Wie wäre es wohl, wenn man merkt, dass man immer wieder Dinge vergisst? Zunächst nur Sachen wie Namen, Uhrzeiten, Wörter? Aber dann Sachen wie den Nachhauseweg, den man seit 30 Jahren täglich geht oder die Namen der eigenen Kinder?
Das macht Angst. Angst, dass etwas nicht stimmen könnte, dass man krank sein könnte.
Wenn man dann noch die Diagnose Alzheimer bekommt, bricht sicher erstmal das ganze Leben vor einem zusammen. Unaufhaltsam verliert man seine Fähigkeiten, kann einfachste Dinge nicht mehr ausüben, wiederholt sich, ohne es zu merken, kann sich nicht mehr ausreichend konzentrieren, um ein Buch zu lesen. Man verliert sich selbst.
Alzheimer ist eine Krankheit, die (noch) nicht aufzuhalten ist. Eine Krankheit, gegen die man nicht ankämpfen kann, wie z.B. gegen Krebs. Trotz Medikamenten, die lediglich den Fortschritt der Krankheit verlangsamen, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich mit seinem Schicksal abzufinden.
Alice' Geschichte und die ihrer Familie erzählt uns, wie es sich anfühlt, wenn diese Krankheit plötzlich das Leben bestimmt. Wie schrecklich es ist, wenn dieser unsichtbare Feind Zukunftspläne zerstört und Menschen voneinander entfremdet. Wie ein wissbegieriger, intelligenter Mensch langsam, aber stetig in sich selbst versinkt, ohne zu wissen, dass er noch er selbst ist. Man erfährt, wie schwer es ist, sich mit den neuen Spielregeln abzufinden, aber auch, wie viele schöne Momente man noch erleben kann, wenn man das geschafft hat.
Dieses Buch hat mich auf vielfältige Weise berührt...
Einerseits war ich erschrocken, wie schnell diese Krankeheit alles verändern kann. Andererseits kann man Betroffene und deren Familien nur bewundern, wenn sie es schaffen, sich ein schönes Leben MIT der Krankheit zu gestalten und nicht aufzugeben. Man trauert mit Alice um den Verlust ihrer Selbstständigkeit, freut sich aber über den Zusammenhalt der Familie Howland.
Ein tolles, bewegendes Debüt, das ein Thema aufgreift, das für viele Menschen einfach nur Alltag ist.