Das Schicksal dieser Frau, wie Selicor, bereits schrieb, ist wenig authentisch, wenig mitleiderregend und noch weniger das einer Person, der man im wahren Leben über den Weg laufen möchte.
Die Art und Weise wie Tehmina Durrani im Grund alle in ihrer Umgebung benutzt um ihr Ego zu polieren und sich selbst als
sich emanzipierende Frau darzustellen ist gerade zu lächerlich. Eigentlich geht es hier um die Geschichte eines upper-class girls, das nicht nur auf die besten Schulen des Landes ging sondern im besten Falle ein verzogender Fratz war und sich dann aber immer mehr zu einer intriganten Lügnerin mausert.
Sie trennt sich von ihrem ersten Mann - das ist herauszulesen - letztlich um einen mächtigeren, reicheren zu heiraten, der ebenso intrigant und brutal ist wie sie selbst, nur auf männliche Art.
Worin ich hier nicht übereinstimme ist, dass es in diesem Buch um das Schicksal einer Frau im Islam geht. Der Islam wird durchweg, als die Instanz dargestellt, an die Tehmina Durrani sich dann wendet, wenn sie im Grunde schon alles falsch gemacht hat und Buße tun will. Der Islam ist so Schutzinstanz im spirituellen Sinne, wird es dann aber noch bei anderer Gelegenheit, z.B wenn sie letztlich ihre Scheidung aus dem Koran heraus begründet: die inzestuöse Beziehung ihres Mannes zu ihrer Schwester sei nach dem Kuran verboten. Somit ist dies durchaus kein Schicksal, das dieser Frau aufgrund von Regelungen des Islam aufgezwungen wurde, sondern vielmehr eines, dass sie gesucht und gefunden hat. Neben der beliebigen Tatsache, dass sie zufällig islamisch geprägt ist, aus einer konservativen Familie stammt und in Pakistan aufwuchst. Nicht einmal so oberflächliche Dinge wie Kleidung oder Nahrungsgebote des Islam prägen das Leben von Tehmina Durrani. Sie schafft es perfekt zu zeigen, wo der Islam etwas für sie zählt, in der Öffentlichkeit und in der Politik, wenn es darum geht die einfachen Leute an der Nase herumzuführen, oder dann, wenn sie endlich einmal einsieht, dass sie im Grunde ein schlechter Mensch ist (das dann aber wieder vollkommen übertrieben und nur 5 Minuten lang.)
Übrigens habe ich an anderer Stelle gelesen, dass T.D sich inzwischen als Künstlerin bezeichnet ... ;) und das nach 3 Büchern, von denen die meisten Co-Autoren hatten. So toll kann man sich finden ...!