Das Kinder nicht einfach sind und man aber auch herzhaft über sie lachen kann, haben uns ja schon unzählige Filme bewiesen. Selten aber gibt es Filme, die sich so ernst und doch mit einem kleinen Lächeln, so tragisch und doch so herzerwärmend mit einem Kind in der Hauptrolle beschäftigt haben wie Mein Kind vom Mars.
John Cusack mimt den alleinstehenden Witwer, der mit der Adoption eines Kindes konfrontiert wird, was seine verstorbene Frau und er auch ursprünglich vorhatten. Eigentlich in Ablehnungsstimmung kommt er zu der entsprechenden Kindesvermittlerin und interessiert sich dann doch für einen Jungen, den man zunächst gar nicht zu Gesicht bekommt, denn er hält sich ausnahmslos in einem Karton auf. Dieser Karton schützt das Kind - was sich für einen Menschen vom Mars hält - vorm Tageslicht und vor Sonnenstrahlen. Der gleichzeitig überrascht und interessiert angehende Vater erschleicht sich langsam die Vertrautheit des Jungen, bis dieser ihm auch nach Hause folgt. Doch das Glück wärt nicht lange, denn auch wenn der Junge mittlerweile den Karton los geworden ist, sich schützend mit Sonnencreme und Sonnebrille bewaffnet hat, so wird er doch der Schule verwiesen, denn er beklaut die Mitschüler für seine Experimente. Auch vor den Sachen, einschließlich der schönen Fotos mit seiner verstorbenen Frau, des frischen Vaters macht er nicht Halt. Dabei geht dieser sehr behutsam und feinfühlig mit dem Jungen um, dass einem warm ums Herz wird. Wie seine Freundin (Amanda Peet) richtig bemerkte: Du hast so viel Liebe zu geben. Doch alleine das scheint nicht zu reichen, jedenfalls nicht sofort. Zwischenzeitlich schalten sich dann auch noch die üblichen Kontrolleure der Kindererziehung ein, die überprüfen möchten, ob der Junge inzwischen davon los ist, vom Mars zu sein.
Selbst dem Zuschauer kommen zwischenzeitlich Zweifel auf, wenn das Kind eine Sprache spricht, die niemand versteht, Farben schmeckt oder scheinbar Ampeln auf grün umschalten lässt. Trotz der vielen Eigenheiten schließt man den Jungen schnell ins Herz und wünscht den beiden alles Glück der Welt. Doch es kommt nicht nur ein dramatischer Moment auf den Zuschauer zu.
John Cusack sieht man hier meiner Meinung nach in seiner anspruchsvollsten Rolle. Man leidet und lacht mit und möchte dem Mann wirklich die ganze Liebe zurück geben, die er zu geben hat.
Es ist traurig, dass für diesen ungewöhnlichen und warmherzigsten Filme der letzten Jahre so gut wie nicht geworben wurde. So geht nun diese kleine Filmperle im Kino unter, ohne das sie vom Massenpublikum, die sie verdient hätte, gesehen wird. Man kann nur noch hoffen, dass sich die ein oder anderen Zuschauer doch mal eine Pause von den Action-Blockbustern gönnen und sich einen Film ansehen, der viel Herz und vor allem eine Seele hat.