Dieses auf Tatsachen beruhende Buch schildert den Weg einer Frau, die sehr jung aus Mecklenburg nach Berlin kommt, dort heiratet und mit ihrem Mann die DDR verlassen möchte. Die Flucht ein Jahr vor der Wende misslingt. Erst nach monatelanger Haft können beide ausreisen und lassen sich in Hamburg nieder. Dort beginnt für die Frau ein Leben, das statt der ersehnten Freiheit geprägt ist von zunehmender verbaler und körperlicher Gewalt ihres Mannes, der ihr damit das Leben zur Hölle macht. Wie es ihr schließlich gelingt, aus diesem Gefängnis zu entkommen, schildert die Autorin so faszinierend und lebendig, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Mir selber ist das Thema Gewalt in Beziehungen fremd, so dass ich das Buch erst nicht lesen wollte. Doch durch die Lektüre habe ich verstanden, wie leicht man in eine von Gewalt geprägte Beziehung geraten kann, wenn man in blinder Verliebtheit die ersten Anzeichen übersieht. Welche Folgen dies für Körper und Psyche hat und wie schwierig es ist, sich wieder daraus zu befreien, beschreibt die Autorin in sehr ansprechender, gut lesbarer Weise. Es bietet den Stoff für einen spannenden Film, der auch demnächst auf Basis des Buches gedreht wird.
Fazit:
Für Betroffene ist das Buch ein ermutigendes Beispiel, dass und wie man der Gewaltspirale entkommen kann. Allen anderen bietet es eine spannende und zugleich lehrreiche Lektüre.