Eins ist klar: Jeder der auch nur ein halbwegs normales Filmchen erwartet, wird bitter enttäuscht sein. Da sind die vielen 1-Stern-Wertungen natürlich völlig verständlich und angebracht.
Wer aber auf richtige Trashfilme steht, der bekommt hier eine echte Perle serviert.
Bei manchen Filmen will der Unterhaltugswert in Sachen Trash nicht so recht aufkommen, da diese sich viel zu ernst nehmen und der Trashfaktor nur noch als Ärgernis rüberkommt. Bei "Mega Piranha" ist aber wirklich alles von A-Z derart lächerlich schlecht und übertrieben, dass man aus dem Staunen und Lachen gar nicht mehr heraus kommt.
Story, Handlungsstränge:
Walfischgrosse Kamikazepiranhas fressen sich von Venezuela nach Miami durch. Dabei wird nichts verschont und vor nichts halt gemacht, egal ob dies nun grosse Militätschiffe, fliegende Hubschrauber oder ganze Häuser sind :). Das eigene Leben ist den Fischlein dabei nicht allzu wichtig, hauptsache man hat noch einen stylischen Flug in ein Gebäude hingelegt, bevor man in selbigen stecken bleibt :).
Dies alleine zeigt natürlich schon, dass sich dieser Film absolut nicht ernst nimmt und seine Rolle wohl gezielt in der Trashecke einnehmen will.
Die vielen anderen megalächerlichen Szenen will ich da mal gar nicht erwähnen, denn das würde den Rahmen definitiv sprengen.
Natürlich muss da auch der Rest noch ultratrashig dahin kommen, damit man den Ansprüchen als Trashperle gerecht werden kann. Diese Aufgabe wurde dann meines Erachtens auch mit bravour gemeistert :) :
Charaktere, Schauspieler, Synchro:
Schlimmer gehts nimmer. Da haben wir die Wissenschaftlerin, welche den Welthunger bekämpfen wollte und dummerweise statt harmlosen Goldfischen ein paar Piranhas als Versuchsobjekte benutzte, und nun, da alles aus dem Ruder geriet, vergeblich vor ihrer Brut warnt. Dann ist da noch der böse Colonal Diaz, welcher natürlich ständig seine Kompetenz untergraben sieht und die "Gäste" als grössere Gefahr als die Piranhas selbst einstuft. Und zu guter letzt haben wir noch den von der US-Regierung geschickten Helden, welcher sich natürlich über die Anweisungen von Diaz hinwegsetzt, in Rambomanier seinen Auftrag verfolgt und natürlich unglaublich cool wirken soll (Betonung auf "soll").
Die schauspielerischen Leistungen sind derart grottig, dass man auch in dieser Beziehung nicht anders kann als zu lachen.
Hier wird einem alles geboten, von vollkommen übertriebener, bis zu stocksteifer Gestik und Mimik. Für letzteres ist hauptsächlich der möchtegern Held verantwortlich. Da hätte man ebensogut einer Banane ein Gesicht aufmalen können. Zusammen mit den zwischendurch völlig "unauffälligen" Blicken in die Kamera und den herrlich in Szene gesetzten Handlungen ist er ein wahres Trashhighlight, obwohl auch die anderen Darsteller genug Unterhaltung bieten.
Die Synchronisation hats auch in sich. Die in meinen Augen zu den Figuren unpassenden und wenig markanten Stimmen würden ja noch gehen, aber in manchen Szenen kommen die auch noch derart unpassend zur Darstellung, völlig übertrieben und einfach total lächerlich daher, dass sie den Film perfekt abrunden.
Effekte:
In Sachen Effekte wurde nicht gespart. Dies bezieht sich natürlich auf die Menge, nicht die Qualität.
Fast schon im Sekundentakt gibts fürs Auge irgendwelche "Leckerbissen" betreffend Effekte. Egal ob Hubschrauber, Explosionen, Tötungsszenen oder Fischdarstellungen aus diversen Perspektiven ....Lacher sind da bei entsprechender Einstellung garantiert.
Fazit:
Eine einigermassen objektive Bewertung ist bei solchen Filmen fast nicht möglich.
Echte Trashfans werden definitiv ihre Freude an diesem Streifen haben und ihn deshalb auch dementsprechend hoch bewerten.
Für den Rest wird "Maga Piranha" wohl ein einziges Ärgernis sein, und da ist von einem Kauf ganz klar abzuraten :).