Mit dem vierten Band der Edition Phantasia Sammelausgabe um das Titel gebende Schurkenduo endet deren lange Geschichte, allerdings nicht halb so befriedigend, wie man es sich als Leser vielleicht gewünscht hätte.
Nach einem Vorwort Gisbert Haefs folgt die Geschichte ''Meeresmagie'' in der der Barbar Fafhrd ohne seinen ständigen Gefährten auskommen muss, was ihm allerdings fast zum Verhängnis wird. Ein Großteil der Erzählung nehmen hierbei seine Überlegungen über sein neues Leben mit der Eisländerin Afreyt und den damit einhergehenden Veränderungen ein. Der eigentliche Plot des in der zweiten Geschichte ebenfalls auftauchenden und Titel gebenden "Meerweibs" geht dabei völlig unter und löst sich schlussendlich dann auch recht unspektakulär auf.
''Das Meerweib'' selbst erzählt wie der graue Mausling als hartherziger Kapitän von einer Reise nach Eislanden zurückkehrt und er einen blinden Passagier entdeckt. Diese Geschichte lebt ebenfalls weniger von ihrem eigentlichen Plot als den Einblick in die düsteren Gefilden, der Seele des Mauslings und dessen sadistischer Neigungen. Der Rezensent selbst konnte damit nicht sonderlich viel anfangen und auch das Finale versöhnte ihn nicht mit dieser Geschichte.
In der dritten Geschichte belegen die Götter das illustre Antiheldenduo mit dem ''Fluch des Banalen und der Sterne'', woraus sich diverse Komplikationen in deren Innen- und eigentlichen Privatleben ergeben. Von allen Geschichten dürfte es sich hierbei um die beste des Bandes handeln, werden den beiden Recken doch zwei gegensätzliche Gegenspieler entgegengestellt, deren eigentlicher Handlungsstrang jedoch ebenfalls in Trivialitäten über den Tagesablauf auf der Insel untergeht. Dazu kommt noch, dass Leiber Fehler in seiner eigenen Kontinuität unterlaufen. So zum Beispiel bezeichnet er den sonst immer als männlich bezeichneten Zauberer Schilba, als ''Zauberin'' und das die ganze Geschichte über. Das Ende selbst ist zwar gelungen, kann aber nicht über die anderen Längen der Geschichte hinwegtäuschen.
Den Abschluss macht dann die längste Erzählung ''der Mausling in der Unterwelt'' die sehr unbefriedigend mit den beiden Helden abschließt. Um es kurz zu machen: Leiber lässt lange Zeit den eigentlichen Plot vor sich hin plätschern, bis er ihn wenige Seiten vor Schluss recht lustlos mit einer kurzen Abhandlung auflöst. Auch unterlaufen Leiber hier weitere handwerkliche Schnitzer, wie die Darstellung des Fürsten von Quarmal als finsteren Erzfeind des Duos und die Hinzufügung einer nie auftretenden Liebesgeschichte Fafhrds und der Luftprinzessin Frix. Dazu kommt noch, dass diese Geschichte einen starken sexuellen Unterton enthält, der wenig mit der eigentlichen Handlung zu tun hat, dafür wohl teilweise Leibers Zustand zu dieser Zeit widerspiegeln könnte. Das Ende selbst liest sich ebenfalls eher wie der Anfang einer neuen Geschichte als ein tatsächliches Abschluss der Reihe.
Abgeschlossen wird der Band von Nachworten von Fritz Leiber selbst, Joachim Körber dem Überstzer und dem Lektor Jens Schumacher. Diese lesen sich allesamt sehr informativ(vor allem das Selbstbekenntnis Leibers hat was für sich) und werten dadurch den schwachen Inhalt der Geschichten ein wenig auf.
Nach solchen Höhepunkten wie ''Die Herren von Quarmal'' oder ''Schwerter von Lankhmar'', hätte man sich wohl ein würdigeres Ende als dieses gewünscht. So aber kann dieser Band nur Sammlern der Gesamtausgabe empfohlen werden. Alle anderen sollten sich lieber mit den ersten drei Bändern begnügen und es dabei belassen.