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Wer war dieser Mann, den die anderen Spieler Boss nannten? Rahn zeichnet sich selbst ganz ehrlich und ohne Verstellung als eigenbrötlerisch, als Hitzkopf, auf den Fritz Walter immer wieder beruhigend einwirken musste. Der am Anfang des Turniers ständig nölte und beleidigt war, der immer die Befürchtung hatte, vom Trainer, Sepp Herberger, nicht aufgestellt zu werden. Der Sieg über Jugoslawien brachte die Wende, man war im Semi-Finale, siegte dann auch noch über Österreich, und vollbrachte das Wunder, das, wovon niemand auch nur zu träumen gewagt hatte: Man wurde Weltmeister.
Ich hatte dabei sein dürfen!, so dramatisch formuliert Rahn im Rückblick auf dieses Ereignis. Rahns Sprache ist recht kräftig, martialisch. Und Peter Lohmeyers Stimme scheint dafür wie gemacht. Sein Tonfall trifft sicher die Vokabeln, auch die Sprüche des Fußball- Helden. Wenn Lohmeyer die Anekdote vom Club der Unzufriedenen liest, dann überzeugt das und klingt vollkommen echt.
Helmut Rahn (1929 2003) schoss insgesamt 21 Tore in 40 Länderspielen. Zusammen mit Fritz Walter gilt er als Held von Bern. 1965 musste er seine Fußballerkarriere aufgrund einer Verletzung beenden. Danach lebte er zurückgezogen in Essen. Die hier vorgetragenen Auszüge stammen aus seiner Biografie Mein Hobby: Tore schießen von 1959.
Peter Lohmeyer ist seit seiner Rolle als Richard Lubanski, einen Kriegsheimkehrer im Nachkriegsdeutschland, in Sönke Wortmanns Film Das Wunder von Bern einem breiten Publikum bekannt. Der Schauspieler zeigt in dieser Lesung seine Begeisterung für Fußball. Mit seiner markigen Stimme gelingt ihm eine herrliche Interpretation der Erinnerungen eines Fußballers, der mit Leib und Seele dabei war.
Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 74 Minuten, 1 CD. -- culture.text
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