Ich mag Geschichten aus dem 19. Jahrhundert, die in England spielen, sehr gern, und seit Jennifer Donnellys 'Die Teerose' und 'Die Winterrose' suche ich immer wieder (fast verzweifelt) Bücher, die denen ähneln.
Mein Herz war nie fort weist eine entfernte Ähnlichkeit auf, zumindest was die Zeit angeht.
Lesley Pearse' Stil gefällt mir sehr gut, sie weiß den Leser zu unterhalten.
Die Landschaftsbeschreibungen, die nicht unerträglich ausschweifend sind, hat sie so gekonnt dargestellt, dass ich die Gärten, den Wald und die Felder wirklich vor mir gesehen habe. Die Stimmungen - mal düster oder freudig - erlebt man genauso mit. Die Protagonisten haben richtiges Leben in sich.
Der Titel klingt nach Kitschroman. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Die Geschichte hat was von Jane Eyre.
Mein Herz war nie fort ist ein Schmöker, für den ich wieder mal alles habe links liegen lassen.
Spannend, mit vielen Wendungen und Überraschungen. Es war mir nicht möglich längere Pausen zu machen.
Mein Herz war nie fort ist ein wunderbares Buch, das einen mitnimmt ins England des 19. Jahrhunderts, Sitte und Anstand sind das einzige was zählt, selbst wenn man sich so in Lügen verstrickt, dass es zwangsläufig zum Unglück kommt, und dadurch Leben zerstört werden.
Zeitweise hatte ich beim Lesen das Gefühl der Atemlosigkeit. Keine einzige Länge war zu finden, die einem das Lesen hätte verleiden können.
Es ist wirklich ein schönes Buch, und es hat mir großen Spaß gemacht, es zu lesen. Sehr empfehlenswert.