Erfolg hat man, indem man aktiv zuhört, Gefühle (eigene und die des Gesprächspartners) verbalisiert und die Aussagen des Gegenübers mit eigenen Worten zusammenfasst (paraphrasiert). Beispiele, die aus einem Lehrbuch für klientenzentrierte Gesprächstherapie zu stammen scheinen, benutzen die Autoren, um zu belegen, wie man Konflikte deeskaliert und Streitgesprächen die Spitze nimmt. Leider wird die Frage nicht befriedigend beantwortet, wie man mit den eigenen Gefühlen des Ärgers und der Wut umgehen soll; Hinweise auf Stressbewältigungsmethoden oder Entspannungsverfahren fehlen beispielsweise völlig. Dafür gibt es Empfehlungen der Art, sich vor dem Einschlafen noch einmal auf die Lösungen bisher ungelöster Probleme zu konzentrieren, in der Hoffnung, das Unbewusste werde die Lösung dann während des Schlafs schon finden. Ein schöner Rat für all diejenigen, die keine Einschlafprobleme haben - alle anderen werden bei Befolgen dieser Empfehlung kaum mehr zum Schlafen kommen. Hin und wieder findet man kleine Selbsttests vom Niveau einschlägiger Frauenzeitschriften, deren Bearbeitung man sich schenken kann, weil das Ergebnis von vornherein klar ist. Das Buch ist schön locker illustriert mit technisch perfekten - und dadurch wie ein Werbeprospekt anmutenden - Fotos von Bildagenturen. Die Seitentitel in den Kopfzeilen sind in einer gefühlsbetonten Schmuseschrift gesetzt, passend zu der Reihe, in der das Buch erscheint: „Körper und Seele". Fazit: Ein Rundumschlag von kommunikationswissenschaftlichen Erkenntnissen (Gordon, Schulz von Thun) über die Rational-Emotive Therapie (ohne diese mit einem Wort zu erwähnen) bis zu allgemeinen Ratschlägen zur Konfliktdeeskalation. Alles extrem oberflächlich und allenfalls als ein erster Einstieg ins Thema „Wie steigere ich meine soziale Kompetenz?" geeignet.