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Mein Jahrtausend [Taschenbuch]

Heiner Link
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Residenz (1. Januar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3701712727
  • ISBN-13: 978-3701712724
  • Größe und/oder Gewicht: 20,7 x 13,7 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.178.985 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

Schnell einmal verleitet das Internet dazu, vom trauten Heimcomputer aus Intimes preiszugeben. Davon zeugen die vielen Online-Tagebücher, deren weite Verbreitung sich mehr dem Mitteilungsdrang der Anbieter als der Nachfrage der Leserschaft verdanken dürfte. Wenn sich bekannte Schriftsteller in Netzdiarien ergehen, ist schon mit erhöhtem Publikumsinteresse zu rechnen. Führen Autoren auch nicht unbedingt ein interessanteres Alltagsleben, so können sie es in der Regel doch besser darstellen. Und heißt der Autor Heiner Link, braucht man nach dem Witz an der Sache nicht lange suchen.

Nun also auch in Buchform: Mein Jahrtausend umfasst Beiträge, die zwischen Mai 1999 und Mai 2000 im Internet publiziert wurden. Der erste Teil des Buches "album, roman" besteht aus 43 Bildern und dazugehörigen Textminiaturen. In diesem Sammelsurium Link'scher Kapricen finden sich Reminiszenzen anhand privater Fotos, satirische Glossen zu Werbeanzeigen, poetische Einfälle, Zitatcollagen und vielerlei heitere Belanglosigkeiten.

Der zweite Teil trägt den so klingenden wie wenig sagenden Titel "Die Banalität des Prolligen", auf den Link nach eigener Aussage kam, "[w]eil wieder mal kein Bier im Haus war". Diese und weitere intime Details eines Schriftstellerlebens erfahren wir in der folgenden Internet-Korrespondenz mit den Autorenkollegen Georg M. Oswald, Norbert Niemann und Helmut Krausser. Substanziell bereichert wird der lockere Literaten-Smalltalk durch erzählerische Einschübe, viele Gedichtzitate sowie manch trash-poetische Eigenkreation.

Die internetgerecht kleinen, heterogenen Textbeiträge bieten ein kurzweiliges Lesevergnügen. Der sehr persönliche Touch macht das Buch vor allem für Leser interessant, die Links Werke bereits kennen und schätzen. Der nonchalante Stil, die scheinbare Beliebigkeit gewählter Formen und Inhalte verdeutlichen, dass es sich hier um kein ausgefeiltes Elaborat, sondern um "eine Art Begleiterscheinung" des Dichtens handelt. Die Widerspiegelung des ganz normalen Alltagswahnsinns hat aber natürlich auch Methode. Nicht umsonst fällt immer wieder der Name einer Ikone der deutschen Popliteratur: Rolf Dieter Brinkmann. Im Gegensatz zu vielen von dessen vermeintlichen Erben gelingt es Link mit viel Spürsinn für das Komische immerhin, über Plattheiten noch kunstvoll zu stolpern. --Mathis Zojer

Über den Autor

Heiner Link wurde 1960 geboren. Er starb 2002 bei einem Motorradunfall in München. Link veröffentlichte zahlreiche Erzählungen und Texte.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Witzig, witzig! 28. Februar 2004
Von Ein Kunde
Dieses Buch handelt ausschließlich von Links Leben; sei das nun ein Konfirmationsfoto oder eines seines etwas angetrunkenen Rechtsanwalts. Er schreibt von seinen beiden Kindern, von seiner Frau, seinem Haus und seinem 'etwas verhaltensgestörtem' Haustier - einem Kaninchen.
Zusammen mit Georg Oswald, Norbert Niemann und gelegentlich auch Helmut Krausser bespricht er im zweiten Teil des Buches 'Die Banalität des Prolligen' sein Leben, seine Gefühle und das eine oder andere Erlebnis, wie zum Beispiel dem Flohmarktbesuch seiner Tochter oder einem Ausflug in die Partnachklamm.
Für einen Fan Links unausweichlich, für einen Einsteiger unterhaltsam.
Rundum empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sein Jahrtausend 28. Februar 2004
Wie ist es? Witzig, intim und großspurig; wer sonst ausser Heiner Link nennt die Veröffentlichung seines Internettagebuches 'Mein Jahrtausend'?
Ich kann es nur empfehlen, vor allem für die Leute, die mehr über Links Leben, welches ja so kurzfristig und plötzlich endete, erfahren wollen. Denn hier beschreibt er über ein Jahr lang seinen Alltag, und wer nun denkt, an einem typischen Vorstadt-Reihenhaus-Alltag sei nichts spannendes, der sollte es erst recht lesen, denn Link schafft es, eben diesen Alltag witzig und ironisch zu gestalten; man kann nicht aufhören zu lesen! Ist dies nicht auch 'Spannung'?
Wie gesagt: Rundum empfehlenswert! Fünf Sterne!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Neben vielen amüsanten, anregenden, gut gehopften und zwei anrührenden Splittern (nicht ‚Gedankensplitter' - igitt! - , sondern Splitter im Auge der Leserin, von denen Adorno fand, sie seien die besten Vergrößerungsgläser) findet man in diesem Buch auch eine tröstliche Gewissheit: Schon 1999, als viele noch den Versprechungen des "globalen Dorfes" (Marshall McLuhan) im Internet hinterherrannten, gab es offenbar Leute, die darauf hinwiesen, dass ein solches Dorf ohne "globales Dorfwirtshaus" (Felix Wenzel) keinen Wert nicht hat. Mit diesem Buch hat sich Heiner Link dort endgültig "ein messingschild mit [s]einem namen am stammtisch" (Wenzel) verdient.
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