Manche Fragen ziehen sich durch die gesamte Literaturgeschichte, z. B.: Kann man rundum gelungene Werke fortsetzen? Funktioniert es, dem Nachfolger einen Bezug zum ersten Werk zu geben und ihm trotzdem eine gewisse Eigenständigkeit zu bewahren? Die Voraussetzungen waren für "Mehr Stadtgeschichten" relativ günstig, denn die Erzählstruktur von "Stadtgeschichten" ist eher episodenhaft als klar auf ein Ziel gerichtet, deshalb lässt sich eine neue Handlung leicht akzeptieren, besser gesagt einige neue Handlungen, die insgesamt sehr interessant sind und in diesem Buch mehr auf Spannung ausgelegt sind als in "Stadtgeschichten"; besonders für Mona, Mary Ann und DeDe kommt es hart auf hart. Das Ganze wird mit dem gleichen Witz erzählt wie im Vorbuch und unter den neuen Figuren finden sich ebenso verrückte Nudeln wie im Stammpersonal, allen voran Mother Mucca, die aus Gründen, die ich nicht verraten will, zur Urmutter der Stadtgeschichten erklärt werden kann. Insgesamt ist "Mehr Stadtgeschichten" durchaus gelungen, und wahrscheinlich könnte man es auch ohne die Kenntnis des ersten Romans lesen, trotzdem fällt es, was Originalität betrifft, gegenüber "Stadtgeschichten" ab, aber das soll die 5 Sterne, die die gesamte "Stadtgeschichten"-Reihe verdient hat, nicht nehmen, denn alle sechs Bücher sollte man einfach gelesen haben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)