Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein Wort von ihm konnte Kurse bewegen, Märkte verändern und Politik lenken. Sagt man ihm nach. Andererseits ist er auch ein Meister der Andeutungen gewesen. Seine Worte wurden gedreht und gewendet, um ihnen Erkenntnisse zu entlocken, die es erlauben, künftige Entwicklungen vorauszusagen. Die Rede ist von Alan Greenspan, der achtzehn Jahre lang Vorsitzender der amerikanischen Notenbank Federal Reserve System war und als bekanntester Banker der Welt gilt.
Nun hat Greenspan seine Memoiren geschrieben, die sich nicht in rätselhaften Worten oder bloßen Andeutungen erschöpfen. Er berichtet aus seinem Leben, das beruflich als Jazzmusiker begann, ihn dann jedoch in die Wirtschaft und Politik führte: Bevor Greenspan Notenbankchef wurde, war er als wirtschaftspolitischer Berater der US-Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford tätig. Hautnah berichtet von seinen Erfahrungen als mächtigster Mann der Weltwirtschaft, möchte aber gleichwohl seine Erkenntnisse in aller Bescheidenheit weitergeben: "Ich gebe nicht vor, alle Antworten zu kennen. Aber durch meinen Posten bei der Federal Reserve hatte ich privilegierten Zugang zum Besten, was zu vielen großen Themen gesagt oder gedacht wurde. Und ich scheue mich nicht, einige recht durchschlagende Hypothesen zu formulieren." Doch beschränkt sich das Buch nicht auf Vermutungen. Greenspan enthüllt die Gesetze ökonomischen Wachstums, eröffnet Einblicke in die Geschichte der Wirtschaftspolitik und redet auch Klartext: "Wir leben in der Tat in einem turbulenten Zeitalter, und es wäre unklug und unmoralisch, die menschlichen Kosten dieser Umwälzungen herunterspielen zu wollen." Das Buch bietet nicht nur vor dem Hintergrund der Globalisierung eine fesselnde Analyse der globalen Wirtschaft und Politik. -- Sascha Hellmann
Pressestimmen
18.09.2007 / Handelsblatt: Greenspan auf allen Kanälen "Der Rummel um das Buch des Altmeisters unter den Notenbankern lässt sich nur mit der Aufmerksamkeit vergleichen, die sonst den Memoiren amerikanischer Präsidenten vorbehalten ist."
20.09.2007 / Stern: Gute Ideen in der Badewanne "Vor seinen Worten zittern Präsidenten und Spekulanten. Alan Greenspan galt als der mächtigste US-Notenbankchef aller Zeiten. Nun rechnet der 81-jährige in seinen Memoiren mit Politikern und Finanzjongleuren ab."
21.09.2007 / Süddeutsche Zeitung: Harry Potter der Finanzmärkte "Die Erinnerungen des ehemaligen Notenbankchefs Alan Greenspan bewegen Amerika - Kritik an Bush, Lob für Clinton, Privates über seine Frauen."
24.09.2007 / Der Spiegel: Orakel im Rederausch "Alan Greenspan überrascht sein Publikum mit Memoiren im Plauderton."
28.09.2007 / Bilanz: Das Orakel aus D.C. "Greenspans Opus magnum gewährt einen faszinierenden Einblick in eine Karriere zwischen Jazz, Finanzen und Weltpolitik."
07.10.2007 / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Der Magier der Geldpolitik "Greenspans Lebensgeschichte liest sich äußerst spannend."
08.10.2007 / Wirtschaftswoche: Vita des Orakels "Wer nur seine Statements aus seiner Zeit als US-Notenbankchef kennt, wird beim Lesen in Greenspans Autobiografie seine Freude haben. Das 'Orakel von Washington' formuliert klare, verständliche und pointierte Sätze."
01.12.2007 / Cicero: Die einflussreichsten politischen Bücher 2007 "Die lakonischen Anekdoten des ehemaligen amerikanischen Notenbankchefs erweisen sich als äußerst unterhaltsame Einführung in die globale Volkswirtschaft."
Stern, 20. September 2007
„Vor seinen Worten zittern Präsidenten und Spekulanten. Alan Greenspan galt als der mächtigste US-Notenbankchef aller Zeiten. Nun rechnet der 81-jährige in seinen Memoiren mit Politikern und Finanzjongleuren ab.“
Tages-Anzeiger, 19. September 2007
„18 Jahre lang war Klartext für Alan Greenspan tabu. Nun redet der einst mächtigste Mann der Weltwirtschaft offen.“
Bilanz, 28. September 2007
„Greenspans Opus magnum gewährt einen faszinierenden Einblick in eine Karriere zwischen Jazz, Finanzen und Weltpolitik.“
Der Spiegel, 24. September 2007
„Alan Greenspan überrascht sein Publikum mit Memoiren im Plauderton.“
FAS, 23. September 2007
„In klarer Sprache erzählt das Buch von Greenspans Feuertaufe beim Börsenkrach 1987, von der Internetblase der neunziger Jahre, sowie von den Terroranschlägen vom 11. September 2001.“
Cicero, Dezember 2007
"Die lakonischen Anekdoten des ehemaligen amerikanischen Notenbankchefs erweisen sich als äußerst unterhaltsame Einführung in die globale Volkswirtschaft."
Kurzbeschreibung
Schon ein Stirnrunzeln von Alan Greenspan konnte die Börsenkurse erschüttern, seine Entscheidungen bestimmten die internationalen Finanzmärkte und oft auch die Politik der USA. Sein Buch bietet neben spannenden Einblicken in die Geschichte der Wirtschaftspolitik und einer Fülle von scharfsichtigen Beobachtungen über die Mächtigen der Welt vor allem tiefgründige Analysen zur Gegenwart und Zukunft der Weltwirtschaft. Als Notenbankchef war Greenspan berühmt für seine Kunst der Kommunikation mittels Andeutungen. Frei von den Verpflichtungen des Amtes muss er sich endlich nicht mehr auf Andeutungen beschränken: Greenspan liefert Klartext – eine fesselnde und intelligente Analyse der globalen Wirtschaft und Politik.
Über den Autor
Alan Greenspan, geboren 1926, promovierte in Volkswirtschaft und war professioneller Jazzmusiker. Nachdem er in verschiedenen Bands gearbeitet hatte, wechselte er den Beruf und wurde Wirtschaftsberater. Später war er wirtschaftspolitischer Berater der US-Präsidenten Nixon und Ford. Von 1987 bis 2006 war Greenspan Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve Board.
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Die führenden Kongressabgeordneten kamen am 3. Oktober erneut in Hasterts Büro zusammen, um die wirtschaftliche Lage zu erörtern. Eine weitere Woche war vergangen und die Zahl der Arbeitslosmeldungen war erneut gestiegen: Weitere 517?000 Menschen hatten einen Erstantrag auf Arbeitslosenunterstützung gestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich bereits entschieden. Zwar ging ich nach wie vor davon aus, dass weitere Terrorangriffe folgen würden, doch es war unmöglich abzuschätzen, welche Zerstörung diese anrichten würden oder wie man die Wirtschaft im Voraus dagegen schützen konnte. Ich erklärte den Anwesenden, wir sollten Schritte einleiten, um den Schaden zu beheben, den wir jetzt überblicken konnten, und vertrat die Auffassung, es sei der richtige Zeitpunkt für eine kontrollierte Finanzspritze. Ein Maßnahmenpaket in der Größenordnung von 100 Milliarden US-Dollar erschien mir angemessen: Das war ausreichend und gleichzeitig nicht so viel, dass es die Wirtschaft übermäßig stimuliert und zu einem Anstieg der Zinsen geführt hätte. Die Abgeordneten schienen meine Auffassung zu teilen. Auf dem Weg nach Hause dachte ich, dass ich nicht sehr viel mehr getan hatte, als einen bestehenden Konsens zum Ausdruck zu bringen und zu bestätigen. Die Zahl von 100 Milliarden ging auf Lindsey zurück. Umso mehr überraschte es mich, welche Wendung die Medien unserer Unterredung gaben. In Time war am 15. Oktober zu lesen: "Mit seinem Kurswechsel gibt Greenspan den Abgeordneten das grüne Licht, auf das sie gewartet haben .?.?. Das Weiße Haus und führende Politiker beider Parteien stimmen mit Greenspans Einschätzung überein, dass zusätzliche Staatsausgaben und Steuersenkungen in Höhe von rund einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts nötig seien. Eine Finanzhilfe in dieser Größenordnung werde nicht zu einem Anwachsen des Haushaltsdefizits und eines Anstiegs der Zinsen für langfristige Anleihen führen." Im Wirtschaftsmagazin Fortune klang es sogar so, als hielte ich alle Fäden in der Hand. Ich war natürlich geschmeichelt, als ich las, dass Parlament und Regierung auf mein Wort hörten, doch diese Presseberichte waren mir ein wenig unheimlich. Ich habe mich in der Rolle des angeblichen Entscheiders nie sonderlich wohl gefühlt. Von Beginn an habe ich mich immer als Experte hinter den Kulissen verstanden, eher ein Ausführender als ein Anführer. Erst in der Börsenkrise des Jahres 1987 hatte ich begonnen, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich wichtige politische Entscheidungen zu treffen hatte. Bis heute fühle ich mich im Rampenlicht eher unwohl. Ein extrovertierter Mensch bin ich jedenfalls nicht. Die Ironie war natürlich, dass trotz meiner angeblichen Überzeugungskraft in den Wochen nach dem 11. September nichts so kam wie erwartet. Ein weiterer Terrorangriff war vermutlich die schlechteste Vorhersage, die ich je von mir gegeben habe. Und die "kontrollierte Finanzspritze", zu der ich angeblich grünes Licht gegeben hatte, wurde ebenso wenig Wirklichkeit. Sie geriet in die Mühlen der Politik und stockte dort erst einmal. Das Maßnahmenpaket, das schließlich im März des Jahres 2002 verabschiedet wurde, kam nicht nur Monate zu spät, es hatte auch nichts mit dem Wohl der Öffentlichkeit zu tun, sondern war eine peinliche Ansammlung von Geschenken für Lobbyisten und Wähler. Doch die Wirtschaft erholte sich wieder. Nachdem die Industrieproduktion einen Monat nach dem Anschlag geringfügig zurückgegangen war, durchschritt sie schon im November ihre Talsohle. Im Dezember ging es bereits wieder aufwärts, die Arbeitslosmeldungen gingen zurück und stabilisierten sich auf dem Niveau von vor dem 11. September. Die Notenbank spielte eine gewisse Rolle in dieser Entwicklung, doch nur, indem sie den Kurs fortsetzte, den sie bereits vor den Anschlägen begonnen hatte, und die Zinsen weiter senkte, um auf diese Weise die Kreditaufnahme zu erleichtern und den Konsum anzukurbeln. Ich hatte nichts dagegen, dass sich meine Vorhersagen als falsch he-raus-stellten, denn die beachtliche Reaktion der Wirtschaft in der Folge des 11. September belegte eine wichtige Erkenntnis: Wir waren widerstandsfähig. Meine optimistische Prognose vor dem Bankenausschuss des Senats erwies sich als richtig. Nach einigen schlimmen Wochen erholten sich die US-amerikanischen Haushalte und Unternehmen wieder. Was war die Ursache für diese beispiellose wirtschaftliche Flexibilität?, fragte ich mich. Wirtschaftswissenschaftler wie ich stellen diese und ähnliche Fragen schon seit den Tagen von Adam Smith. Wir meinen, dass das Verständnis unserer globalisierten Wirtschaft heute eine große Herausforderung für die Wirtschaftsforschung darstellt. Doch Adam Smith musste die Wirtschaftswissenschaften fast im Alleingang erfinden, um die Entwicklung komplexer Marktmechanismen im 18. Jahrhundert zu beschreiben. Ich möchte mir zwar nicht anmaßen, mich mit Adam Smith zu vergleichen, doch mich treibt dasselbe Bedürfnis um, die wirtschaftlichen Kräfte zu verstehen, die unser Zeitalter prägen. Dieses Buch ist unter anderem eine Detektivgeschichte. Wenn ich noch eine Bestätigung gebraucht hätte, dann wusste ich nach dem 11. September mit Gewissheit, dass wir in einer neuen Welt leben: der Welt einer weltumspannenden kapitalistischen Wirtschaft, die flexibler, widerstandsfähiger, offener, selbstorganisierter und wandlungsfähiger ist als noch vor einem Vierteljahrhundert. Es ist eine Welt, die vielfältigste neue Möglichkeiten genauso bereithält wie immense neue Herausforderungen. Mein Leben für die Wirtschaft ist ein Versuch, diese neue Welt zu verstehen und zu erklären, wie wir an diesen Punkt gekommen sind, was wir im Augenblick durchleben und was die Zukunft für uns bereithält, im Guten wie im Schlechten. Wann immer es mir möglich ist, werde ich meine Darstellungen in meine persönlichen Erfahrungen einbetten. Das tue ich unter anderem deshalb, weil ich dem Leser meine historische Verortung klarmachen und ihm zeigen will, woher ich komme.