Kurzbeschreibung
Diese Ausgabe bietet erstmals den anhand des Manuskripts durchgesehenen und ergänzten Text von Seumes berühmter Autobiographie.
Die Herausgeber der Erstausgabe (1813) von Mein Leben hatten aus Angst vor unliebsamen politischen Äußerungen Seumes (schon Mein Sommer 1805 war in großen Teilen Deutschlands und in Rußland verboten worden) zahlreiche Streichungen vorgenommen. Alle bisherigen Editionen folgen dieser gekürzten Ausgabe.
Jörg Drews rekonstruiert hier erstmals die ursprüngliche Fassung des Textes nach dem im Besitz der Fondation Bodmer befindlichen Manuskript, in dem Seume als der erscheint, der er war: ein unbestechlicher Aufklärer, der die Ideale der französischen Revolution gegen den deutschen Feudalismus vertritt. Ergänzt wird die Ausgabe durch einen Kommentar, der neue Erkenntnisse der Seume-Forschung berücksichtigt, einen Brief an Wieland, der als Vorläufer von Seumes Autobiographie gilt, sowie bisher unbekannte Seume-Porträts.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Johann Gottfried Seume, am 29. Januar 1763 in Poserna (Sachsen) geboren und am 13. Juni 1810 in Teplitz (Böhmen) gestorben, begann 1780 ein Theologiestudium in Leipzig. 1781, wähernd einer Reise nach Paris, wurde er von hessischen Werbern aufgegriffen und als Soldat an England verkauft, um gegen die aufständischen Amerikaner zu kämpfen. Nach der Rückkehr nach Bremen 1783 gelang ihm die Flucht, doch folgte die Gefangennahme durch preußische Werber. Ab 1787 war er Privatsprachlehrer in Leipzig, trieb daneben juristische und philologische Studien, 1791 Promotion zum Magister Artium. 1793 wurde Seume Sekretär des russischen Generals Igelström in Warschau, später russischer Leutnant. Not und Krankheit verdüsterten seine letzten Lebensjahre.