Wer die Bundesliga liebt, der kennt auch Manfred (Manni) Breuckmann - erhebt das Ruhrpott-Original doch seit mehr als dreißig Jahren für die samstagliche Schaltkonferenz im guten alten Dampfradio sein sonores Organ und präsentiert auch gelegentlich in der unverzichtbaren Fußball-Expertenrunde "Doppelpass" im DSF sein vom intensiven Leben geprägtes Antlitz.
Breuckmann, Baujahr 1951, schildert in diesem höchst unterhaltsam geschriebenen Werk Begebenheiten aus den ersten zweiundzwanzig Jahren seines Daseins als streng erzogener Sohn aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, der, allen Irrungen und Wirrungen zum Trotz, dabei Schüchternheit und Hemmungen nie verleugnend, letztlich doch noch "richtich wat wurde in sein Leben", wie man in seiner Geburtsstadt Datteln wohl sagen würde.
Elternhaus, Schulzeit, Studium der Juristerei, schließlich Berufseintritt als Reporter beim WDR, das sind die Fixsterne, um die sich hier alles dreht; geschickt verwoben mit Dutzenden von witzigen, peinlichen und tragischen Begebenheiten aus der Jugend eines ganz normalen Jungen wie du und ich.
Manni erinnert sich genau, und er weiß sich auszudrücken. Da darf es denn auch schon mal recht drastisch zugehen; er findet gleichwohl immer wieder zu einer differenzierten, fast schon Ruhrpott-poetischen Schreibweise zurück. Ein Glanzlicht unter so vielen selbstbeweihräuchernden und schönenden Autobiographien!
Bei aller Genauigkeit entwickelt der Autor jedoch ausgerechnet dann erstaunliche Gedächtnisschwächen, wenn es um die von ihm (und mir) so geliebte Rockmusik geht. So schildert er zum Beispiel den missglückten Versuch, zusammen mit einigen Schulkumpels im Frühjahr 1967 eine Band zu gründen. Vorbilder dieser Gruppe namens 'The Lazy Beat Mackers' (!) waren angeblich - neben den Rolling Stones - Steppenwolf und Led Zeppelin. Schade nur, dass es diese beiden Bands (und damit natürlich auch Zeppelins im Buch erwähnten Superhit "Whole Lotta Love") damals noch gar nicht gab!
Auch die Rauch geschwängerte Erinnerung an den Auftritt der holländischen Hardrocker Golden Earring im Juli 1970 beim legendären Open Air Festival im Aachener Reiterstadion hakt an einem ganz entscheidenden Punkt: Deren dort angeblich gespielter Klassiker "Radar Love" wurde nämlich erst 1973 veröffentlicht, und somit wage ich entschieden zu bezweifeln, dass er bereits drei Jahre zuvor in Aachen zum Besten gegeben wurde.
Doch von solchen, für die meisten Leser wohl eher unwichtigen Details abgesehen, folgt man dem wackeren Manni nur allzu gern auf seinem frühen Lebensweg und hofft nach Ende dieses Lesegenusses entschieden auf eine baldige Fortsetzung.
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