von Orwells Ankunft in der Kaserne der Loyalisten; von seinen Beschreibungen über die militärische Ausbildung, von seiner humorvollen und doch so wahren Analyse der spanischen Mentalität, und nicht zuletzt von seinen Beschreibungen des Grabenkriegs war ich gefesselt von diesem Buch.
Wiesoviele europäische Intellektuelle schloss sich auch Orwell bei Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs den Internationalen Brigaden an. Aber anders als beispielsweise Ernest Hemingway's "Wem die Stunde schlägt ist Orwells Bericht alles andere als ein Heldenepos; im Gegenteil: Die Lektüre dieses Buches stellt das eingebürgerte Verständnis des spanischen Bürgerkriegs gründlich auf den Kopf: In herkömmlichen Geschichtsbüchern hört man ja nur von "Faschisten und "Demokraten bzw. "Kommunisten aber Orwell schloss sich erst der Brigade Demokratischer Sozialisten und dann den Anarchisten an. Und beobachtete aus erster Hand, wie die Divisionen der Roten Armee, die einen Sieg in diesem Bürgerkrieg allein für sich reklamieren wollten, brutal Jagd auf jeden machten, der kein sowjetischer Soldat war, bis der eigentliche Feind fast vollkommen aus den Augen verloren war. Die Schlacht um Barcelona war kein Kampf gegen Franco es war die Flucht der kleineren, schlechter ausgerüsteten Fraktionen vor den sowjetischen Panzern.
Man muss ein weiteres Mal den Mut und das große Talent George Orwells hervorheben, der mit einer unverwechselbar lakonischen Sprache große Historie an kleinere, persönliche Anekdoten aus dem Schützengraben knüpft. Und spätestens nach der Lektüre dieser Reportage muss einem auffallen, dass dieser Mann, den man für gewöhnlich nur mit "Farm der Tiere und "1984 in Verbindung bringt, unbedingt eine stärkere öffentliche Würdigung erfahren muss.