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Schulbücher & Lernhilfen
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In vielen der Kurzgeschichten geht es um Lebens- und Beziehungskrisen, aber auch um Alltag in Ungarn, Wachkoma, Brückenwanderung in Russland oder den Techno-Papst Talla2XLL. Es gibt einen etwas zu lang geratenen Asien-Roman, in dem Musik bzw. ein Lied nur eine Nebenrolle spielt, sowie die schöne Story über eine verbotene Liebe, verbunden über einen Song, den man gemeinsam hört und versteht. Des weiteren bietet das Buch nebulöses (das Lied als rettender Leuchtturm im Nebel), klassisches (Mozarts "Don Giovanni") und heiteres (Zahnärztin singt mit Fußballstar "Hello Again", weil sein Betreuer aussieht wie Howard Carpendale).
Die in 1. und 3. Person erzählten Geschichten beweisen wieder einmal, wie emotional Musik ist, geprägt von Liebe und Hass (Modern Talking) und allem dazwischen.
Besonders gelungen sind die Schilderungen von Judith Holofernes (Wir Sind Helden) über "Filmmusik, die den Film vergessen lässt". Sie wurde von John Cales großartigem "Hallelujah" hinterrücks überfallen. Frank Spilker (Die Sterne) philosophiert über Musikhistorie, -konsum und -wirkung. Der Berliner Autor Thomas Brussig (u. a. "Sonnenallee") äußert sich eloquent und trotzig über "eine unmögliche Wahl" zu einem einzigen Lieblingslied; sein Weg führt von Pink Floyd, Rolling Stones über Bob Dylan, Bruce Springsteen & John Lennon zu Rio Reiser und Wir Sind Helden.
Das kurzweilige und wirklich interessante Buch endet mit informativen Credits über die Autoren und die Interpreten.
Anschließend kann man die Lesebrille absetzen und die Kopfhörer aufsetzen, denn zum Buch gibt es eine CD mit einer Auswahl der genannten Lieblingslieder. Nick Cave eröffnet mit seiner fantastischen Ballade "The Ship Song", Jazzer Götz Alsmann präsentiert "People Are People" in Bebop und Christiane Rösinger von Britta intoniert zu Tränen rührend den alten Schmachtfetzen "Downtown" von Petula Clark. Weitere 9 Tracks bieten 80s-Pop und Brit-Pop, Punk-Rock und Industrial-Rock, elektronischen Hardcore und ungarischen Chanson. Schade, dass kein Titel von Elvis Costello auf der CD ist, der immerhin zweimal genannt wurde. Dafür gibt es drei Beiträge als Videos, u. a. John Cale.
Insgesamt ein schönes, engagiertes Projekt mit langer Halbwertzeit.
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