Amerikanische Oldtime Musik erfreut sich hierzulande keiner großen Bekanntheit. Warum das so ist, ist mir ein Rätsel. Während Bluegrass in aller Munde ist (zumindest hat man schon mal davon gehört), fristet Oldtime noch immer ein Mauerblümchendasein.
Vor 20, 30 Jahren haben sich die jungen Leute noch in Parks, am See oder in Wald und Flur getroffen und zur Gitarre Songs gesungen. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Aber eben diese Assoziationen kommen mir beim Hören von "Meeting On Southern Soil".
Für diese Scheibe hat sich Norman Blake (jedem Guitar Picker wohlbekannt) mit dem Fiddler und Mandolinenspieler Peter Ostroushko zusammengetan. Herausgekommen ist ein Werk voller Wärme, Harmonie und Liebe zur Oldtime Musik. Vorwiegend handelt es sich um Traditionals, es sind aber auch ein paar Eigenkompositionen von Ostroushko und Blake vertreten. Auf vier Songs werden die beiden Musiker von Blakes Frau Nancy auf dem Cello begleitet.
Die Mischung macht's. So auch hier. Instrumentals ("Blackberry Blossom", "President Richard Milhous Nixon's Hornpipe", "Mandolin Medley") wechseln sich mit Gesangsnummern ab ("Blake's Railroad Blues", "I Cannot Call Her Mother", "The Old Hickory Cane"). Die Stimme von Peter Ostroushko geht unter die Haut. Rauh und mit viel Seele vorgetragen. Man höre sich nur seine Version von "Oh Death" an (bei uns wohl durch Ralph Stanleys Version aus dem Film "O Brother Where Art Thou?" bekannt geworden). Langsame Nummern ("Little Bessie", "Only A Bunch Of Violets") wechseln sich mit flotten tanzbaren Melodien ab ("Muddy Creek", "Chickamauga", "Oklahoma Redbird").
Die Klangqualität ist einmalig. Sauber und differenziert kommen die Instrumente rüber. Eine Scheibe für eine lange Autofahrt. Aber ebenso zu genießen morgens zum Aufstehen oder abends auf dem Sofa bei Kerzenschein.
Ein wunderschönes, vielseitiges Booklet mit Informationen zu jedem Song und schönen stimmungsvollen Fotos runden das Werk ab.
Nicht zuletzt die großzügigen fast 70 Minuten Spielzeit sind den Kauf dieses Albums wert!