Amazon.de-Hörbuchrezension
Als "Literaturpapst" hat er sich einen Namen gemacht, und als temperamentvoller Leiter des
Literarischen Quartetts beeinflusst er mit seiner nicht immer von den Autoren geschätzten Meinung die Diskussion der aktuellen Neuerscheinungen. Auf zwei Hörcassetten (130 Minuten) erzählt Reich-Ranicki die wichtigsten Stationen seines Daseins. Er, der in einem Bonmot von sich behauptet "ein halber Pole, ein halber Deutscher und ein ganzer Jude" zu sein.
Die Schule besuchte Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920, in Berlin. Und seinen hervorragenden Lehrern hat er zu verdanken, dass sie ihm seine Liebe zur klassischen Literatur nicht austrieben, sondern sie förderten; auch wenn der Lehrkörper des Gymnasiums nicht aus Gegnern der Nationalsozialisten bestand -- ganz im Gegenteil. Damit nimmt die lebenslange Besessenheit von den Büchern und dem Theater, nicht zu vergessen der Musik, ihren Lauf. Mit ihnen allen hat Reich-Ranicki eine bis heute andauernde, heftige Liebesaffäre. Im Jahre 1938 wird er, da er polnischer Jude ist, nach Warschau deportiert. Die Zeit im Getto nimmt den Hauptteil seiner Lesung in Anspruch. Hier trifft er unter tragischen Umständen seine zukünftige Frau Teofila und ist gezwungen, sich von seinen Eltern, die nach Treblinka deportiert werden, für immer zu verabschieden. Überlebt hat er das Getto, weil ihn der Pole Bolek bei sich daheim unter Lebensgefahr versteckte.
Es ist ein Genuss, diesem interessanten Autor zu lauschen, wenn er in seinem typischen Tonfall ausgewählte Passagen seines Buches vorträgt -- selbstverständlich mit dem bekannten Witz und Charme. --Manuela Haselberger
Pressestimmen
"Unverwechselbar sind seine Stimme, seine rhetorische Finesse. Ein besonderer Genuss ist es, ihn lesen zu hören." (
Handelsblatt )
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Audio CD
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