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Mein Jahr als Mörder
 
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Mein Jahr als Mörder [Gebundene Ausgabe]

Friedrich Chr. Delius
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Berlin; Auflage: 2., Aufl. (24. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871344583
  • ISBN-13: 978-3871344589
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 523.836 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Friedrich Christian Delius
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Das wirklich Irrationale und tatsächlich Unerklärbare ist nicht das Böse, im Gegenteil: es ist das Gute", zitiert Friedrich Christian Delius in dem seinem Roman Mein Jahr als Mörder vorangestellten Leitspruch den ungarischen Schriftsteller Imre Kertész. – "Das Gute", das ist in dieser Geschichte, dass der Mörder am Ende, als das Opfer, ein ehemaliger NS-Richter, endlich tot ist, keine Schuld auf sich geladen hat! Oder doch?

Der fiktiv-autobiografische Roman beginnt mit einem Geständnis. Nach Ablauf der für Mord geltenden Verjährungsfrist offenbart der Ich-Erzähler, dass er damals, nachdem er aus dem Radio von dem nicht unerwarteten Freispruch des furchtbaren Juristen erfahren hatte, der noch in den letzten Tagen des Dritten Reiches den Vater seines besten Freundes zum Tode verurteilt hatte, einer inneren Stimme gehorchend den Plan gefasst habe, den Nazi-Richter zu töten. "Wie in einem dritten Ohr, im Labyrinth des Innenohrs, wo die Widersprüche hängen bleiben, hörte ich in den Silben aus dem Äther die Schwingungen einer geheimen Botschaft, die deutliche Aufforderung: Einer wird ein Zeichen setzen und diesen Mörder umbringen, und das wirst du sein." – Es folgen akribische Recherchen. Sie dienen einerseits den Vorbereitungen des Mordes, anderseits dem geplanten Buch, mit dem die Tat, ihre Motive und Planung, dokumentiert werden soll…

Delius gilt, so lesen wir in der biografischen Notiz des Verlags, als "einer der bedeutendsten deutschen Gegenwartsautoren". Mein Jahr als Mörder belegt eindrucksvoll: zu Recht! -- Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Am Nikolaustag 1968 hört ein Berliner Literaturstudent im Radio, dass der Nazi-Richter Rehse endgültig freigesprochen wurde. Noch während die Nachrichten laufen, beschließt er, ein Zeichen zu setzen: Er will diesen Richter umbringen. Für den Studenten eine ganz persönliche Angelegenheit, denn Rehse hat auch den Vater seines besten Freundes zum Tode verurteilt, Georg Groscurth - Leibarzt von Rudolf Heß und zugleich als Widerstandskämpfer aktiv, gemeinsam mit Robert Havemann. Die Tatbereitschaft des jungen Mannes wächst, je mehr er sich mit der Familiengeschichte beschäftigt. Besonders empört ihn das Schicksal von Groscurths Witwe Anneliese, die nach 1945 zwischen alle Fronten des Kalten Krieges geriet. Daß ein ehemaliger Nazi ungeschoren davonkommt, während die Witwe seines Opfers als kommunistische Hexe verschrien und in eine Kette von Justizskandalen verstrickt wird, schreit nach Vergeltung. Ohne Rücksicht mehr auf Studium, auf pazifistische Ideale oder seine Freundin Catherine setzt er Schritt für Schritt einen ausgeklügelten Plan um ... Ein Generationenroman, der autobiographische Fiktion und lebendige Zeitgeschichte verknüpft: Die vierziger, fünfziger, sechziger Jahre - wie man sie bisher noch nicht vernommen hat.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fraxini
Format:Gebundene Ausgabe
Delius' Buch ist aus mehreren Gründen ohne Einschränkung empehlenswert. Zunächst schreibt er wunderbar knackig, präzise und nicht ohne Witz. Dann trägt sich ein Großteil der Handlung in Charlottenburg zu (insoweit wurde ich durch seinen "Adenauerplatz" bitter enttäuscht), was in der zeitgenössischen Literatur noch viel zu selten passiert. Schließlich stellt er die Dummheit und die Verbrechen der "anständigen" Nachkriegsjustiz, -verwaltung und -presse sowohl im Umgang mit alten Nazis als auch mit deren Gegnern plastisch dar. Wer etwa gegen die Wiederbewaffnung war oder sich gegenüber der Staatsmacht auf seine Grundrechte berief, wurde als Kommunist gebrandmarkt, für den gerade die Verfassung nicht gelten sollte. Das ergänzt Delius durch die Beschreibung der Verhaltensweisen der "braven Deutschen" in den 60er Jahren, die etwa auf einer anti-68er Demonstration fast zur Lynchjustiz an Langhaarigen und Studenten schreiten wollten. Nein, natürlich nicht alle von ihnen... Zur zuverlässigen Information über die Stimmung im Land könnten noch Reinickes Schily-Biographie und Carinis Buch über Fritz Teufel herangezogen werden.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ja, aber 2. November 2004
Format:Gebundene Ausgabe
ein roman, der sehr gut zu lesen ist. delius ist einer der besten schriftsteller, die deutschland momentan hat und ihm ist auch hier wieder ein gutes buch gelungen. das buch verschränkt virtuos drei zeitebenen. die jahre 1943/44, in denen eine wiederstandsgruppe im dritten reich ausgehoben und hingerichtet wird. die leiden der witwe eines der widerstandskämpfer im dumpfen nachkriegsdeutschland der fünfziger jahre und schließlich die jahre 1968/69, in denen einer der richter, die diese todesurteile gefällt haben, wegen totschlags angeklagt und mit übler begründung freigesprochen wird. der ich-erzähler hat nun das dringende bedürfnis diesen richter umzubringen. er ist student in berlin, hat eine nette freundin, catherine, und ist in die zeittypischen diskussionen und aktionen verwickelt. einer seiner freunde ist ein sohn des hingerichteten widerstandskämpfers. all das wird packend erzählt, man legt das buch nicht aus der hand, bevor man es ausgelesen hat. allerdings bleibt ein schales gefühl zurück, denn der leser erfährt nicht, wo die grenzen zwischen fiktion und wahrheit verlaufen. den widerstandskämpfer gorßcurth, einen freund von robert havemann, und seine widerstandsgruppe gab es wirklich. auch den richter r., der ihn verurteilt hat und der 1968 freigesprochen wurde. auch die leiden der witwe großcurth. zum teil hat das buch deshalb den charakter einer brillant geschriebenen dokumentation. andererseits besteht delius darauf, einen roman geschrieben zu haben, die dokumentation also mit fiktion gemischt zu haben. warum hat er nicht einfach eine autobiorgaphische skizze geschrieben und sich die fiktion gespart. oder wenn er eine solche skizze geschrieben haben sollte, warum bekennt er sich nicht dazu und nennt das ganze "roman"? schluß mit kritik, trotz dieses einwands: unbedingt lesen, denn selten ist der irrwitz der 50er jahre und der irrwitz der 68er zeit gleichermaßen erschreckend dargestellt worden!
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Wie eine Reportage 9. Februar 2012
Von Lothar Müller-Güldemeister TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Roman verwebt geschickt mehrere Handlungslinien, die politische Sozialisation des Ich-Erzählers in den sechziger Jahren in Niedersachsen und Berlin, die Geschichte eines NS-Blutrichters, den Umgang Nachkriegsdeutschlands mit Ex-Nazis und Naziopfern und die Instrumentalisierung gutwilliger Friedensaktivisten durch den Stalinismus. Das ist wie eine Reportage geschrieben, schnörkellos und in dem (wohl beabsichtigt) hölzern-akademischen Stil des Ich-Erzählenden Soziologiepromovenden während der Studentenbewegung. Eine bedrückende, aber nie ins moralinsaure abdriftende Studie, spannend, lehrreich und hundertmal besser als die ausufernd-fabulierenden Familiensagas a la Tellkamp oder Ruge, die den Büchermarkt überschwemmen.
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