverständlich, wie man einen Gedenkband anlässlich des hundertsten Geburtstages der Lyrikerin herausgeben kann, in dem das wohl bekannteste und beliebteste Gedicht nicht enthalten ist! Jemand, der (wie ich) auf der Suche nach "Memento"  ist, wird in diesem Buch nicht fündig. Da ich es aber genau aus diesem Grund gekauft habe, weil mit einer derartigen Lücke in einem Jubiläumsband wirklich nicht zu rechnen ist, muss ich einen Stern abziehen. (Übrigens, auch in "Das lyrische Stenogrammheft. Kleines Lesebuch für Große" ist "Memento" nicht enthalten. Es scheint sehr schwierig zu sein, einen Kaléko-Band mit diesem besonders gefragten Gedicht zu finden.)
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am 15. Mai 2013
Sehr schöne Texte. Frech und zu Herzen gehend. Irgendwie ein weiblicher Tucholsky. Komisch, daß Mascha Kaleko hier so unbekannt ist.
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