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Mehr Geld als Gott: Hedgefonds und ihre Allmachtsphantasien
 
 
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Mehr Geld als Gott: Hedgefonds und ihre Allmachtsphantasien [Gebundene Ausgabe]

Sebastian Mallaby
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 602 Seiten
  • Verlag: FinanzBuch Verlag (17. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898796299
  • ISBN-13: 978-3898796293
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 15,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 24.181 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Reiche, mächtige und womöglich gefährliche Hedgefonds-Magnaten sind die Stars des Kapitalismus im 21. Jahrhundert. Ihre Wochenendpaläste sind Futter für die Fotografen von Vanity Fair, und die Möglichkeit, sie könnten ein Chaos auslösen, beschäftigte die Aufsichtsbehörden schon vor dem jüngsten Zusammenbruch der Finanzmärkte. Auf der Grundlage des einzigartigen Wissens des angesehenen Finanzautors Sebastian Mallaby über diese Branche sowie von 300 Stunden Interviews und ungezählten internen Dokumenten erzählt Mehr Geld als Gott die Geschichte der Hedgefonds von den Anfängen in den 1960er- und 1970er-Jahren über die explosiven Schlachten mit den Zentralbanken in den 1980er- und 1990er- Jahren bis zu ihrer Rolle in der Finanzkrise von 2007 bis 2009. Das erste maßgebliche Buch über die Geschichte der Hedgefonds - von den rebellischen Anfängen bis zu ihrer Rolle bei der Definition des zukünftigen Finanzwesens.

Über den Autor

Sebastian Mallaby ist Kolumnist der Washington Post und hat sich auf Themen rund um die Globalisierung spezialisiert. Zuvor hat er mehr als 13 Jahre für das Magazin Economist über internationale Finanzthemen berichtet und war Bürochef des Economist in Südafrika, Japan und Washington. Mallaby ist zudem Autor des US-Bestsellers "The World's Banker", erschienen im Jahr 2004.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von MengKi
Der Band bietet eine historische Darstellung der Hedgefonds und bekannter Persönlichkeiten, die mit ihnen verbunden sind. Außerordentlich klar und auch für Nichtspezialisten sehr gut verständlich und nachvollziehbar werden die Anlage- und Handelsstrategien der Fonds erläutert. Es gelingt dem Autor Sebastian Mallaby, einem Journalisten der "Washington Post", der vorher viele Jahre für "The Economist" tätig war, exzellent, die abstrakten Darstellungen finanztheoretischer und makroökonomischer Probleme mit spannenden Einzelbeschreibungen von Personen, Firmen oder Entscheidungssituationen zu verbinden. Schon die Kapitelüberschriften zeigen, dass nicht einfach trocken Finanzgeschichte referiert wird: "Big Daddy", "Paul Samuelsons Geheimnis", "Der Feind sind wir", "Die Codebrecher" etc. stehen für wichtige historische Wendepunkte in der Geschichte der Hedgefonds.
Die Protagonisten, das politische und wirtschaftliche Umfeld - alles ist sehr gut miteinander verbunden und ergibt ein Bild. Dieses Bild, so ein wichtiges Anliegen Mallabys, zeigt nicht nur gierige Männer, die dubiose Geschäfte machen. Sichtlich bemüht er sich um eine ausgewogene und differenzierte Darstellung, wobei er die Probleme der Hedgefonds-Modelle (vor allem ab einer gewissen Größe) ebenso berücksichtigt wie die positiven Auswirkungen.
In Deutschland ist diese "Einerseits/andererseits-Haltung" nicht ganz leicht zu vermitteln, da hier das Bild von Hedgefonds eher negativ ist. Der deutsche Verlag reagierte auf diese Erwartungshaltung indem er die zweite Überschrift des Buches veränderte. Im Original ist das Werk "More Money than God. Hedge Funds and the Making of a New Elite" überschrieben, im Deutschen wurde daraus "Mehr Geld als Gott. Hedgefonds und ihre Allmachtsfantasien". Von "Allmachtsphantasien" ist im Text eigentlich fast nicht die Rede, obwohl große Egos vorkommen und auch der erstaunliche Reichtum, den einige in diesem Sektor erwirtschaftet haben, durchaus kritisch beleuchtet wird. Aber zu Allmachtsfantasien würde doch mehr gehören, bewusste und gewollte politische sowie gesellschaftliche Einflussnahme zum Beispiel sowie eine Art Masterplan. Der einzige Hedgefonds-"König", der als politische Persönlichkeit mit umfassenden Plänen und Strategien gezeichnet wird, ist Soros. Aber gerade an seinem Beispiel zeigt Mallaby, wie dieser verzweifelt bemüht ist, als guter Mensch und verantwortlicher Akteur ernst genommen zu werden - und dabei sogar erhebliche Verluste in Kauf nimmt...
Sehr interessant sind die letzten Bemerkungen im Buch, die sich mit Regulierungsmöglichkeiten beschäftigen. Wie und wo kann der Finanzmarkt reguliert werden ohne dass ihm die Dynamik und Kreativität genommen wird, die für ein funktionierendes Wirtschaftssystem unerlässlich ist? Was kann und soll man den Fonds verbieten? Der Autor gibt eine komplexe Antwort, die aber über das vorsichtige "Kommt drauf an" hinausgeht. Entscheidend ist für ihn die Größe des Unternehmungen und ihre Markpositionierung. Kurz gesagt: "Ein too big to fail" sollte möglichst ausgeschlossen werden, da man bei den Investmentbanken schon gesehen hat, dass am Ende immer der Steuerzahler für die Großgeschäfte und Großverluste aufkommen muss.
Ein exzellentes Buch, das viele Aspekte beleuchtet, wunderbar zu lesen ist und Aufmerksamkeit verdient. Nur über die Übersetzung könnte man etwas seufzen. Es mutet seltsam an, wenn man über einen Manager liest, er habe "mitteleuropäisches Haar" oder wenn der Ausdruck "Momentum" in verschiedensten Kontexten ohne Erläuterung verwendet wird. Für Trekkies dürfte schmerzlich sein, dass William Shatner zu Shutner wird. Aber das sind Kleinigkeiten.
Die finanzwissenschaftlichen Fachausdrücke werden - soweit ich das überblicke - korrekt übertragen, nur bei der erzählerischen Seite und den Personenbeschreibungen hapert es ein bisschen. Aber den Lesegenuss stört das nicht wirklich.

Fazit: Ein Pflichtkauf für alle, die zu Hedgefonds nicht nur Meinung, sondern auch Wissen haben möchten.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Ein wenig irreführend ist der Titel dieses Werkes schon. Nicht nur Gott mit Geld zu verbinden, irritiert etwas, auch die suggerierte Kritik an Allmachtsphantasien von Hedgefonds findet man in diesem Buch nicht. Vielmehr legt der Autor eine wohlwollende Geschichte der Hedgefonds vor, die sich an den Großen der Zunft orientiert.

Während er der Zeitlinie folgt und dabei gravierende Ereignisse beschreibt, in die die Riesen der Branche jeweils verwickelt waren, diskutiert Mallaby in der ersten Hälfte immer wieder die Frage, ob man die Märkte überhaupt dauerhaft schlagen könne, obwohl seine Studienobjekte bis auf wenige Ausnahmen dafür gerade einen praktischen Beweis erbringen. Erst viel später kommt er zu der gelegentlich völlig überdimensionierten finanziellen Schlagkraft großer Hedgefonds und ihrer systematischen Intransparenz, die das eigentliche Problem darstellen.

Zunächst erklärt Mallaby, was man sich unter einem Hedgefonds vorstellen muss. Der entscheidende Punkt dabei ist der massive Einsatz von Fremdkapital, der das Eigenkapital des Fonds in der Regel um ein Vielfaches übersteigen kann. Nicht selten setzen Hedgefonds dann die gesamte zur Verfügung stehende finanzielle Masse nur auf eine Karte. Das beste Beispiel dafür bot Soros mit seinem Quantum-Fund, als er gegen die britische Währung spekulierte, sie in die Knie zwang und dabei Milliarden gewann.

Der Autor wird nicht müde, Hedgefonds und Großbanken zu vergleichen, um dabei mit Recht festzustellen, dass die Flaggschiffe des Bankenwesens oftmals eine noch höhere Quote beim Einsatz von Fremdkapital aufweisen, dabei nicht selten katastrophal scheitern, im Extremfall eine weltweite Krise auslösen und dann vom ahnungslosen Steuerzahler gerettet werden müssen. Im Gegensatz dazu fiel noch nie ein Hedgefond dem Steuerzahler auf diese Weise zur Last. Weil in Hedgefonds in der Regel auch das Geld der Gründer liegt, sind sie im Allgemeinen viel vorsichtiger und cleverer als Großbanken.

Der Autor beginnt seine Reise durch die Geschichte der Hedgefonds mit Alfred Winslow Jones, der als ihr Erfinder gilt. Jedes der 16 Kapitel beschreibt immer das Wirken eines oder mehrerer Hedgefonds in einer gewissen Periode. Dabei werden die handelnden Personen, ihr relevanter Werdegang, die allgemeine Anlagestrategie und der Einfluss der Fonds auf ein ökonomisches Ereignis erläutert, ohne allerdings zu sehr ins Detail zu gehen.

Obwohl der Autor dabei auch immer wieder auf die Theorie effizienter Märkte zu sprechen kommt, braucht man eigentlich die Hedgefonds nicht als Beweis um diese Theorie zu widerlegen, denn sie ist bereits als solche nicht schlüssig. Märkte basieren auf Rückkopplungen, weil sie nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage funktionieren. Entsprechende Modelle müssen deshalb zwangsläufig nichtlinear sein. Doch die Theorie effizienter Märkte ist eine klassisch lineare Lehre, die auf wirklichkeitsfremden Annahmen beruht, die nur deshalb gemacht wurden, um überhaupt zu einer quantifizierbaren Theorie zu gelangen.

Leider vergessen Wirtschaftswissenschaftler diese Voraussetzungen dann sehr schnell, halten ihre Theorie für die Realität und schließen danach messerscharf, dass man den Markt nicht schlagen kann, weil das ihre Theorie ausschließt. Warren Buffett hat diesen Unfug treffend widerlegt. Seine Argumente kann man in diesem Buch nachlesen.

Der Autor beschäftigt sich nach Jones mit folgenden Hedgefond-Gründern oder entscheidenden Händlern: Michael Steinhardt, F. Helmut Weyman und Michael Marcus (beide Commodities Corporation), George Soros und Stanley Druckenmiller (Quantum), Julian Hart Robertson (Tiger Management), Paul Tudor Jones II, John Meriwether (LTCM), Bruce Kovner, Louis Bacon (beide entstammen der Commotities Corporation und werden nur am Rande behandelt), David Swensen (Yale-Stiftung), Tom Steyers (Farallon Capital Management), Jim Simons, David Shaw, Jim Chanos, David Einhorn, Ken Griffins (Citadel).

Einige dieser Herren kommen mit ihren Fonds in mehreren Kapiteln vor, weil sie an bestimmten Ereignissen in der Finanzwelt gemeinsam beteiligt waren. Je weiter man auf der Zeitachse voranschreitet, umso technischer wird der Handel von Hedgefonds. Insbesondere Simons und Shaw zeigten, dass man mit mathematischen Fähigkeiten und Theorien auch einen Hedgefond zum Erfolg führen kann.

Das recht spannend geschriebene Buch liest sich für an Trading oder großen Spekulanten Interessierte gut. Der Autor besitzt jedoch viele zusätzliche Informationen, die er nicht in den laufenden Text einfügen konnte ohne sich zu verzetteln. Deswegen arbeitet er mit unzähligen Anmerkungen, die - wenn man ständig ans Ende des Buches blättern muss - den Lesefluss manchmal doch stören.

Am Ende seines Textes stellt der Autor noch einmal die relative Ungefährlichkeit von Hedgefonds und ihr ausgleichendes Wirken an den Finanzmärkten heraus. In der Tat haben die Großbanken, als sie die Finanzkrise erzeugten, mit wesentlich höherem Fremdkapitaleinsatz gearbeitet und sich auf Märkten bewegt, die sie ganz offensichtlich nicht verstanden. Es waren übrigens Hedgefondmanager, die den damaligen deutschen Finanzminister frühzeitig vor der sich anbahnenden Hypothekenkrise in den USA warnten. Doch der wollte davon nichts wissen, weil er sich gerade auf die Hedgefonds als böse Buben eingeschossen hatte.

Mallaby empfiehlt eine Regulierung von Hedgefonds, falls diese eine kritische Größe erreicht haben. Das wird durch die LTCM-Krise gedeckt, denn dieser Fonds ist nicht an seinen Methoden oder einem plötzlich auftretenden Ereignis gescheitert, wie gerne behauptet wird, sondern an seiner schieren Größe und der Gier seiner Geldgeber. Denn sein Fremdkapital erhielt LTCM fast zinslos von Großbanken, die dafür eine Gewinnbeteiligung erwarben.

Ganz nebenbei wäre eine solche Regulierung, wenn sie auf Banken übertragen werden würde, auch ein Mittel, um die Menschheit vor dem Irrsinn der Großinstitute zu schützen. Wer zu groß zum Sterben ist, muss, damit die Marktwirtschaft wieder zur Geltung kommt, einfach geschrumpft werden. Passiert ist jedoch genau das Gegenteil.

Fazit.
Ein sehr interessantes, aufschlussreiches und informatives Buch, auch dann, wenn man nicht immer mit dem Autor einer Meinung sein muss. Der Text ist gut geschrieben und somit auch für den interessierten Laien verständlich. Manches erinnert an Schwagers Magier der Märkte, auch wenn hier die Leitlinie ganz anders ist. Einzig die vielen Anmerkungen, die zu einem ständigen Umblättern führen, sind etwas störend, obwohl auch in ihnen viel zusätzliche Information enthalten ist.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stefan D
Als ich dieses Buch zum ersten Mal sah, dachte ich es wäre schon wieder eine Niederschrift einer populistischen und wenig differenzierten Hetzjagd auf die Hedgefonds. Doch das Buch ist etwas völlig anderes! Der Autor liefert ein Meisterwerk. Dafür gibts es unterschiedliche Gründe:

1. Das Buch ist objektiv und unpopulistisch geschrieben
2. Alle Behauptungen werden durch Fußnoten belegt
3. Der Autor schildert die wichtigsten Figuren in der Geschichte der Hedgefonds und beschreibt ihre Taten wertfrei
4. Nicht nur die Geschichte sondern auch Tradingkonzepte werden aufgeführt, erklärt und an einer langfristigen Perfomance gemessen
5. Auch an Kritik wird nicht gespart (gegenüber der Regierung, den Hedgefonds, den Strategien, den Banken)
6. Der Autor grenzt Hedgefonds deutlich von anderen Investments ab (z.B. Private-equity)
7. Am Ende des Buches werden sowohl Vor- als auch Nachteile von Hedgefonds besprochen (dies meiner Meinung nach auch sehr differnziert)

Mein Fazit:
Das Buch ist absolut lesenswert und jedem zu empfehlen der sich für Wirtschaft und den Finanzmarkt interessiert. Darüber hinaus gewährt das Buch einen ziemlich objektiven Einblick in die Branche und in die Gedanken der führenden Köpfe.
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