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Mein Bericht an die Welt: Geschichte eines Staates im Untergrund
 
 
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Mein Bericht an die Welt: Geschichte eines Staates im Untergrund [Gebundene Ausgabe]

Jan Karski , Ursel Schäfer , Franka Reinhart
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Zeitgeschichte, die sich wie ein Kriminalroman liest.

"Karski hat den Großen dieser Welt enthüllt, was die Welt nicht wissen wollte." (Jorge Semprún)

"Karski lebte also, meine Aufregung steigerte sich noch, als ich ihn sah und mit ihm zu drehen begann 1985 machte mein Film Shoah Jan Karski für uns alle wieder lebendig und gab ihm seinen Platz in der Geschichte zurück." (Claude Lanzmann)

Erstmals auf Deutsch: der Augenzeugenbericht des wichtigsten Verbindungsmanns der polnischen Widerstandsbewegung "Ein Botschafter des Holocaust aus eigener Anschauung, lange bevor dieser Begriff ins allgemeine Bewusstsein und ins Gewissen der Welt gedrungen war." (DER SPIEGEL)

Kurzbeschreibung

Dass Jan Karski, eine der zentralen Figuren des polnischen Widerstands, die Alliierten schon 1942/43 mit der Realität des Holocaust konfrontierte, hat ihm in Israel einen Platz unter den »Gerechten« eingetragen. Sein Lebensbericht »Story of a Secret State«, 1944 unmittelbar unter dem Eindruck der Ereignisse geschrieben, wurde in den USA zu einem Sensationserfolg. Danach schienen Autor und Buch verschollen, bis Claude Lanzmann den herausragenden Zeitzeugen für seinen Film »Shoah« interviewte. Heute wird Jan Karski neu entdeckt, und erstmals liegen seine außergewöhnlichen Memoiren auf Deutsch vor ein Dokument allerersten Ranges, Zeitgeschichte, die sich wie ein Kriminalroman liest. Als Hitler Polen überfällt, flieht der junge Offizier mit der zerschlagenen Armee gen Osten und läuft den Sowjets in die Arme, die ihn an die Deutschen ausliefern. Damit beginnt die abenteuerliche Odyssee Karskis durch ein Europa in Krieg und Aufruhr. In tollkühner Flucht schlägt er sich zur polnischen Untergrundbewegung durch, wird rasch mit wichtigen Missionen betraut. Jüdische Partisanen schleusen ihn heimlich ins Warschauer Ghetto und ein Konzentrationslager, wo er Augenzeuge der Judenvernichtung wird. Karski gerät in die Fänge der Gestapo, wird gefoltert, flieht erneut. Seine wichtigste Mission als Kurier für den Widerstand führt ihn schließlich 1942 quer durch Nazi-Deutschland nach England und Amerika, um Anthony Eden und Roosevelt persönlich Bericht zu erstatten. Jan Karski, »Botschafter des Holocaust aus eigener Anschauung« (Spiegel) und ein mitreißender Erzähler, legt Zeugnis ab »ein wertvolles, tief erschütterndes historisches Dokument« (Arte), »ein außerordentlicher Schicksalsbericht, der nichts von seiner Kraft eingebüßt hat« (Le Figaro littéraire).

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Dinge zu erzählen die man nicht hören will hat Tradition, Jan Karski ist einer dieser Erzähler denen man nicht zuhören wollte und seine Geschichte hätte es verdient Gehör zu finden. MEIN BERICHT AN DIE WELT von Jan Karski ist der Bericht eines polnischen Agenten aus dem Untergrund. Seine Berichten erreichten die Alliierten bereits 1942 und zeugen von einer unvorstellbaren Maschinerie des Grauens die seit einiger Zeit im von Deutschland besetzten Polen angelaufen war. Gelesen hatte man es aber zuhören und Konsequenzen ziehen wollte man nicht so recht, es brauchte dann noch mehrere Jahre bis wirklich gehandelt wurde. Jan Karski ist damit einer der ersten Zeitzeugen die das sagten was damals wirklich geschah.

Es gab diesen Bericht zwar schon einmal auf dem Markt, aber in ungenügender Übersetzung und Bearbeitung. Mit diesem Buch MEIN BERICHT AN DIE WELT von Jan Karski, welcher zudem einer der Gerechten des Staates Israel ist, offenbart sich erstmals die Geschichte eines Mannes, seine Memoiren, welche alles andere als lustig sind. Geflohen vor der Wehrmacht, von den Sowjets an das 3. Reich ausgeliefert beginnt eine Reise in die Hölle. Als Offizier der polnischen Armee gab es für ihn kein Pardon, doch er flieht.

Stationen seines Lebens sind hernach das Warschauer Getto, Folterung durch die Gestapo, Kurier des Widerstands in England und den Vereinigten Staaten - seine Memoiren sind ein Zeitzeugnis erster Güte die die Dimension des Grauens greifbar machen und bei deren Schilderungen man sich immer wieder fragen muss wie Menschen zu so etwas fähig sein konnten und anscheinend heute immer noch sind.

Das Buch eine Neuübersetzung des englischen Originals und der französischen Neuübersetzung von 2010 zeigt das Franka Reinhart und Ursel Schäfer den Text behutsam in die Hände genommen haben und ihn für unsere heutigen Ohren so in Form brachten das weder Sinngehalt noch Aussage verfälscht wurden.

Es könnte wirklich fiktiv sein und einen großartigen Kriminalroman darstellen, einen James Bond der ersten Stunde mit Bösewichtern auf der einen Seite und den Guten auf der anderen, ebenso wie in Indianer Jones, doch das hier ist die Realität gewesen. Mir graust es vor den Folterungsdarstellungen und Deportationen die Jan Karski selbst erlebt und gesehen hatte - direkte Schilderungen aus erster Hand - so untrüglich kann es sein und doch dauerte es bis man handelte.

Das Buch MEIN BERICHT AN DIE WELT von Jan Karski zeigt ebenso wie man versuchte den Staat Polen im Untergrund weiter zu betreiben, doch der Terror von oben nahm natürlich zu. Man beging auch Fehler und zeitlebens fragte sich Jan Karski dieser oder jene Weg der bessere gewesen wäre.

Das Buch zeigt schonungslos auf wie es war auf der falschen Seite zu stehen und Zeitzeuge zu werden wenn eine Vernichtungsmaschinerie anläuft. Dabei war es für ihn ebenso hart mit ansehen zu müssen wie sein Polen von der Landkarte verschwand.

Jan Karski zeigt uns in seinem Buch MEIN BERICHT AN DIE WELT wie es ist in Wahrheit ein Agent im Untergrund u sein, alles andere als heldenhaft und alles andere als erstrebenswert. Die Narben der Folterungen trug er sein ganzes restliches Leben, seine Erlebnisse brannten sich im unauslöschlich ins Gedächtnis ein.

Sein Bericht an die Welt ist ein Aufschrei und Ausruf des Schreckens den er erlebte - die Kaltschnäuzigkeit, sogar von Kindern, die einfach so im Warschauer Getto einen Mann erschossen, lässt mich bis heute am menschlichen Verstand zweifeln.

Die Folterung die er erdulde, den Selbstmord mit Rasierklinge und die eigenartig distanzierte Art der Folterer, Knechte und Schergen irritiert mich noch heute. Was bleibt ist ein Einblick in eine quasi Schattenregierung, dem Polen im Untergrund und des Augenzeugenberichts über die Vernichtung ganzer Bevölkerungen und Gruppierungen.

Es passierte damals und kann immer wieder passieren - soll man den Tätern verzeihen oder darf nie verziehen werden? Wie kostbar ist das menschliche Leben und wie intelligent ist diese Spezies?

Dieses Buch gibt ein paar sehr eindrückliche Antworten - es sollte nicht vom Buchmarkt verschwinden.

Sehr empfehlenswert!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas
Von Amazon bestätigter Kauf
Die Lebensgeschichte von Jan Karski zwischen 1939 und 1943 liest sich wie ein beinahe unglaublicher Thriller, der das Zeug zum Hollywood-Film hat (in der Tat hat Karski damals versucht einen (Propaganda-)Film zu finanzieren, in Hollywood hatte man aber kein Interesse). Ich musste mich beim Lesen der über 500 Seiten regelmäßig kneifen und mir immer wieder klar machen, dass das, was dort geschrieben steht, bereits 1944 und nicht etwa, wie bei den Erfahrungsberichten etwa von Miep Gies, die auf ihre Zeit mit Anne Frank und die Unterdrückung in Holland zurückblickt, Jahre später veröffentlicht wurde.

Ein Überblick:

Jan Karski ist ein Kind der Mittelschicht, das sich durch Fleiß und Ehrgeiz nach oben gearbeitet hat und auf dem Weg zum Diplomaten ist, als im August 1939 mitten in der Nacht der Einsatzbefehl der polnischen Armee eintrifft.

Doch noch ehe Karski, als Unteroffizier in Bereitschaft, begreifen kann, was überhaupt passiert, haben die Deutschen Polen schon überrannt und er befindet sich ziellos auf einem Fußmarsch in Richtung Osten. Dort trifft er schließlich auf die Russen, von denen er gefangen genommen und (vermutlich) in Richtung Sibirien in ein Lager abtransportiert wird.

Dem Hitler-Stalin-Pakt ist zu verdanken, dass Polen zwischen Deutschland und Russland aufgeteilt wird. Ebenfalls wird vereinbart, deutschstämmige Gefangene auf der einen gegen slawische Gefangene auf der anderen Seite auszutauschen. Durch einen Trick und die Schlampigkeit der Russen gelingt es Karski, ausgetauscht zu werden. In der Hand der Deutschen gelingt ihm mit anderen, durch einen Sprung aus einem fahrenden Zug, die Flucht.

Er schließt sich dem polnischen Untergrund an, der sich zu dieser Zeit erst aufzubauen beginnt. Unter anderem reist er auch als Bote zwischen Polen und Frankreich hin und her, wo sich vor der Niederlage der Franzosen die polnische Exilregierung nahe Paris niedergelassen hat.

Bei seinem zweiten Trip in Richtung Paris fällt er jedoch der Gestapo in die Hände. Diese verschleppt und foltert ihn, bis er beschließt sich das Leben zu nehmen und sich die Pulsadern aufschneidet. Der Selbstmordversuch misslingt, und wie durch ein Wunder wird er schließlich befreit.

Nach einiger Zeit bekommt er schließlich den 'finalen' Auftrag nach London zu reisen und nicht nur der polnischen Exil-Regierung sondern vor allem auch der westlichen Welt mitzuteilen, was in Polen vor sich geht.

Um nicht nur Texte auf Mikrofilm zu überbringen, sondern authentisch berichten zu können, entscheidet er sich vor seiner Abreise zu zwei Dingen.

Erstens besucht er das Warschauer Getto. Besuch ist an dieser Stelle natürlich ein Euphemismus, er lässt sich unter Lebensgefahr einschleusen. Was er dort sieht und erlebt, wird er nicht mehr vergessen. In Erinnerung blieben vor allem die Apelle der jüdischen Führer, die ihm das Getto zeigen. In ihrer Verzweiflung fordern sie den Westen im Wissen, dass die Forderung unrealistisch ist, auf, jeden Deutschen, den man irgendwo auf der Welt finden kann, auf der Stelle zu töten.

Noch weniger aber wird er seinen Tag in einem deutschen Vernichtungslager vergessen, in das er sich mit Hilfe korrupter ukrainischer Aufseher schmuggeln lässt. Die Art und Weise, wie hier auf einen Schlag 5000 Menschen vor seinen Augen qualvoll getötet werden, ist so eindrucksvoll geschildert, und so unglaublich, dass sie 1944 absolut surreal und unrealistisch gewirkt haben muss.

Über eine erneut abenteuerliche Reise gelangt er schließlich durch Spanien nach Gibraltar, von wo aus er mit dem Flugzeug nach England gelangt. Dort versucht er die (Welt-)Öffentlichkeit durch seine Erfahrungsberichte wachzurütteln.

Als dies nicht gelingen mag, wird er nach Amerika versetzt. Hier trifft er nicht nur Abgeordnete, hohe Richter oder Kirchenoberhäupter, sondern auch den Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Genutzt hat all das relativ wenig, denn niemand hat die Lage tatsächlich erkannt. Zu dem Zeitpunkt, als Karski in England eintraf, waren wohlgemerkt schon schätzungsweise 1,8 Millionen Juden getötet worden.

Ab absurdesten vermag noch das gewesen sein, worüber er aufgrund der politischen Lage damals nicht schreiben durfte. Am Ende wurde die demokratische polnische Exilregierung nicht mehr anerkannt und Moskau setzte seine eigenen Leute ein. Die polnische Untergrundarmee, die noch bei der finalen Befreiung Polens gemeinsam mit den Russen gekämpft hatte, wurde schließlich in Lager gesteckt.

Der Rest ist Geschichte.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stadel
Dieses Buch ist ein Ereignis, denn: Es nimmt gefangen, hält in Atem und reißt mit - Seite für Seite, Satz für Satz. Jan Karskis "Bericht an die Welt", 1944 nach schweren Jahren im Untergrund im sicheren Amerika verfasst und nun erstmals ins Deutsche übersetzt, entführt uns in die Epoche der moralischen Verwilderung, in das von den Deutschen besetzte Polen, in dem es nur noch Jäger und Gejagte gab und - natürlich - den Massenmord.
Selten zuvor hat man derart unverfälschte Aufzeichnungen in den Händen gehalten. Auf persönliche Weise schildert Karski, dieser Mann von heller, wacher Sensibilität, was er in Polen seit dem September 1939 erlebt hat, wie sich David gegen den deutschen Goliath zu wehren versuchte, wie er einen geheimen Staat im Staate aufbaute und wie die Juden um Hilfe flehten und doch wussten, dass ihre Vernichtung nahe war.
Karskis stilistische Fähigkeiten, seine Beobachtungsgabe und der Drang, als Augenzeuge all das festzuhalten, was er als Kurier im Untergrund erlebt hat, haben ihm und damit uns allen zu einem einzigartigen Dokument verholfen, das (ich hoffe) eine zentrale Quelle der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts bleiben wird. Die Bedeutung erschließt sich aus drei Aspekten: Karskis "jüdischer Mission" im Herbst 1942, der detailreichen Darstellung des polnischen Widerstandes, der einen Staat im Staate bildete, und dem Bericht über deutsche Kriegsverbrechen in Polen.

In vielen Passagen sagt Karski offen, was er von den Deutschen hält. Jahre nach dem Krieg sah er darin den Grund, warum sein Buch nie einen deutschen Verleger fand. Ob er Recht hatte? Jedenfalls war es Zeit, dass sein "Bericht an die Welt" nun auch eine deutsche Öffentlichkeit erreicht.
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