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5.0 von 5 Sternen
Die schwierige Suche nach dem Ich, 26. Mai 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Meerschwimmer. Heimat für Blumberg (Taschenbuch)
Der Künstler Kurt Blumberg wird in der heimatlichen Kleinstadt und in der Familie weder verstanden noch ernst genommen. Daher beschließt er, sein bisheriges Ich oder auch die Rolle, die er bisher spielen musste, abzulegen und seine "wahre" Identität zu finden. Er glaubt, das Schwimmen im Meer mit seiner grenzenlosen Tiefe und Weite könne ihm die Erfahrung seiner Identität liefern. Also reist er unbemerkt ab und nähert sich dem Meer in mehreren Etappen, in denen er alle Sinneserfahrungen des Lebens restlos auskostet.
Doch weder sie noch das Meer können ihm letztlich eine Antwort geben, denn die Suche nach dem Ich beinhaltet immer auch eine Flucht vor ihm. Und als in einer der letzten dramatischen Szenen Blumbergs Ich kraftvoll und in gerechter Sache hervorbricht, lädt er versehentlich eine große Schuld auf sich.
Am Schluss finden wir Blumberg scheinbar resignierend zurück in seiner Kleinstadt, in seinem alten Leben mit allen Fesseln.
Karl-Heinz Schreiber hat mit seinem Erstling einen sehr tiefgründigen und anspruchsvollen Roman vorgelegt, der trotz sprachlicher Schönheit und Ausgefeiltheit nicht leicht zu lesen ist. Dies liegt nicht so sehr an der teilweise ins Experimentelle wechselnden, durch den lyrischen Hintergrund des Autors geprägten Sprache, sondern an der Fülle von Denkansätzen, Dialogen voller dialektischer Gedankenspiele und vielen Raffinessen des Ausdrucks.
Insgesamt ein hervorragender Roman für anspruchsvolle Leser.
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