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Mein Leben als Engländer.
 
 
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Mein Leben als Engländer. [Taschenbuch]

Ronald Reng
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Aussicht, seinen Vater als "Leichenbestatter in einer sterbenden Stadt" zu beerben, treibt den jungen Zoltán aus der ungarischen Provinz nach London. Dort möchte er sich zum Engländer weiterbilden, doch er begegnet vor allem Provinzlern aus aller Herren Ländern.

Ob er als Praxishilfe für einen indischstämmigen Arzt arbeitet, in einer australischen Zehner-WG haust oder im Szenetreff Southern Star mit Deutschen trinkt und mit Ukrainerinnen flirtet -- Zoltán bewegt sich "in einer geheimen, parallelen Welt, die kein Engländer kannte". London ist hier weder multikulturelle Metropole noch Touristenmagnet, sondern die "Heimat der Heimatlosen". Wo jeder für sich bleibt und schauen muss, dass er irgendwie klarkommt. Wo nur so viel sicher ist: Man wird nie dazugehören.

Der Autor hat in seinen Londoner Jahren reichlich Anschauungsmaterial gesammelt; über die Art und Weise, wie er es umsetzt, kann man geteilter Meinung sein. Mit kleinen, feinen Szenen aus den unterschiedlichen Milieus spielt Reng seine journalistischen Stärken aus: Dr. Mukherjee macht einen unerwünschten pakistanischen (!) Patienten kirre; ein Investmentbanker gibt sich im Fußball-Trikot die Kante; Engländer jammern über ihren schlechten Ruf: "Egal wo, als Allererstes fragen sie mich: Warum trinkt ihr so viel? Scheiße, Mann. Willst du noch ein Bier?"

Diese Episoden fügen sich jedoch nur andeutungsweise zu einem Ganzen. Was Absicht sein mag, denn Sprunghaftigkeit und Orientierungslosigkeit zeichnen auch die Hauptfigur aus. "Statt nach Ungarn ging ich auf die andere Straßenseite.“ Zoltán wirkt ebenso freundlich wie ungreifbar -- ein Mann ohne Leidenschaften, fast schon ein echter Engländer.

Kaum hat er die ein bisschen kennen gelernt, ihre Ignoranz zur Toleranz umgedeutet, muss er für drei Monate nach München, um dort rabiate Radler und kaltschultrige Kellner zu beobachten. Mit solchen Kunstgriffen und einigen ungelenken Formulierungen ("Sie zog mich am T-Shirt und zur Seite.") verspielt Reng Kredit, um ihn sogleich wieder einzufordern: "Wir ahnten die Antworten, deshalb drückten wir uns vor den Fragen."

Den oft bemühten Vergleich mit Nick Hornby sollte man Reng ersparen. Wer seine Reportagen schätzt, wird sich auch hier nicht schlecht amüsieren und bei den Aussetzern ein Auge zudrücken. Nach der Lektüre ist man um manchen schönen Satz reicher und will vor allem eines: ganz schnell wieder einmal nach London. --Patrick Fischer

Pressestimmen

"Ein grandioses Buch ... Nick Hornby hat einen Nachfolger gefunden." (Financial Times Deutschland)
"Der Traumhüter", daran besteht kein Zweifel, spielt in derselben Liga wie 'Fever Pitch' von Nick Hornby." (Welt am Sonntag)
"Etwas Besonderes in der deutschen Fußball-Literatur." (FAZ)

Kurzbeschreibung

Zoltan Rozsa, den seine Freunde Zoli nennen, hat mit 25 in Budapest sein Studium beendet und muss erkennen, dass die Frage seines Vaters berechtigt war: 'Und wie wirst du als Meeresbiologe einen Job kriegen in unserem Land ohne Meer?' Zoli entschließt sich, nach England zu gehen, das Land, das er liebt, ohne es zu kennen. Bloß findet er in London nur eine Arbeit - als Au-pair.
Seine indische Gastfamilie hatte zwar ein Mädchen erwartet, dennoch entwickelt sich bald eine Freundschaft zwischen Zoli und seinem Gastvater. Denn die beiden teilen eine Leidenschaft, die ein Leiden ist: Sie lieben England und bleiben bei den Engländern doch immer außen vor. Während Doktor Mukherjee dies kompensiert, indem er sich britischer als die Engländer gibt, verkehrt Zoli in einer Londoner Welt, in der man keine Engländer trifft: deutsche Investmentbanker, brasilianische Sprachschülerinnen, australische Tagediebe; und Tina, die Münchner Modeeinkäuferin. Erst als Zoli mit ihr für drei Monate nach München geht, lernt er sie kennen, die Engländer. Denn die Kellner im Biergarten am Chinesischen Turm sind fast allesamt - genau!
Atmosphärisch dicht, mit wunderbarem Witz und zarter Melancholie erzählt, führt uns der Debütroman von Ronald Reng in die Subkulturen Londons, ähnlich wie die Bücher von Zadie Smith und Hanif Kureishi. Und beleuchtet dabei einen bislang unbeschriebenen Mikrokosmos: die Welt der jungen Europäer, denen es selbstverständlich erscheint, mal für ein Jahr ins Ausland zu gehen - und die in London ihre Heimat in der Fremde gefunden haben.

Über den Autor

Ronald Reng, geb. 1970 in Frankfurt, lebt als Sportreporter und Schriftsteller in Barcelona.
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