Kurzbeschreibung
Im Grunde weiß man nie, wie alles gekommen ist, denkt der Erzähler und fragt sich, von welchem Punkt aus die Sache schiefgelaufen ist. Wann haben er und seine früheren Freunde, die alle langsam auf die Dreißig zugehen, begonnen, sich auseinanderzuleben? Wieso zieht ihn Filiz an, wo er doch immer noch in Anika verliebt ist? Und wo ist die Grenze, wenn man erst einmal angefangen hat zu lügen? Aus seinem einsamsten Sommer kommt er zurück nach Deutschland und muß feststellen, daß er zu wenig Geld hat. Sein früherer Freund Patrick bietet ihm an, ihn beim Fernsehen als Dialogschreiber für Serien unterzubringen. Er lehnt ab, er will nichts schreiben, hinter dem er nicht stehen kann. Überhaupt ist er stolz auf sein kompromißloses, ehrliches Leben: für ihn zählen Zeit, Spaß, Sex, Musik, Drogen, Bücher, Ungebundenheit; aber er ist nicht bereit, für Geld seine Jugendideale aufzugeben. Dann jedoch häufen sich die Situationen, in denen er sich eingestehen muß, daß er selbst nicht so aufrichtig ist, wie er es von den andern verlangt. Er ist zu gierig, will alles auf einmal. Was passiert, wenn man die Erwartungen, die man an sich selbst hat, aufgibt?
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Die Rückkehr aus der Türkei war beschissen -- zu lange im Flieger, einen ständig quatschenden Nachbarn, Anika hatte ihn nicht vom Flughafen abgeholt, in der Wohnung stapelte sich das schmutzige Geschirr und der Kühlschrank war leer. Doch am Abend war die Welt wieder in Ordnung, auch wenn das Konto leer war und er sich wohl oder übel doch um einen Job umschauen mußte. Denn eigentlich war er Schriftsteller, schrieb Artikel für Zeitschriften, und seine Bücher wurden immerhin gekauft.
Die Freunde, die er schon seit der Schulzeit kannte, entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen, Patrick hatte sogar Erfolg, auch wenn das, was er jetzt fabrizierte, nichts mehr mit den Idealen von früher zu tun hatte. Und er selber? Wie weit kam er noch mit seinen Idealen? Verkauft er sich auch schon für Geld? Und was war mit seinen Träumen von einer noch größeren Liebe, die irgendwo da draußen auf ihn warten konnte? Da war nämlich auch noch Filiz, die so anders als Anika war...
Hier erzählt einer in meinem Alter von Teilen meiner Jugend. Er erzählt davon, wie Freundschaften, die man für ewig hielt, zerbrechen oder sich einfach totlaufen, vom Aussteigen-Wollen, von Liebe -- oder was man dafür hält. Ich hab mich sehr oft wiedergefunden, ich kenne die Fragen, die er sich selber stellt -- ein Buch der Twens in den 90ern.
Ein paar Kleinigkeiten gibt es natürlich, die mich gestört hatten -- ich mag es generell nicht, wenn ein Autor davon erzählt, er würde in keinem Buch, in keinem Film mehr etwas Neues entdecken, wenn über die Einfallslosigkeit geschimpft wird -- auch wenn er selbst in seinem kurzen Roman nie den Anspruch erhebt, sein eigenes Werk könnte nun grundlegend besser oder anders sein. --Daniela Ecker