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Produktinformation
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Der 1931 in Kanton geborene Kuan breitet ein ungeheuerliches, von Flucht und Vertreibung geprägtes Leben vor uns aus. Kurz nach seiner Geburt wurde die liberale, an westlichen Wertewelten orientierte Familie aufgrund der japanischen Besetzung nach Peking vertrieben. Kuans Vater, wegen antijapanischer Umtriebe seines Lehramts an der Kantoner Universität enthoben, war untergetaucht, der Mutter oblag fortan als Lehrerin die Versorgung ihrer drei Kinder. Von einem Dach in Shanghai aus erlebt der Sechsjährige 1937 den Einmarsch der Japaner (eine Szene, die wie einiges in Kuans Lebensbericht, an Spielbergs Reich der Sonne erinnert).
Ein Leben, das -- die Zeittafeln im Buch zeigen dies -- parallel zur chinesischen Revolution verläuft. Feiert Kuan noch die Befreiung und den Sieg Mao Zedongs, so werden ihm seine freiheitliche Gesinnung und seine Vorlieben für einen westlichen Lebensstil bald zum Verhängnis. In den Revolutionswirren von seiner Frau getrennt, mehrfach verbannt und rehabilitiert, tritt er schließlich allein und mit gefälschten Papieren die abenteuerliche Flucht an, die im Gefängnis von Kairo endet.
Mithilfe des Roten Kreuzes gelingt es ihm, eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland zu erlangen, wo er, seiner Sinnenfreuden nicht völlig beraubt, wie einige hübsche erotische Einsprengsel bezeugen, endlich zur Ruhe kommt. Heute lehrt Kuan als promovierter Sinologe an der Hamburger Universität, gilt als anerkanntester Mittler zwischen chinesischem und europäischem Kulturraum und ist Verfasser zahlreicher politischer Kolumnen der chinesischen Presse Hongkongs und Singapurs. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Im Jahr 1968 gelingt ihm eine spektakuläre Flucht nach Ägypten, wo er ein Jahr im Gefängnis verbringen muß, bis entschieden ist, was aus ihm werden soll.
Deutschland, das zunächst nur als weitere Übergangsstation geplant war, wird schließlich für Kuan zur zweiten Heimat. Prof. Kuan hat in Hamburg Deutsch gelernt, Sinologie studiert und später dort gelehrt. Er hat sich immer um eine deutsch-chinesische Verständigung bemüht, und es gelingt ihm wunderbar, dem Leser die chinesische Kultur nahezubringen. Sein Buch ist eine detailreiche, einfühlsame Beschreibung Chinas zwischen 1911 und 1968, und zusätzlich eine interessante Darstellung deutscher Verhältnisse von 1970 bis 2001.
Die spannende Lebensgeschichte ist in übersichtliche Abschnitte unterteilt, denen jeweils als Einführung geschichtliche und politische Rahmendaten vorangestellt sind. So kann man beim Lesen des Buches einen historischen Überblick gewinnen und die Hintergründe von Kuans bewegter Biographie gut verstehen. Es gibt auch einen interessanten Fototeil.
Ich mochte das Buch besonders, weil Kuan stets menschlich und nachvollziehbar über die Menschen spricht, denen er verbunden ist und mit denen er es zu tun hatte. Mir gefällt auch, wie er seine Heimat und seine Familie liebt. Kuan läßt in seinem Buch lieber die Fakten für sich sprechen, als politische Statements abzugeben und er ermöglicht es dem Leser so, sich selbst ein Bild zu machen.
Das Buch ist ein wunderbares Geschenk für China-Liebhaber und ich empfehle es besonders denen, die auch "Wilde Schwäne" gerne gelesen haben.
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