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Mein Abschied vom Himmel: Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland
 
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Mein Abschied vom Himmel: Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland [Gebundene Ausgabe]

Hamed Abdel-Samad
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Fackelträger-Verlag (3. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3771644194
  • ISBN-13: 978-3771644192
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 235.881 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hamed Abdel-Samad
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Eines der spannendsten Bücher dieses Jahres Neues Deutschland (Neues Deutschland)

Ist ein Leben unter Polizeischutz der Preis dafür, dass man die Wahrheit sagt? (SWR 1, Leute heute)

Kurzbeschreibung

Mein Abschied vom Himmel ist die bittere Geschichte eines hochbegabten, während seiner Kindheit missbrauchten muslimischen Mannes. In Ägypten, Japan und Deutschland erhofft sich Hamed Abdel-Samad eine Erklärung für die Gewalt, der er ausgeliefert war und die lange ein Teil seiner Existenz war. Er sucht Orientierung bei ägyptischen Marxisten, fundamentalistischen Muslimbrüdern, Buddhisten und unter dem Druck seiner seelischen Wunden Zuflucht in psychiatrischer Behandlung. In seinem aufsehenerregenden Buch hält Hamed Abdel-Samad Orient und Okzident gleichermaßen den Spiegel vor und zeigt am Beispiel seines eigenen Lebens Spannungen, Konflikte und Möglichkeiten, die in jeder dieser Kulturen existieren. Heute lebt Hamed Abdel-Samad in München und unterrichtet am Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
155 von 162 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
schonungslos ehrlich 12. November 2009
Von Hattie
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ausgeprägt analytisch und tabulos setzt sich Abdel-Samad mit sich selbst, seiner Geschichte, den archaischen Traditionen Ägyptens und den Versuchungen und Überforderungen, die das Leben in Deutschland für ihn mit sich bringen, auseinander.

Die innere Zerrissenheit des Autors ist für den Leser schmerzhaft spürbar, die schonungslose Ehrlichkeit des Autors sich selbst gegenüber mutig und schwer erträglich zugleich.

Anhand seiner eigenen Geschichte, der Geschichte eines zutiefst verletzten Menschen, gewährt Abdel-Samad dem Leser einen tiefen Einblick in die Lebenssituation der Menschen in Ägypten, in die gewaltproduzierenden, von arabischen Clanstrukturen geprägten, gesellschaftlichen Strukturen in arabischen Ländern, die in dem Individuum auch nach der Emigration weiter wirken. Abdel-Samad zeigt auf, worin die Faszination des Lebens in Deutschland, die Sehnsucht nach Freiheit und die gleichzeitige Überforderung des Einzelnen nach der Immigration begründet ist.

Ohne je seinen analytischen Blick zu verlieren, erklärt er den gesellschaftlichen Konflikt der Herkunftsgesellschaft, der, von dem Individuum verinnerlicht, in der Aufnahmegesellschaft Gestalt annimmt. Das Ankommen in Deutschland provoziert die kritische Auseinandersetzung mit den Lebensverhältnissen und Traditionen der Herkunftsgesellschaft und setzt sie zugleich voraus.

Insgesamt lässt sich daher sagen, dass dieses Buch, fesselnd geschrieben, ein sehr persönlicher und zugleich wichtiger Beitrag ist, sowohl im Rahmen der Integrationsdebatte als auch für die Menschen in den arabischen Ländern selbst.

Ein Buch, über das man lange nachdenkt.
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39 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von arno
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Sicher ein diskussionswürdiges Buch, teilweise in ungewohnter Offenheit geschrieben, aber immer wieder unter verwirrter Inkonsequenz leidend.
Etwas überspitzt könnte man sagen: Es geht um den Lebensweg und die Erfahrungen eines, heute in Deutschland lebenden Ägypters, der auf der Suche nach sich selbst ist, hierbei immer wieder an sich selbst scheitert, dies aber regelmäßig larmoyant anderen oder den "Umständen" in die Schuhe schiebt. Seine nicht erfüllten Erwartungen an ein glückliches Leben in Deutschland, seine sexuellen und religiösen Probleme führen ihn in eine starke psychische Krise (mit zeitweisem Aufenthalt in einer Klinik), dann bezeichnender Weise ans andere Ende der Welt, nach Japan, wo er (natürlich) ebenfalls nicht sein Glück findet. Im Gegenteil, er "ertappte sich dabei Deutschland zu vermissen". Es ist sicher kein Zufall, dass er immer wieder auch an Beziehungen zu Frauen scheitert. Seine religiöse Auseinandersetzung mit dem Islam nimmt breiten Raum ein und ist vom Ansatz her nachzuvollziehen, dann aber zeigt sich oft, dass der Autor erheblich Probleme hat, konsequent zu sein. Er scheint ein Gefangener zu sein. Er kämpft, aber aus seiner tief verinnerlichten muslimischen Tradition kann er sich letztlich nicht lösen.
Richtig fand ich den Hinweis Hamed Abdel-Samads, dass die arabische Welt gegenüber Europa insgesamt ein Gefühl der Ohnmacht verspürt, und dass die materielle Unterlegenheit mit moralischer Überlegenheit kompensiert wird.
Insgesamt ein sehr persönliches, mutiges Buch, das Einblick in die Konflikte eines nach Deutschland ausgewanderten, traditionell erzogenen Muslims gibt.
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Reise in den Westen 1. November 2010
Format:Taschenbuch
Hamed Abdel-Samad wurde in einem kleinen Dorf südlich von Kairo als Sohn eines Imam geboren. Seine tief religiöse Erziehung dient vor allem dem Zweck, dass er eines Tages das geistliche Amt des Vaters übernehmen sollte. Nach einem Fremdsprachenstudium in Kairo reist er, dreiundzwanzigjährig, 1995 zum weiteren Studium nach Deutschland, wo er heute als Historiker tätig ist.
Besonders im Zusammenhang mit seinem nachfolgenden Werk, Der Untergang der islamischen Welt (2010), kann Mein Abschied vom Himmel als Beitrag zu der intensiven öffentlichen Islamdiskussion gelesen werden, die gegenwärtig in den deutschen Medien geführt wird. Heute sieht sich Abdel-Samad als Muslim der sich ,,vom Glauben zum Wissen' gewandt hat, aber schon seine frühe Kindheit und Jugend waren mit ernsten Problemen befrachtet, für deren Überwindung seine religiöse Erziehung ihm keinerlei Handhabe oder Trost bot. Gewalt und körperliche Züchtigung -- auch die seiner Mutter durch den Vater -- gehörten in seinem Elternhaus zum Alltag. Dies, sowohl wie die Rituale seiner eigenen Beschneidung und der genitalen Verstümmelung seiner Schwester beschreibt der Autor in schonungsloser Offenheit, desgleichen das Trauma seiner eigenen Vergewaltigung, die ein fünfzehnjähriger Kairoer Mechanikerlehrling an dem Vierjährigen verübt hat. In der Rückschau schreibt der nunmehr fünfunddreißigjährige Hochschuldozent: ,,Das Leben der Stadt ging weiter, als sei nichts geschehen, als wären nicht gestern einem Kind alle Hoffnungen und Träume mit einer glühenden Zange aus dem Leib gerissen worden.' (S. 94).
Sowohl das soziale Umfeld auf dem Dorf als auch die verwirrenden Lebensverhältnisse der Studenten in Kairo weisen chaotische Züge auf und bieten dem jungen Hamed weder inneren Halt noch eine politische Heimat. Er kokettiert zeitweise mit der Muslimbruderschaft, dann wieder mit den Kommunisten, der ,,Muslimbruderschaft ohne Gott', wie er schreibt. Kritiklos macht er sich den Judenhass der ägyptischen Medien zu eigen. Obwohl ihm auch deren Hassliebe gegenüber dem Westen nicht fremd ist, bewirbt er sich mit Erfolg um ein Studentenvisum für Deutschland.
Seine Integration gestaltet sich schwieriger als er erwartet hatte. Es kommt zunächst zu einer Zweckehe mit einer Frau, die er in Ägypten als Touristin kennengelernt hat. Zeitweise betrachtet er sein Gastland mit den kritischen Augen vieler anderer radikalisierter Muslime, während er gleichzeitig die eigene Heimat und Religion idealisiert. Diese ungelösten Spannungen führen zu akuten köerperlichen und seelischen Krankheitszuständen.
Um seine japanischen Sprachkenntnisse zu vervollkommnen, entschließt er sich, ein Studienjahr in Japan zu verbringen. Dort begegnet er in Connie einer jungen Frau dänisch-japanischer Herkunft, ,,die Liebe [meines] Lebens', die ihm einen vertieften Einblick in die japanische Kultur und Religion vermittelt. Er vergleicht schintoistisches Denken mit seiner eigenen Religion: ,,Wenn der Japaner den Tempel verlässt, verfolgen ihn diese Götter nicht mit Verboten und Geboten. Der Mensch bringt die Götter zum Leben, nicht umgekehrt. Ein faszinierender Gedanke' (Seite 246).
Wie sein Verhältnis zu den meisten Frauen gestaltet sich auch die Beziehung zu Connie, obgleich sie später in eine Ehe mündet, vielschichtig und problematisch.
Der allmähliche Glaubensverlust des Autors wird auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung immer wieder erneut thematisiert und zu erklären versucht. Dennoch entschloss sich Abdel-Samad, das Werk zunächst in Ägypten zu veröffentlichen, wenn auch als ,,Roman'. Es fand große Beachtung, aber auch heftige Kritik und wurde von islamischer Seite mit einer Fatwa belegt. Der Autor lebt heute in München unter Polizeischutz.
Es gehört Mut dazu, sein Innerstes so schonungslos preiszugeben; aber Hamed Abdel-Samad bietet dem deutschen Publikum damit einen authentischen, ganz persönlichen Bericht der schwierigen Reise eines Muslimen nach Westen, wie sie sich heute tausendfach vor unseren Augen abspielt.
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