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Produktinformation
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Von der Kunst, aufeinander zu hören, lautet der schöne Untertitel des Buches. Was im täglichen Umgang miteinander leider nur noch selten anzutreffen ist, im Streichquartett ist es geradezu unerlässlich. Gilt beim Orchester der Dirigent als Alleinherrscher, so herrscht hier vergleichsweise die reinste, gelebte Demokratie. Seit mehr als 35 Jahren ist dies oberstes Reinheitsgebot beim legendären Guarneri Quartett, dessen Gründer Arnold Steinhardt hier eine anrührende Liebeserklärung und einige aufschlussreiche Innenansichten abgibt.
Andere Quartette wechseln derart oft, dass manchmal kein Originalmitglied mehr darin zu finden ist -- im Guarneri hingegen sind es noch die vier Männer der ersten Stunde ("Will ich wirklich bis in alle Ewigkeit mit diesen Kerlen zusammen sein?"). Steinhardts verschmitzter Albtraum: unsere Witwen hören dereinst beim Besuch des Guarneri-Gemeinschaftsgrabes von unten Gezänk über eine unsauber gespielte Haydn-Passage. Wenn das keine Liebe ist!
Eine Liebe, gespeist durch gegenseitigen Respekt. Man probt, streitet übers Repertoire, die richtige Interpretation eines Werkes; nach härtesten Tourneemonaten schließlich sucht man die Distanz -- bis man es ohne einander nicht mehr aushält. Fast beiläufig und in großer Bescheidenheit streift Steinhardt noch einmal die Erfolgsstationen seines Quartetts. Begegnungen mit Strawinsky und Rubinstein sowie dem amerikanischen Präsidenten Carter ("ein großer Kenner in Sachen Streichquartett") machen das Buch zur einmaligen Abenteuerreise in die Welt der Kammermusik. --Ravi Unger
Kollektive Identität
tsr. Auch in den USA ist es so, dass ein hochbegabter Geiger, und erst recht einer, der am legendären Curtis Institute studiert hat, an eine Solistenlaufbahn denkt. Wieso Arnold Steinhardt stattdessen auf die Idee kam, ein Quartett zu gründen, erzählt er in seinem Buch «Mein Leben zu viert». Dass sein Zusammenschluss mit dem Geiger John Dalley, dem Bratscher Michael Tree und dem Cellisten David Soyer während des Marlboro-Festivals 1964 den Grundstein für die beispiellose Erfolgsgeschichte des Guarneri-Quartetts legte, konnte damals noch niemand wissen. Das Buch schildert die Verwandlung einer Gruppe «von einer gut laufenden Vierzylindermaschine in ein Quartett mit erkennbarem musikalischem Profil». Die Basis des inzwischen 36-jährigen gemeinsamen Musizierens bildet jedoch nicht die Preisgabe der Individualität, sondern das Fruchtbarmachen der künstlerischen Gegensätze zugunsten einer stets lebendigen Interpretation. Das «demokratische Verfahren» bei Werkwahl und Einstudieren gehört denn auch zu den Grundtugenden des Quartetts. Eloquent und ohne Prahlerei beschreibt der Autor die Stationen des steilen Aufstiegs, aber auch die Schwierigkeiten und Krisen seiner Schicksalsgemeinschaft.
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Wie lebt, übt und reist das am längsten existierende Streichquartett der Welt? Wie werden die Familien damit fertig? Was hat ein alter Stuhl mit einem wertvollen Meisterinstrument zu tun? Wie sieht die Ausbildung eines Profimusikers aus und welche Tücken hat eine Plattenaufnahme?
Alles das und noch viel mehr stellt Arnold Steinhardt so kurzweilig dar, daß man gar nicht auf der letzten Seite angelangen möchte. Neben den vier Guarneris wimmelt es in dem Buch von großen Persönlichkeiten der Musikgeschichte - man lernt sie sowohl von ihrer außergewöhnlichen Seite als Ausnahmekünstler wie auch als Menschen wie du und ich kennen und schätzen.
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