Wem ist dieses Buch zu empfehlen? Männern, die sich neben Büchern auch gerne mit anderen Dingen beschäftigen wollen und müssen. Nick Hornby ist Fußballfan, Autor, Vater, hört leidenschaftlich gerne Pop- und Rock-Musik und er liest gerne. „Mein Leben als Leser“ enthält Texte aus Hornbys Kolumne in der Literaturzeitschrift „The Believer“. Jeweils zu Beginn des Kapitels bzw. der Kolumne stellt Hornby Bücher vor, die er im Vormonat gekauft und gelesen hat. Die Liste der gekauften Bücher ist dabei meist länger als die der gelesenen. Der ehemalige Lehrer ermutigt dazu die Lektüre von Büchern, mit denen der Leser nichts anfangen kann, abzubrechen und sich lieber dem Lesestoff zuzuwenden, auf den man Lust hat. Hornbys Kolumnen setzten sich mit der ganzen Faszination Buch auseinander. Der clevere Brite beschreibt wie die Lektüre eines interessanten Buches zum Wunsch nach weiteren Büchern führt. Onlinebuchhandlung, Antiquariate, Flohmärkte, Rezensionsexemplare, geschenkte Bücher von Freunden und befreundeten Autoren (Hornby ist der Schwager von „Pompeji“-Autor Robert Harris) und klassische Buchhandlungen – viele Wege führen zum Buch, Hornby nutzt und schätzt sie alle. Bücher riechen unterschiedlich, Bücher fühlen sich verschieden an, ein Taschenbuch sieht anders aus als eine gebundene Erstausgabe. „Mein Leben als Leser“ spricht Bibliophile ebenso an wie Taschenbuchkäufer. Da Hornby selbst schreibt ist er immer interessiert und dankbar, wenn er in einem seiner gedruckten Schätze etwas über das Schreiben findet. Salinger, Cechov und ganz besonders Dickens sind Autoren, die er bewundert. Seine Bandbreite ist groß, sie beinhaltet Klassiker, Neuerscheinungen von unbekannten Autoren, Bestseller, Sachbücher und Comics. Gelesen wird, was immer ihn interessiert. Das ist ein erfrischend unverkrampfter Umgang mit Literatur! Schönstes Zitat aus dem Buch: „Mannomann, ich hasse Amazon-Rezensenten. Selbst die netten, die nette Dinge schreiben. Auch das sind Voll....“
„Mein Leben als Leser“ liest sich sehr angenehm und schnell. Der Humor von Hornby dürfte, für meinen Geschmack, ruhig etwas zurückgefahren werden. Und dann ist da noch der größte Kritikpunkt an diesem Buch. Man hat es sehr schnell ausgelesen, aber auch sehr schnell wieder vergessen. Hornby nennt zwar die Bücher, die er für empfehlenswert hält, aber er begründet nicht ausführlich genug, warum er sie für lesenswert hält. Seine Beobachtungen bleiben zu oberflächlich, keine seiner Empfehlungen hat bei mir Begeisterung entfacht und das brennende Verlangen geweckt, eines der vorgeschlagenen Bücher unbedingt lesen zu wollen, dafür ist Hornbys Schreibe zu lahm. Er ist ein Lehrer, kein Verkäufer.