Amazon.de-Hörbuchrezension
Die Schule besuchte Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920, in Berlin. Und seinen hervorragenden Lehrern hat er zu verdanken, dass sie ihm seine Liebe zur klassischen Literatur nicht austrieben, sondern sie förderten; auch wenn der Lehrkörper des Gymnasiums nicht aus Gegnern der Nationalsozialisten bestand -- ganz im Gegenteil. Damit nimmt die lebenslange Besessenheit von den Büchern und dem Theater, nicht zu vergessen der Musik, ihren Lauf. Mit ihnen allen hat Reich-Ranicki eine bis heute andauernde, heftige Liebesaffäre. Im Jahre 1938 wird er, da er polnischer Jude ist, nach Warschau deportiert. Die Zeit im Getto nimmt den Hauptteil seiner Lesung in Anspruch. Hier trifft er unter tragischen Umständen seine zukünftige Frau Teofila und ist gezwungen, sich von seinen Eltern, die nach Treblinka deportiert werden, für immer zu verabschieden. Überlebt hat er das Getto, weil ihn der Pole Bolek bei sich daheim unter Lebensgefahr versteckte.
Es ist ein Genuss, diesem interessanten Autor zu lauschen, wenn er in seinem typischen Tonfall ausgewählte Passagen seines Buches vorträgt -- selbstverständlich mit dem bekannten Witz und Charme. --Manuela Haselberger
Kurzbeschreibung
Autorenportrait
Reich-Ranicki erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem: die Ehrendoktorwürde der Universitäten Uppsala, Augsburg, Bamberg und Düsseldorf, den Ricarda-Huch-Preis (1981), den Thomas-Mann-Preis (1987), den Bayerischen Fernsehpreis (1991), sowie den Ludwig-Börne-Preis (1995).