Wann hat man je einen sympathischeren Trinker im Film gesehen? Stets gelassen und jedermann gegenüber mit einer Freundlichkeit, die nicht von dieser Welt zu sein scheint, kommt Elwood P. Dowd (James Stewart) daher. Seine charmante und höfliche Art kontrastiert mit seinem offensichtlichen Wahn vom weißen Hasen „Harvey", der ihn unsichtbar begleitet und den er jedem vorstellen will. Wir erfahren schließlich, „Harvey", der Pooka, ist ein gütiges, manchmal zu Streichen aufgelegtes Geisterwesen. Der für Otto Normal unsichtbare Löffelmann mag Phantasten und scheint einen guten Tropfen auch nicht zu verachten.
Neben der nach 50 Jahren immer noch vergnüglichen Unterhaltung ist der Film für mich ebenso ein Plädoyer für Toleranz und richtet sich gegen gewisse Experten, für die Anpassung das Wichtigste ist und die immer vorgeben zu wissen was für die Gesellschaft gesund ist und was nicht. Leider droht auch heute noch harmlosen „Spinnern" vom Schlage eines Elwood P. Dowd die Einweisung ins Irrenhaus, während vom Wahnsinn der Normalität kaum noch jemand Notiz nimmt.
Einmal sagt Dowd: „Ich habe 40 Jahre mit der Realität gekämpft. Ich bin glücklich sagen zu können, daß ich sie schließlich überwunden habe."
Ja, ja, - dass die Irren möglicherweise glücklicher sind als die Gesunden, das wird mehr als einmal in diesem launigen Klassiker behauptet.
Darauf einen Harvey-Wallbanger. Zum Wohl!