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Was für eine amüsante Geschichte, die weniger durch sprachliche Schönheit, denn durch eine ganz raffinierte Romankonstruktion mit dem Leser anbandelt. Ein „allwissender Erzähler“ habe sie nie sein wollen, sagt Katarina Mazetti, und überlässt es ihren Figuren, aus jeweils dem ganz eigenen Blickwinkel die abenteuerliche Geschichte ins Land der Pinguine zu erzählen. So sind es jeweils Kapitel von Wilma und Tomas und auch der wesentlich älteren Alba, die sich wünscht, dass ihre Seele einmal in einen Albatros wandern wird: Geschehnisse und Gedanken aus eigener Sicht, persönlich, wie ein Tagebuch, intim kommentierend. Zudem gestattet die Autorin in eigens kursiv gedruckten Kapiteln auch Blicke in Kabinen mit weiteren Mitreisenden. Man könne, so sagt sie, das ganze Buch „Wort für Wort oder quer lesen“, oder sich auch nur den drei Hauptfiguren widmen, Wilma, Tomas und Alba. Eine Anregung, der man gelegentlich nachkommt, denn mag das kapitelweise Erzählen aus jeweils anderer Perspektive auch Verlockendes haben, es birgt die große Gefahr von Brüchen, die dem Gesamtfluss der Geschichte eher unzuträglich sind.
Wirklich hübsch gelungen dagegen die drei Hauptfiguren. Wilma, Physik und Mathelehrerin an einer Christlichen Heimvolkshochschule, mit ihren „struppigen roten Haaren“, dem „Temperament wie ein junger Hund“, die geradezu nervtötend optimistisch ist und so „befreiend unweiblich“. Dennoch merkt Tomas irgendwann: „In Wilma steckt mehr, als man mit bloßem Auge erkennen kann.“ Er, der von seiner Frau verlassen wurde, die gleich die beiden Kinder auch mitnahm, fühlt sich als Ex-Vater und Ex-Journalist am Boden, ist wenig von sich überzeugt und überlegt lange, mit „was für Schwachköpfen“ er eigentlich hier unterwegs ist. Und schließlich Alba, 72, gefühlt 36 Jahre, die mit dem Schiffsarzt Sven vor Jahren schon eine „äußerst erfreuliche“ Affäre hatte. „Wir verbrachten einige unvergessliche Nächte zwischen Verbandszeug und Sauerstoffschläuchen.“ Mit ihr teilt sich Wilma eine Kabine und profitiert von dem großen Fundes an Lebenserfahrung der alten Dame.
Natürlich sind da auch noch die Antarktis und die Pinguine und je weiter man am Ende der Welt, weit weg vom eigenen Alltag, schauen kann, desto klarer wird auch der Blick ganz tief in sich hinein und man versteht während einer leichten, unterhaltsamen Lektüre schnell die Botschaft der Autorin: „Vergiss nicht, dass Liebe unendlich viele Gesichter hat“.
- Barbara Wegmann
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