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Mein Jenseits. Novelle
 
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Mein Jenseits. Novelle [Gebundene Ausgabe]

Martin Walser
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 119 Seiten
  • Verlag: Berlin University Press; Auflage: 1 (4. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940432776
  • ISBN-13: 978-3940432773
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 57.973 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martin Walser
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Augustin Finli, Chef des Psychiatrischen Landeskrankenhauses Scherblingen, weiß, was Älterwerden bedeutet. Ab dreiundsechzig hat er mit dem Zählen der Geburtstage aufgehört und sein Lebenscredo gefunden: »Glauben heißt lieben.« Scherblingen war bis 1803 ein Kloster. Der letzte Abt war ein Vorfahr von Augustin Finli. Der hat, als er noch ein junger Arzt war, ein Seminar besucht, um sein Latein zu verbessern. Im Seminar unangefochtene Beste war Eva Maria Gansloser. Die beiden sind dann so gut wie verlobt. Aber Eva Maria heiratet den Grafen Wigolfing, der an der Eiger Nordwand erfriert. Darauf heiratet sie den 18 Jahre jüngeren Dr. Bruderhofer. Das erregende Moment: Dr. Bruderhofer ist Oberarzt unter Augustin Finli. Eva Maria schickt gelegentlich Postkarten, die Finli sagen sollen, sie könne ihn so wenig vergessen wie er sie. Kann er das glauben? Er glaubt es. »Eine Sekunde Glauben ist mit tausend Stunden Zweifel und Verzweiflung nicht zu hoch bezahlt.« So Finli. Und: »Glauben lernt man nur, wenn einem nichts anderes übrig bleibt.« Das wird zu Finlis Daseinsgefühl. Der Vorfahr hat geschrieben, es sei nicht wichtig, ob die Reliquien, an die die Menschen glauben, echt sind. Augustin Finlis Jenseits entsteht durch Glaubensleistungen. Und vom Vorfahr hat er gelernt: »Wir glauben mehr als wir wissen.« Das ist der Kernsatz dieser Lebensgeschichte. Kant hat eingesehen, dass die Vernunft nur begreife, was sie selber hervorgebracht hat. Das gewaltige Andere schaffen wir dadurch, dass wir glauben. Es ist ein heftiges Credo, das aus dieser Lebensgeschichte tönt. In der Musik, in der Malerei, überhaupt in der Kunst ist dieses Credo die Voraussetzung der Kreativität.

Über den Autor

Martin Walser, geb. 1927 in Wasserburg/Bodensee, lebt heute in Nußdorf/Bodensee. 1957 erhielt er den Hermann-Hesse-Preis, 1962 den Gerhart-Hauptmann-Preis und 1965 den Schiller-Gedächtnis-Förderpreis. 1981 wurde Martin Walser mit dem Georg-Büchner-Preis, 1996 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg und 1998, dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und dem Corine - Internationaler Buchpreis; Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2008 ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Ich ging immer an einer Wand entlang, die würde aufhören, dann begänne das Leben. Die volle Berührung. Das war ein Irrtum. Diese Wand war das Leben."

Diese Lebenseinsicht teilt uns der Ich-erzählende Protagonist der neuen Novelle von Martin Walser irgendwann auf den ersten Seiten mit. Und so haben seine früheren Protagonisten quer durch die Jahrzehnte immer wieder versucht, mit dem Kopf durch diese Lebens-Wand zu kommen, sei es Anselm Kristlein, Franz Horn, Helmut Hahn, Gottlieb Zürn oder selbst der alte Goethe in Walsers jüngstem Roman "Ein liebender Mann".

Die vorliegende Novelle "Mein Jenseits" ( man munkelt, es sei ein Teil aus dem dicken neuen Roman "Muttersohn", an dem Walser gerade schreibt) greift dieses mittelständische Leidensszenario aus Mann, Bürgertum und verpasstem Leben wieder auf und gibt ihm aber eine neue Wendung.

Walsers Ich-Erzähler August Feinlein, Chef des Psychiatrischen Landeskrankenhauses in Scherblingen, entdeckt als neue Lösung, als neuen Lebenssinn die Glaubensbereitschaft. Als Liebhaber heiliger Antiquitäten hat er sich auf eine Suche begeben, die viel "Verklärungsbereitschaft" erfordert: "Es gibt eine Sehnsucht, die nichts von sich weiß. Erst wenn man sich ihr überlässt, erfährt man, wohin sie einen haben will", sagt August Feinlein. Oder: "Unsere europäischen Vorfahren haben auch gewusst, was man wissen kann. Aber sie haben geglaubt, was sie glauben wollen. Wie schrieb der Vorfahr ( ein Vorfahr von Feinlein war der Mönch Eusebius) ? Glaube heißt, Berge besteigen, die es nicht gibt. Musik gäbe es ja auch nicht wenn man sie nicht mache. Glauben, was nicht ist, dass es sei."

In dem alten Konflikt zwischen Wissensgesellschaft und Glaubensgewissheit hat sich Martin Walser in diesem Alterswerk für den Glauben entschieden. Nebenbei hat er eine köstliche Geschichte geschrieben über die Männerkonflikte in einem psychiatrischen Krankenhaus, uns viel gelehrt über die Bedeutung von Reliquien und das, was sie für viele Menschen bedeuten und über allem ein Loblied gesungen auf die Verschrobenheit und Kauzigkeit des Alters und auf das Unerklärliche. Er hat mit August Feinlein und seiner Geschichte, die ihn schlussendlich in die eigene Psychiatrie bringt, einen schelmischen Helden erfunden, der weiß, dass Glaube Selbstbetrug sein kann und sich trotzdem genau und zielstrebig dafür entscheidet. Ein heiteres Buch, das viel zu sagen weiß über existentielle Erfahrungen und das einen mit großer Spannung auf den schon erwähnten Roman warten lässt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
46 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas Holtbernd TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Martin Walser erzählt eine Geschichte und die Wörter machen sich selbständig. Es entfaltet sich ein Credo, das wie von einem alten Mann, der komisch geworden ist, zu stammen scheint. Dieser alte Mann "...will keinen einzigen Menschen überzeugen. Nur mich selbst." Wie Augustinus entwirft der Protagonist Augustin Feinlein seine confessiones. Martin Walser schreibt diese Bekenntnisse jedoch nicht als Bekehrungsgeschichte. Die Novelle ist eine Offenbarung und eine Ode an die Liebe. In den Konflikt zwischen einem Chefarzt und seinem Nachfolger oder dem rein naturwissenschaftlichen Weltbild und dem Glauben an die Macht des Wortes, lässt der Autor eine Geschichte um Reliquien entstehen. Für den Leser/die Leserin wird erfahrbar, wie Wörter ein Glaubensgefühl entstehen lassen: "...dass der Glauben die Welt schöner macht als das Wissen, stimmt doch." Das Besondere an dieser Hommage an den Glauben ist die grenzenlose Offenheit, das Nichtmissionarische. Ob Glauben oder Nichtglauben, das ist belanglos. Es geht um den Raum, der durch die Öffnung für den Glauben entsteht. Ein Mensch, der eine Reliquie entwendet, wie Augustin Feinlein, kommt auf diese Weise dem Unerklärlichen nicht näher. "Das Unerklärliche bleibt verschlossen..." Und dennoch hat es Martin Walser in genialer Weise geschafft, das Sakrale des Menschseins, das Symbolhafte der Liebe in Worte zu fassen. Er bietet Wörter an, er lässt Zwischenräume, er lässt durchdringend spüren, wie tiefmenschlich Glaube ist. Dabei biedert er sich nicht an, er tut es für sich und lässt die LeserInnen teilhaben. Dass er dabei eine typisch katholische Glaubenswelt entfaltet, stört nicht, es geht um mehr.
Der alte Mann hat in seinem Komischwerden fantastisch einen Nerv der Zeit erfasst. Es ist zu hoffen, dass diese Novelle auf den Bestsellerlisten landet und die vielen oberflächlichen Elaborate himmlisch überflügelt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Am Korrektor gespart 15. März 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Wenngleich selbst nicht katholisch, habe ich doch immer eine gewisse Faszination und Anerkennung übrig gehabt für das Sinnlich-Mystische, das dem Katholizismus eigen ist. Ausgerechnet in Walsers Novelle finde ich diese Faszination aber nicht wieder. Da wird seitenweise Faktenwissen über Reliquien und Klöster referiert, als ob es keine entsprechende Sachliteratur gäbe. Und Rom als Ort geheimnisvoll-süßlicher Erlösungsahnung? Hat man halt schon oft gelesen, irgendwo. Spätestens Josef Winkler hat eigentlich alles dazu gesagt. Die salbungsvollen Bonmots von Walsers Erzähler, der andauernd belehrt und angeblich keinen Wert darauf legt, ob man ihn versteht, sind immer hart an der Grenze zwischen Altersweisheit und Plattitüde, vielleicht soll das so sein. Eine Handlung gibt es auch in der Novelle, schon richtig. Die ist nur ganz zart ausgeprägt und gerät irgendwann ganz in den Hintergrund, weil man all seine Konzentration darauf richtet, den nächsten Druckfehler zu finden. Völlig unerklärlich, dass es für ein Korrekturlesen nicht gereicht hat. Jeder Deutschlehrer aus der Provinz hätte das doch gratis gemacht, einmal über einen Walser-Text drüberzugehen, wenn man ihn freundlich drum gebeten hätte. Nobody is perfect, aber die Masse an Rechtschreibfehlern in diesem Buch ist eine Beleidigung des Lesers. Dafür aber auf bibliophil machen mit haptisch wertvollem Kartoneinband und weitem Zeilenabstand. Diesen Verlag hat der Text nun auch nicht verdient.
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Mein Jenseits
Die Novelle ist hintergründig und macht nachdenklich.
Man muss allerdings den Stil von Martin Walser mögen.
Vor 23 Monaten von Monika Pabel veröffentlicht
Ein sehr seltsames Bekenntnis
Nachdem ich sämtliche Werke Walsers gelesen (und zum größten Teil bewundert) habe, einschliesslich der wunderbaren Biografie von Jörg Magenau, war es wohl... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Mai 2010 von gigunelsa
beeindruckende Geschichte
eine seltsame Geschichte, nicht leicht zu lesen, aber lesenswert
eher für ältere Leser geeignet
Veröffentlicht am 18. April 2010 von T. Krainer
»Glauben lernt man nur, wenn einem nichts anderes übrig bleibt.«
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Veröffentlicht am 8. April 2010 von Martin Kohlmann
Die Kauzigkeit des Protagonisten ist liebenswert
Ich betrachtete, rund 40 Jahre ist das nun her, mit leichtem Gruselgefühl in einer Basilika Skelette in reicht verzierten Glaskästen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. April 2010 von G. J. Matthia
unklare aussagen
Vielleicht spreche ich eine andere Sprache.Aber hier werden die Gefühle des Autors aus seinem eigenen Empfinden nicht so übertragen,daß sie mit dem Jenseitsgedanken... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. April 2010 von Dr. Michael Engels
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