Ein äußerst lohnenswertes Markenbuch! Was die beiden McKinsey-Berater auf etwas mehr als 350 Seiten niedergeschrieben haben, ist lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite. Riesenbeck und Perrey zeigen auf, wie sich Markenerfolg messen, machen und managen lässt. Markenerfolg ist berechenbar, so die zentrale Botschaft des Buches. Und diese Botschaft kommt an!
Im Gegensatz zu den meisten aktuellen Markenbüchern geben die beiden Autoren nicht zum x-sten Mal bereits bekanntes Markenwissen wieder, sondern stellen neuste Erkenntnisse aus eigenen Forschungs- und Beratungsprojekten detailliert vor. Auch wenn der "McKinsey-Blickwinkel" vielfach nicht zu übersehen ist, so ist das vorgestellte Gesamtkonsept in
allen Einzelheiten wiedergegeben und damit für Externe leicht nachvollziehbar und auch eigenständig implementierbar. Die vorgestellte MarkenMatik ("Mathematik der Marke") verknüpft konsequent qualitative und quantitative Indikatoren, Teilmodelle und Indices in einem klar verständlicnen Konzept zur Steuerung der Mega-Macht Marke.
Aufgelockert wird das Buch durch aktuelle Fallstudien und ausgewählte Beiträge von Markenpraktikern, z.B. von Linde, Deutsch Post World Net, der Bertelsmann-Stiftung (Heribert Meffert), Bosch Siemens Hausgeräte und T-Mobile. Interviews mit Reinhard Springer (Springer & Jacoby) und Wolfgang Reitzle (Linde) liefern Einsichten zum aktuellen Stand des Marken- managements und ergänzen damit auf hervorragende Weise die anhand von mehr als 100 Abbildungen vorgestellte und erläuterte MarkenMatik.
Den beiden Autoren gelingt es auf hervorragende Weise, das bisher von Kreativität und Bauchentscheidungen geprägte Markenmanagement durch rationale und quantitative Ansätze zu kanalisieren, um Resultate, z.B. von Werbekampagnen, kalkulierbarer und damit erfolgreicher werden zu lassen, ohne die hierfür nötige Kreativität zu beeinträchtigen. Dreh- und Angelpunkt der Erläuterungen bilden die drei Bereiche Art, Science und Craft, die aufzeigen, wie Marken erschaffen, gemessen und gemanagt werden können. Abschließend wird der sogenannte Brand Equity Meter vorgestellt, ein bewusst pragmatisch gewählter Bewertungsansatz, der zu einfachen und verlässlichen Bewertungen führt und den im Buch genannten Anforderungen zur Bilanzierung von Marken genügt. Besonders lobenswert hierbei ist, dass das Vorgehen detailliert beschrieben wird - was bei Markenbewertungsverfahren bis dato nur selten der Fall ist - und deshalb von Markenmanagern leicht übernommen und eigenständig adaptiert werden kann.
Alles in allem ein äußerst gelungenes Markenbuch, das Markenverantwortlichen in acht Kapiteln den Weg zum Markenolymp zeigt.