Kurzbeschreibung
Christoph Meckel schrieb in der ZEIT: "Mein Leben im Busch der Geister ist Tutuolas zweites Buch, geschrieben in einem Englisch, das dem englischen Pidgin ähnlich, aber reicher und sehr persönlich ist, eine Sprache ohne Vorbild, Vergleiche und Nachfolge, archaische Erzählweise, lapidare Mitteilung unglaublichen Geschehens. Es ist die Geschichte einer langen Irrfahrt durch den Busch, die Reise eines schwarzen Candide durch den afrikanischen Urwald... Das Buch wird ergänzt durch ein schönes und einfaches Nachwort und ein Interview mit Amos Tutuola."
Auszug aus Mein Leben im Busch der Geister von Amos Tutuola. Copyright © 1991. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Aus dem Gespräch mit Ulli Beier:
Beier: Du bist nach Hause gegangen, um die Geschichten zu sammeln?
Tutuola: Ach weißt Du, damals waren die Leute noch nicht so gehetzt. Damals lebten noch viele Leute in den Dörfern und auf den Farmen. Jetzt will ja jeder bloß in der Stadt leben. Damals setzte man sich nach der Arbeit des Tages zusammen, um sich zu entspannen, sich zu vergnügen. Man setzte sich draußen vor das Haus, stellte seine Petroleumlampe in die Mitte, und dann begannen die alten Leute, Geschichten zu erzählen - alte Volkserzählunegn. Und da setzte ich mich auch noch dazu und schrieb die Geschichten auf.
Beier: Was motiviert Dich zum Schreiben? Schreibst Du Bücher, weil Du anderen Menschen etwas über die Yoruba erzählen willst?
Tutuola: Oh ja! Unser Besitz! Unser Schatz von Geschichten! Der soll nicht verlorengehen. Denn es wird immer schwerer, diese Geschichten in den Dörfern zu sammeln. Die alten Leute sterben, einer nach dem anderen. Nur wenige wissen noch etwas, und ich will nicht, daß unsere Tradition stirbt.
Beier: Noch eine letzte Frage: Für manche Leute ist das Schreiben harte Arbeit, sie rackern sich dabei ab. Wie ist das mit Dir?
Tutuola: Ach nein! Mir macht das Schreiben Spaß! Wenn ich schreibe, bin ich glücklich. Nur essen kann ich nicht viel... denn wenn ich mal eine Idee im Kopf habe, dann muß ich daran arbeiten. Dann muß ich es fertig schreiben.