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Meike Fischer - 8 qm Tisch-Bett-Stuhl
 
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Meike Fischer - 8 qm Tisch-Bett-Stuhl [Gebundene Ausgabe]

Marc Peschke , Meike Fischer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 65 Seiten
  • Verlag: Kehrer, Heidelberg (Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3868282300
  • ISBN-13: 978-3868282306
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 16,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 689.338 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Meike Fischer hat u ber ein kurz zuvor geschlossenes Frankfurter Frauengefängnis eine beru hrende fotografische Serie geschaffen, deren ruhige Bilder zwischen Dokumentation und Essay anzusiedeln sind. Die kargen Zellen verfu gen u ber eine Fläche von ca. 8 Quadratmetern und sind mit einem Bett, einer Toilettenschu ssel, einem Tisch und einem Stuhl ausgestattet. Dazu ein Waschbecken mit einem kleinen Spiegel. Manche sind farbig gestrichen nach Vorstellungen der Gefangenen von den Gefängnismitarbeiterinnen umgesetzt, zumindest eine kleine Möglichkeit, sich persönlich einzurichten. Die Häftlinge hatten jeweils eine kleine Pinnwand, an der sie persönliche Dinge aufhängen durften. Nachdem die Zellen geräumt waren, zeugen in Tische und Wände eingeritze Daten, Namen und Liebesbeteuerungen von Einsamkeit, Warten, Wut und Träumen der Inhaftierten. Das Gefängnis wurde mittlerweile abgerissen.

Über den Autor

Meike Fischer ist Diplom-Designerin mit dem Schwerpunkt Fotografie. Sie arbeitet als freie Fotografin für verschiedene Magazine und leitet Workshops zur Street-, Porträt- und Landschaftsfotografie.

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Meike Fischer: 8 qm - Tisch - Bett - Stuhl
Im Kehrer-Verlag ist ein Bildband der Fotografin Meike Fischer mit dem Titel "8 qm -Tisch - Bett - Stuhl" erschienen. Die Autorin hat die leer stehende Frauenhaftanstalt Frankfurt / Preungesheim (Anfang des Jahres 2011 wurde diese Justizvollzugsanstalt abgerissen) mit imposanten Bildern überwiegend aus dem Innern der Haftgebäude festgehalten. Der kleine aber feine Bildband mit 66 Seiten gibt den ungeschminkten Blick frei auf die andere Seite der Gitter. In der Einführung von Marc Peschke wird die Strafvollzugsarchitektur als System ständiger Überwachung und Disziplinierung sowie optimaler Abläufe charakterisiert. Ansonsten kommt - bis auf das einführende Vorwort - der Bildband ohne jeglichen Text aus. Die Bilder der Fotografin Fischer sagen jedoch mehr als tausend Worte und bestechen durch die optisch-realistisch wiedergegebenen Eindrücke der großen Trostlosigkeit eines Frauengefängnisses, das noch bis vor kurzer Zeit in Betrieb war und seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner typischen Architektur als zentrale Frauenhaftanstalt von Hessen diente. Individualität auf den Hafträumen findet nur an der Pinnwand auf einem vorgegebenen Maß statt. Die Fotoreihe im Bildband gibt eindringlich eine geradezu visuelle Askese der Hafträume wieder. Die Zellen, noch vor geraumer Zeit von Insassinnen belegt, fand die Fotografin in einem armseligen und teilweise morbidem Zustand vor. Der Betrachter sieht Behältnisse für Menschen, die dem reibungslosen Ablauf monotoner Tagesroutine untergeordnet sind. Der Begriff "Unterbringung" kann hier nur als schwacher Euphemismus gelten.
Die fotografische Herangehensweise der Autorin des Bildbandes ist weder voyeuristisch - reißerisch noch aufdringlich, sondern authentisch und empathisch. Auf diese Weise wirken die Aufnahmen auf den Betrachter - ohne Worte zu sagen - wie eine manifeste und gewaltige Anklage. Im Vorwort heißt es dazu treffend: "Ihre Arbeiten sind vieles: sorgsam komponierte Architekturbilder, ein psychologischer Blick in die Innenwelt der ehemaligen Insassen - und schließlich auch ein politischer Kommentar auf eine Strafvollzugsarchitektur, deren Ödnis sich kalt auf die Herzen jener gelegt haben muss, die hier lebten". Der Normalbürger wird sich angesichts dieser trostlosen Bilder fragen, wie in solchen "Behältnissen" ein neuer Mensch heranreifen bzw. entstehen soll. Zum gesetzlichen Auftrag des Strafsystems gehört nicht nur eine sichere und effiziente Unterbringung des straffällig gewordenen Menschen, sondern auch dessen Anrecht auf Resozialisierung, die eigentlich eine würdevolle Architektur und Unterbringung zur Voraussetzung hat.
Allen Mitarbeitern, die im operativen Geschäft des Strafvollzugs verankert sind, können solche hochemotionalen Bilder eine absolut notwendige Sichtweise auf ein lange vernachlässigtes Problem - Strafvollzugsarchitektur und Haftraumgestaltung - ermöglichen.
Meike Fischer: 8 qm - Tisch - Bett - Stuhl. Bildband 66 Seiten, Kehrer-Verlag, Heidelberg 2011.
Rezension: © Willi Wilhelm, Bornheim Oktober 2011.
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