"Mein Deutschland- Dein Deutschland" ist die neueste Koproduktion des Journalistenehepaares Stamer/Buhrow. Das 256 Seiten starke, gebundene Buch berichtet von den Eindrücken, die das Paar nach 12 Jahren USA von Deutschland gewinnt.
Schon optisch drängt sich geradezu der Vergleich mit "Mein Amerika - Dein Amerika" (2006), der Betrachtung der amerianischen Gesellschaft und deren Eigenarten, auf. Das Cover ist bis auf den Seitentausch der Autoren nahezu identisch und darauf angelegt, die Leser des genannten Bestsellers anzusprechen. Auch im Klappentext wird darauf hingewiesen, dass nun auf ähnliche Weise Bilanz über Deutschland gezogen werden soll.
Damit hat sich die Ähnlichkeit bedauerlicherweise schon erschöpft.
Während "Mein Amerika - Dein Amerika" die subjektiven Eindrücke des Paares auf eine sehr charmante und humorvolle Art und Weise wiedergibt, gelingt dieses in dem deutschen Pendant nicht. Ganz im Gegenteil: Nach noch hoffnungsfrohem Anfang, verfällt der Stil des Buches doch recht schnell in einen fast schon jammerigen Grundton. Man kann das natürlich auch als "nachdenklich" etikettieren, enttäuschend bleibt es trotzdem.
Der Grund hierfür mag darin liegen, das der absolut überwiegende Teil des Buches sich mit Migrantenpolitik, Integration und Schulsystemen beschäftigt. Alles unterlegt mit persönlichen Erfahrungen aus Bekanntschaften und Erlebnissen. Diese Betrachtungen geraten noch dazu sehr einseitig.
Die Autoren und der Verlag haben hier eine Erwartungshaltung geschaffen, die das Buch ganz klar nicht erfüllt.
Fazit: Wer das Buch kauft, weil er "Mein Amerika - Dein Amerika" mochte, dürfte eher enttäuscht sein. Ansonsten bleibt ein leicht zu lesender, sehr subjektiver und damit lückenhafter Blick auf vor allem das deutsche Schulsystem und die Lage von Migranten. Das ganze gibt es zu einem doch sehr ambitioniertem Preis. Ein Taschenbuch hätte es vielleicht auch getan.