Mit den Kindern entwickeln sich auch die Themen der Bücher, die man über sie schreibt. Und so hat auch Eva Herman, diesmal zusammen mit dem Kinderpsychologen Stephan Valentin, vor Kurzem ein neues Buch zur Kinderpflege herausgebracht, in dem es nun nach dem Stillen ums Schlafen geht.
Der kindliche Schlaf, besonders das Thema „Durchschlafen“ ist für viele Eltern ein großes Problem. Die Kleinen wollen nicht ins Bett, wenn sie sollen, und wenn sie dann im Bett sind, wollen oder können sie nicht schlafen, haben Hunger, schreien oder weinen – in vielen Familien werden die Abend- und Nachtstunden zu einem regelrechten Drama.
In gewohnt einfühlsamer und kenntnisreicher Manier, wie man es aus ihrem ersten Buch „Vom Glück des Stillens“ kennt, schreibt Frau Herman zusammen mit ihrem Koautor über so gut wie alle Probleme, die in diesem Zusammenhang auftreten können, und zeigt Lösungen auf. Lösungen, die sich immer an Idealen wie Liebe, Verständnis und natürlicher Intuition orientieren. Außerdem gibt es längere Kapitel darüber, was es mit dem Schlafen überhaupt auf sich hat, warum wir schlafen und was im Schlaf geschieht.
Sachlich und fachlich ist auch dieses Buch wieder gut recherchiert, gut geschrieben und gut lesbar und informativ, so dass man es, was den Inhalt angeht, guten Gewissens empfehlen kann. Besonders beeindruckend ist – wie schon im Stillbuch – die Art, wie Frau Herman es schafft eindeutig Stellung zu beziehen, wie z.B. beim Thema Co-Sleeping, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen.
Dem guten Inhalt gegenüber lässt allerdings die Aufmachung des Buches zu wünschen übrig. Als Nachttischlektüre ist es zum Beispiel so gut wie gar nicht geeignet: Bei künstlichem Licht spiegeln die Hochglanzseiten so sehr, dass nach kurzer Zeit die Augen schmerzen. Wenn man überhaupt etwas lesen kann, denn vor lauter Eifer, ein buntes, „lebendiges“ Buch zu gestalten, schießt der Verlag so manches mal übers Ziel hinaus. Da kann es dann auch schon einmal vorkommen, dass ein ganzes Kapitel mit grüner Schrift auf grünem Untergrund gedruckt ist. Oder beige auf beige. Allerlei „Kästen“, überflüssige Abbildungen und teilweise mitten in den Fließtext gesetzte Einschübe stören und unterbrechen den Lesefluss oft auf recht ärgerliche Weise.
Diese Farbigkeit und Unruhe soll ja vielleicht Leute ansprechen, die sonst kaum einmal ein Buch in die Hand nehmen, es bleibt aber fraglich, ob man dieses Publikum auf diese Weise wirklich erreicht, während anderes Publikum womöglich eher abgeschreckt wird. Wer sich aber trotzdem durch die glänzend-bunte Präsentation wühlen mag, wird mit sehr viel guter und wichtiger Information belohnt.