Dieser Film spielt in Japan, einige Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, genaugenommen im Jahr 1956. Damals waren die Amerikaner noch Besatzungsmacht und das Land begann sich langsam nach den schlimmen Kriegserlebnissen zu erholen. Strenggenommen haben die Japaner ihre Geschichte bis heute nicht vollständig aufgearbeitet und werden bis jetzt nicht gerne darauf angesprochen. Die Epoche in der dieser Anime angesiedelt ist, war jedoch sehr interessant da es die letzten Jahre gewesen sind bevor das Land seinen uneinholbaren technischen Fortschritt startete und zu dem Japan wurde wie wir es heute kennen. Allein in dem Jahr in dem die Geschichte spielt gab es viele bedeutende politische und historische Ereignisse die wichtig für das Land waren. Auch wenn der Erfolg nicht über Nacht kam sondern schleichend begann, so hat doch diese Generation eine wichtigen Beitrag dazu geleistet.
Der Film handelt vom 12 Jährigen Akira Yanagisawa, der mit seinen Freunden die sechste Klasse an einer Grundschule nahe Tokio besucht und nebenbei seinem Vater in der Tischlerei hilft. Zu Anfang des Schuljahres, was in Japan im April beginnt, bekommt die Klasse eine neue junge Lehrerin mit dem Namen Rieko Sakamoto. Sie soll einige Unterrichtsfächer von Akiras Klassenlehrer übernehmen da er kürzlich befördert worden ist und das Schulministerium ihn nebenbei mit weiteren Aufgaben betraut hat. Reiko verkündet im Unterricht das sie einen Schulchor gründen will um alte japanische Volkslieder zu singen und sogar an regionalen Meisterschaften mit anderen Schulen teilnehmen möchte. Unter den Freiwilligen die sich sofort melden ist neben Akira auch die kleine und Shizu, eine sehr begabte Schülerin, die kürzlich nach Tokyo gezogen ist.
Strenggenommen passet der Anime eigentlich nicht mehr in die heutige Zeit da die ganzen übrigen Filme die man so kennt fast immer in einer anderen Welt spielen oder von kleinen Monstern handeln und sich mit Spezialeffekten überbieten was natürlich auf Dauer nervt. Deswegen unterscheidet er sich deutlich vom Mainstream und hebt sich ein wenig vom Rest ab. Es könnten aber ruhig mehr Animes dieser art produziert werden. Obwohl er gerade sehr gelungen ist, so haben sich in der deutschen Bearbeitung einige Mangel eingeschlichen. Die Synchronisation vom Studio Elektrofilm ist soweit in Ordnung jedoch klang beispielsweise die Trauerrede von Herrn Miyanaga nicht wie bei jemandem der vor kurzen seine Tochter verloren hat und der Abschiedsbrief von Reikos Bruder wurde auch irgendwie zu emotionslos wiedergegeben. Bei dieser DVD kann man zudem stellenweise erkennen das der Bildtransfer von einer NTSC Vorlage stammt, die nebenbei bekanntlich eine geringere Auflösung hat, da nach der Normwandlung stellenweise einige Doppelbilder zu sehen sind. Darüber hinaus hat diese Auflage keine nennenswerten Extras was man für den Preis durchaus erwarten könnte. Der Ton ist zwar in Ordnung allerdings kann man während des Films nicht einfach die Sprache wechseln ohne vorher extra ins Menü zu gehen was natürlich lästig ist, beispielsweise wenn man mal eben kurz wissen möchte wie sich eine bestimmte Stelle auf japanisch anhört.
Im weiterem Verlauf lässt sich Akira mit einigen Freunden von seinem Mitschüler Gon überreden einen kleinen Schreibwarenladen, der von einer älteren Dame geführt wird, zu beklauen. Doch bei diesem Versuch stellen sich einige der Jungs so blöd an das die Sache auffliegt. Anschließend benachrichtigt die Besitzern die Eltern und vor allem deren Schule. Als das Lehrerkollegium davon erfährt, wird den Kindern die Thainahme am Chorwettbewerb untersagt. Akira ist der Vorfall sehr unangenehm da selbst die arme Shizu davon betroffen ist und sich sehr auf die Teilname gefreut hat. Sogar Gon scheint ein schlechtes Gewissen zu haben, auch wenn er das auf seine Weise zeigt.
Neben der liebevollen Handlung bietet der Anime auch eine tolle Filmmusik die besonders angenehm beim zusehen ist. Auch die sehr hochwertigen Landschaften und Hintergründe sind hier überdurchschnittlich gut gezeichnet. Es ist in vielerlei Hinsicht schwer einen Film glaubwürdig in einer früheren Epoche anzusiedeln und den Zuschauer in die damalige Zeit zu versetzen. Hierbei scheint es jedoch recht gut gelungen zu sein. Auch wenn die technische Umsetzung nicht ganz zufriedenstellend ist, so haben die Hersteller sich zumindest mit dem Informationsheftchen Mühe gegeben was zugegeben schön gemacht ist. Der Ton liegt in beiden Sprachen im 5.1 und Stereoformat vor. Auch hier wäre es besser statt der beiden Stereotonspuren vielleicht noch französisch oder englisch beizufügen. Als kleines, sehr kleines Extra gibt es noch einige Kinotrailer auf der DVD auch wenn ein richtiges Making of oder eine Dokumentation über die japanische Nachkriegszeit natürlich schön wären. Weniger schön ist der hohe Preis obwohl der mittlerweile sogar etwas gesunken ist als damals bei der Veröffentlichung.