Eine ziemlich dämliche Überschrift, oder? Ich kann ihnen das jetzt wirklich nicht genauer erklären. Schauen sie sich den Film an und sie werden es verstehen.
Vielleicht werde ich irgendwann auch den Wandel in vielen amerikanischen Filmen verstehen. Es gibt tatsächlich einen Trend zur Story, weg vom Plakativen, hin zur Betrachtung der kleinen, menschlichen Probleme, die sich in unserem Alltag nur so stapeln. Meet Bill ist einer dieser Filme und er hat mich fantastisch unterhalten.
Bill(Aaron Eckhart) ist stellvertretender Direktor einer Bank, Ehemann einer bildhübschen Frau und: Unglücklich! Der Chef der Bank ist sein Schwiegervater, ein Patriarch vor dem Herrn. Der zweite Direktor ist sein Schwager, ein Banker aus dem Bilderbuch. Bills Frau Jazz(Elizabeth Banks) geht mit dem smarten Reporter Chip Johnson ins Bett und Bill kriegt das nur heraus, weil er sie heimlich dabei filmt. Bills Leben zerplatzt wie eine Seifenblase. Er fliegt aus dem eigenen Haus und zieht bei seinem schwulen Bruder ein. Bill befindet sich eindeutig auf dem Weg nach ganz unten. Nebenbei muss er auch noch den aufgeweckten Kid(Logan Lerman) als Mentor in einem Bank-Schul-Programm begleiten. Als Bill keinen Ausweg mehr weiß, nimmt Kid sich seiner an. Er hilft Bill zu verschmerzen, dass das Video von Chip und seiner Frau plötzlich im Internet steht, unterstützt ihn bei seinem Plan die Bank zu verlassen und einen Donutshop aufzumachen, peppt sein Beziehungsleben mit der attraktiven Lucy(Jessica Alba) auf und verpasst ihm nebenbei noch ein paar Joints und peinliche Momente. Als Bill schließlich alles egal ist, läuft er zur Hochform auf. Und was dann passiert, das ist wirklich sehenswert.
Die Regisseure Bernie Goldmann und Melisa Wallack sind bei Meet Bill ein Risiko eingegangen. Der Film ist mit Sicherheit kein Blockbuster für den amerikanischen Markt. Zu detailverliebt, mit dem Blick auf die kleinen, aber ach so wichtigen Momente im Leben, kommt Meet Bill daher. In Europa trifft das auf offene Ohren und Augen. Weshalb die Produktionsfirma aus diesem Streifen in allen Vorankündigungen einen Jessica Alba Film gemacht hat, wird dem Betrachter für immer verborgen bleiben. Klar spielt Miss Alba mit, und das gar nicht schlecht, aber Meet Bill wird von einem fabelhaften Aaron Eckhart und seinem Lehrmeister und Tausendsassa Logan Lerman getragen. Es gibt ein paar magische Momente im Film, es darf gelacht, gehofft und geträumt werden. Unterlegt mit einem wunderbaren Soundtrack begleiten wir Bill durch das Leben eines Losers. Goldman und Wallack zerspalten dabei die Handlung in die verschiedenen Wandlungen Bills. Vom Fettsack zum Schwimmer und vom Jasager zum selbstständigen Mann. Diese Metamorphosen werden von Bills "Auftritten" im Schwimmbad unterteilt. Das hat Klasse und Witz und wird ihnen(das hoffe ich jedenfalls) genau so gut wie mir gefallen. Last, but not least: Aaron Eckhart scheint auf Suchtthemen festgelegt zu sein: Ob bei Thank you for smoking der Glimmstengel, oder hier die Schoko-Donuts, wenn es um unbedingten Genuss und die Pflege eines Lasters geht, ist Eckhart der richtige Mann. Absolut sehenswert!