Gesellschaftliche Probleme um Intersexualität wurden in Filmen schon recht oft, und auch meistens gut verarbeitet. Allerdings ist dieser Film durch das kindliche Alter des Hauptdarstellers eine große Ausnahme. Auch dieser ist sich absolut sicher, dass er im falschen Körper geboren wurde. Ludovic ist sieben Jahre alt und lebt in rosé-farbenen Fantasie-Welten. In seinen Gedanken sieht er sich selbst in einer femininen Rolle und setzt dies im täglichen Leben durch Verkleiden, Schminken, etc. und auch dem Umgang mit jungen-unspezifischem Spielzeug um. Resultierend daraus erlebt er schmerzlich Ausgrenzung im Schul- und Freundeskreis. Bei seinen Eltern und Geschwistern macht sich zunehmend Ratlosigkeit, Verzweiflung und Hysterie breit. Die bekannten spektakulären Ereignisse und Klischees kommen aber hier nicht zum Zug. Es gibt keine dramatische Geschlechts-Metamorphose beim Haupt-Darsteller und auch kein homosexuelles Coming-Out. Es wird aber dafür umso gefühlvoller der Leidensweg eines kleinen Jungen beschrieben, der manchmal (verständlicherweise) kurz vor dem psychologischen Zusammenbruch steht. Dabei klagt der Film auch deutlich die intolerante Gesellschaft an, welche meistens nur den Tunnelblick kennt. Die deutsche Altersfreigabe (Freigegeben ab 6 Jahren) ist absolut angemessen, da nicht lediglich die Intersexualität thematisiert wird. Man braucht im Bezug auf diesen Film kein Cineast oder Psychologe zu sein, um zu erkennen, dass die dargestellte Gemeinschaft (Und schließlich später auch die Familie) sehr viel Unverständnis verkörpert. Schlussendlich kann man sagen, dass die Story jede/n Zuschauer/in (alt oder jung) berühren kann, und zum Nachdenken anregt.